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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. Oktober 2018

Künstler Gunter Demnig verlegt 70.000. "Stolperstein"

Das Projekt gilt als das größte dezentrale Mahnmal der Welt

Der Künstler Gunter Demnig hat in Frankfurt den 70.000. "Stolperstein" verlegt. Die kleinen, in das Straßenpflaster eingelassenen Messingtafeln erinnern an von den Nationalsozialisten verfolgte und ermordete Menschen. Der 70.000. ist eine Hommage an Willy Zimmerer, der 1944 aufgrund seiner Behinderung von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Vor rund 22 Jahren hat Demnig in Berlin mit der Aktion der Stolpersteine begonnen. Das Projekt gilt als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Inzwischen liegen nach Angaben Demnigs "Stolpersteine" in mehr als 1.260 Kommunen Deutschlands und in 24 anderen Ländern wie Österreich, Frankreich, Lettland, Rumänien und Argentinien.

Gefälschte Qumran Schriftrollen aus Museum entfernt

Fünf Ausstellungstücke in Washington sind nicht antik

Nach einer Untersuchung der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung hat das Bibelmuseum in Washington fünf Fragmente der berühmten Qumran Schriftrollen vom Toten Meer aus seiner Ausstellung entfernt, weil sie sich als Fälschungen entpuppt haben. Fünf von 16 ausgestellten Fragmenten wiesen Merkmale auf, die einem antiken Ursprung widersprächen, sie würden daher nicht weiter ausgestellt, teilte das Museum mit. Schon frühere Studien hatten die Echtheit der Fragmente angezweifelt. Das Museum hatte diese daraufhin zu einer eingehenden Untersuchung nach Berlin geschickt. Die Fachleute dort hielten die Fragmente nicht für echt. Das Museum habe sich ein anderes Ergebnis gewünscht, sagte deren Chefkurator. Man nehme das Resultat aber zum Anlass, um die Öffentlichkeit über die Bedeutung solcher Prüfungen biblischer Artefakte aufzuklären. Die Schriftrollen vom Toten Meer gehören zu den bislang ältesten bekannten Bibelhandschriften. Rund 850 dieser Fragmente waren zwischen 1947 und 1956 in Felshöhlen im Westjordanland entdeckt worden.

Theater wollen verstärkt zu Diskursorten werden

Deutscher Bühnenverein: Theater können ihre politische Dimension nicht negieren

Die Theater wollen laut dem Deutschen Bühnenverein zunehmend Diskursorte auch für Menschen gegensätzlicher Positionen sein. "Wir erleben als Theater sehr stark, dass wir in einer Gesellschaft leben, die unter hoher Spannung steht, sich zunehmend polarisiert und manchmal auch radikalisiert", sagte der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, in Magdeburg nach einem Treffen des Ausschusses für Künstlerische Fragen. Theater wie auch das wegen seiner Konzertabsage für die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet umstrittene Bauhaus Dessau seien kulturelle Orte der Öffentlichkeit und könnten ihre politische Dimension nicht negieren.

Hessisches Landesmuseum: Martin Faass wird Direktor

Er war bislang Direktor des Museums Liebermann-Villa am Wannsee in Berlin

Der Kunsthistoriker Martin Faass (55) wird neuer Direktor des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Er tritt seine Stelle zum 1. Januar 2019 an. Faass folgt auf Theo Jülich, der im Januar dieses Jahres verstorben war. Faass ist seit 2006 Direktor des Museums Liebermann-Villa am Wannsee in Berlin. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt gilt als eines der großen Universalmuseen in Deutschland. Es gehört zu den wenigen Museen, die ihren Besuchern eine enzyklopädische Sammlung von Natur-, Kunst- und Kulturgeschichte präsentieren. Das Landesmuseum umfasst die Abteilungen Naturgeschichte und Kulturgeschichte mit Beständen der Archäologie, der Vor- und Frühgeschichte, der Völkerkunde, der Volkskunde und der Kunstgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Prominente Baumpaten für den Hambacher Wald

Sie werben mit ihren Portraits für den Erhalt des Forstes

Im Hambacher Forst werben rund 60 prominente Baumpaten mit ihren Porträts für den Erhalt des Waldstücks und für den Kohleausstieg. An der Aktion beteiligen sich 25 Schauspieler, Kabarettisten und Musiker, wie das gesellschaftliche Bündnis für Klimaschutz mitteilte. Dazu gehören der Schauspieler Benno Fürmann, die Kabarettisten Bodo Wartke, Abdelkarim, Sebastian Pufpaff und Urban Priol sowie der Künstler Olafur Eliasson. Auch etwa 40 Träger des Alternativen Nobelpreises sind dabei: Zum Beispiel die Kölner Frauenärztin und Begründerin des Frauenhilfswerks Medica Mondiale, Monika Hauser. Die Aktion wird unter anderen von Greenpeace, Germanwatch, WWF und der Right Livelihood Award Foundation unterstützt. Einen Tag, bevor die Kohlekommission im Rheinischen Revier tagt, sollten die Fotos an den Bäumen für den Erhalt des Waldes und der vom Tagebau bedrohten Dörfer werben. Der Hambacher Forst ist ein Wald im Kreis Düren, von dem nur noch 200 Hektar erhalten sind. Die Waldfläche liegt im Einzugsbereich der Ortschaften Morschenich und Manheim, die dem Braunkohletagebau weichen müssen, und gilt als Symbol des Widerstands gegen den Kohle-Abbau.

"Bild" darf vorerst weiter Livestreams senden

Dagegen kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden

Die "Bild"-Zeitung darf vorerst auch ohne Rundfunklizenz Livestreams im Internet verbreiten. Es sei fraglich, ob die Video-Angebote der Redaktion als zulassungspflichtiger Rundfunk einzustufen seien, befand das Verwaltungsgericht Berlin in einer Eilentscheidung. Das Gericht gab damit einem Eilantrag des Medienkonzerns Axel Springer statt, der sich gegen einen entsprechenden Bescheid der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) richtete. Konkret geht es um die Video-Angebote "Bild live", "Die richtigen Fragen" und "Bild-Sport-Talk mit Thorsten Kinhöfer". Die Landesmedienanstalten hatte die Streams im Frühjahr als zulassungspflichtigen Rundfunk eingestuft und Springer aufgefordert, einen Zulassungsantrag zu stellen. Zudem untersagte sie die Verbreitung der Streams, sofern Springer dafür keine Lizenz beantragt. Dagegen wehrte sich der Medienkonzern mit dem Eilantrag. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Konrad-Wolf-Preis für "Lettre International"

Die deutschsprachige Kulturzeitschrift erscheint vier Mal im Jahr

Die Berliner Akademie der Künste verleiht den diesjährigen Konrad-Wolf-Preis an die deutschsprachige Kulturzeitschrift "Lettre International". Die in Berlin verlegte unabhängige Zeitschrift erhalte den mit 5.000 Euro dotierten Preis für ihr hohes intellektuelles Niveau und die Berücksichtigung aller Künste, insbesondere der Theaterkunst. Der Preis wird am 31. Oktober verliehen. Man wollte der im Eigenverlag erscheinenden Zeitschrift auch Mut zusprechen, auch in schwierigen Zeiten "einen anspruchsvollen Diskurs zu führen, der alle Blick- und Himmelsrichtungen einbezieht". Jedes Heft wird von einem Künstler oder einer Künstlerin exklusiv gestaltet. Die Texte sind deutsche Erstveröffentlichungen. Der Konrad-Wolf-Preis wird jährlich für herausragende künstlerische Leistungen auf den Gebieten der Darstellenden Kunst oder der Film- und Medienkunst vergeben. Zuletzt ging er an Márta Mészáros (2017), Nicola Hümpel von Nico and the Navigators (2016) und Christoph Schlingensief/Operndorf Burkina Faso (2015).

Lonely Planet: Deutschland Top-Ziel Nr.2

Grund: Das Bauhaus-Jubiläum

Für den weltbekannten Reiseführer "Lonely Planet" ist Deutschland im Jahr 2019 nach Sri Lanka das lohnenswerteste Reiseziel der Welt. Als Gründe, warum Deutschland ausgerechnet 2019 besucht werden sollte, werden das 30. Jubiläum des Mauerfalls und vor allem der 100. Jahrestag der Gründung des Bauhauses genannt. Die Reaktion des Lonely Planet empfiehlt die drei neuen Museen, die anläßlich des Jubiläums eröffnet werden und die begleitende Events und Ausstellungen im ganzen Land. Zuletzt war Deutschland bei den Top-10-Ländern vor neun Jahren dabei. Das anstehende Bauhaus-Jubiläum war in den letzten Tagen größeres Thema geworden: Das Bauhaus Dessau hatte ein vom ZDF geplantes Konzert der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet abgesagt, nachdem im Internet Rechte zum Protest gegen den Auftritt aufgerufen hatten.

Elbphilharmonie-Intendant vorzeitig verlängert

Christoph Lieben-Seutter bleibt bis 2024

Der Vertrag mit Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter (54) ist vorzeitig verlängert worden. Er bleibt mindestens bis zum Sommer 2024. Der Aufsichtsrat der HamburgMusik gGmbH habe den bis Ende Juli 2021 gültigen Vertrag um drei Jahre verlängert, teilte die Kulturbehörde mit. Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sprach von einem "Glücksfall für die Kulturstadt Hamburg". Der österreichische Intendant ist seit 2007 unter Vertrag. Lieben-Seutter habe dem Konzerthaus ein unverwechselbares Profil gegeben und damit maßgeblichen Anteil daran, dass es künstlerisch ein fulminanter Erfolg sei, erklärte Brosda. Der Intendant freut sich darauf, gemeinsam mit seinem Team das Potenzial der Elbphilharmonie weiterzuentwickeln: "Es ist für mich die schönste Aufgabe der Welt."

Soziale Herkunft bestimmt Schulerfolg

OECD-Studie über soziale Ungleichheit bei der Bildung

Die soziale Herkunft bestimmt in Deutschland in stärkerem Maß über den Schulerfolg als in vielen anderen Ländern. Die Kinder von Eltern mit hohen Abschlüssen erreichen auch deutlich häufiger selbst akademische Zeugnisse als Kinder von Eltern mit geringeren Abschlüssen. Ein neuer Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt einmal mehr die soziale Ungleichheit bei der Bildung. Nur knapp 15 Prozent der Erwachsenen mit Eltern ohne Abitur erreichen in Deutschland ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Im Durchschnitt der meisten OECD-Länder sind es immerhin 21 Prozent. Fast jeder vierte schafft in Deutschland allerdings einen höheren Bildungsabschluss als die Eltern. Im OECD-Durchschnitt sind das mit 41 Prozent deutlich mehr. Laut den OECD-Experten erreichen benachteiligte Schüler in nicht benachteiligten Schulen aber deutlich bessere Leistungen. Bei den Leistungen sieht man in Deutschlandlaut laut OECD in den vergangenen Jahren deutliche Verbesserungen, was die Abhängigkeit vom sozioökonomischen Status anbelangt.

Gilberto Benetton gestorben

Er war Mitbegründer des Modeimperiums aus Italien

Gilberto Benetton, einer der vier Mitbegründer der gleichnamigen Modemarke, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Wie seine Familie mitteilte, starb er Montag Abend in seinem Haus im norditalienischen Treviso. Dort hat das Unternehmen auch seinen Sitz. Italienischen Medienberichte zufolge litt er an einer nicht näher genannten Krankheit. Gemeinsam mit seinen Geschwistern Carlo, Luciano und Giuliana gründete Gilberto im Jahr 1965 die Strickwarenfirma Benetton, aus der sie eine globale Modemarke machten. Bekannt ist deren Kleidung vor allem für ihre Farbenpracht. Im Laufe der Jahre verlegte sich die Familie Benetton über die Holdinggesellschaft Edizione auf finanzielle Investitionen. Dazu gehört auch der Straßenbetreiber Autostrade SpA, der seit dem Einsturz einer Autobahnbrücke mit 43 Toten in Genua im August unter Druck steht.

Oscar-Gewinner Del Toro verfilmt Pinocchio

Netflix will Geschichte der Holzpuppe als animierten Spielfilm produzieren

Der mexikanische Oscar-Preisträger Guillermo del Toro verfilmt die Geschichte von Pinocchio für die Streaming-Plattform Netflix. Es wird der erste animierte Spielfilm des 54 Jahre alten Regisseurs sein, teilte Netflix mit. Die Geschichte der Holzpuppe mit der Nase, die bei jeder Lüge wächst, soll im Italien der 1930er Jahre spielen."Seitdem ich denken kann, wollte ich diesen Film machen. Mit keiner Figur hatte ich eine tiefere persönliche Verbindung als mit Pinocchio", sagte Del Toro. Er will das Drehbuch für den neuen Film gemeinsam mit Patrick McHale ("Adventure Time") schreiben. Pinocchio soll in Stop-Motion-Technik gedreht werden. Dabei werden Puppen hintereinander in verschiedenen Positionen abgefilmt und die einzelnen Bilder später zu einem Film zusammengefügt. Del Toro hatte im März für seinen Film "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers" einen Oscar für die beste Regie gewonnen.

Deutschlands größte Kinokette mit neuem Eigentümer

Cinestar kommt in britische Hände

Die Kinogruppe Cinestar, Deutschlands größter Kinobetreiber, wechselt den Besitzer. Der britische Kinobetreiber Vue International, dem bereits die Kette CineMaxx gehört, hat die Cinestar-Gruppe von dem australischen Entertainmentunternehmen Event Hospitality & Entertainment Limited (EVT) erworben. Wenn das Bundeskartellamt dem Kauf zustimmt, befänden sich die beiden größten deutschen Kinobetreiber unter demselben Konzerndach. Der Kaufpreis beträgt nach Angaben von Vue umgerechnet rund 220 Millionen Euro. "Der Kauf von Cinestar passt zu unseren geschäftlichen Zielen, die darauf ausgerichtet sind, weltweit Spitzen-Kinohäuser aufzubauen und zu führen", hieß es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Die Cinestar-Gruppe betreibt bundesweit 55 Kinocenter. Auf die Standorte und die rund 2700 Mitarbeiter hat der Verkauf nach Angaben Vues keine Auswirkungen.

Bauhaus Dessau bekräftigt Konzertabsage

Dafür Einladungen für Feine Sahne Fischfilet aus Berlin und Weimar

Auch nach wachsendem Druck hält die Stiftung Bauhaus Dessau an ihrer Absage eines Konzerts der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet fest. Neonazis habe man keine Plattform bieten wollen, erklärte die Stiftung. Rechte Gruppierungen hatten im Internet zum Protest gegen das Konzert der Band aufgerufen. In den beiden Bauhaus-Städten Berlin und Weimar hatte man allerdings kein Verständnis für die Absage des Konzerts. Auch darum, weil die Absage eine linke Musikgruppe treffe, die sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagiert. Berlins Kultursenator Klaus Lederer, als Vorsitzender des Bauhaus-Verbundes, und der Thüringer Bauhaus-Professor Max Welch Guerra setzen ein politisches Signal: aus Berlin und Weimar kamen zwei demonstrative Einladungen für Feine Sahne Fischfilet. Auch das Anhaltische Theater Dessau hat seinen Kurs geändert - von Ablehnung in der vergangenen Woche hin zur Zusicherung jeglicher Unterstützung.

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