Sonntag, 15.09.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Krupp-Stiftung vergibt Foto-Projekt-Stipendien

Virtuelle Raumrekonstruktion und Projekt zur Zivilgesellschaft ausgewählt

Die Fotografen Karina Nimmerfall und Michael Denner sind die neuen Stipendiaten der Essener Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Sie erhalten jeweils 10.000 Euro, um im Rahmen des Stipendienprogramms "Zeitgenössische deutsche Fotografie" ein besonderes Vorhaben über einen längeren Zeitraum umzusetzen, wie das Folkwang-Museum in Essen mitteilte. Die Fotografische Sammlung des Museums betreut das Förderprogramm. Die Preisträger setzten sich mit einer virtuellen Raumrekonstruktion beziehungsweise einem Projekt zur Zivilgesellschaft im "Post-Faktischen"-Zeitalter gegen rund 160 Bewerber durch. Das seit 1982 existierende Stipendium gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für zeitgenössische Fotografie in Deutschland. Alle zwei Jahre werden jeweils zwei Stipendien ausgeschrieben.

Roger Waters kritisiert brasilianischen Kandidaten Bolsonaro

Jair Bolsonaro gewann die erste Runde der Präsidentschaftswahlen

Der Musiker Roger Waters hat den brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro als Neo-Faschisten bezeichnet und damit das Publikum eines Konzerts in São Paulo entzweit. Hinter der Bühne zeigte ein großer Bildschirm die Worte "widersteht Neo-Faschismus" und eine Reihe von Namen, darunter den Bolsonaros. Von den 40 000 Konzertbesuchern bejubelten manche das ehemalige Pink-Floyd-Mitglied, während andere Waters ausbuhten. Auf dem Bildschirm stand auch "er nicht", der Slogan einer Bewegung gegen den rechtsextremen Kandidaten. Bolsonaro gewann die erste Runde der Präsidentschaftswahlen mit 46 Prozent der Stimmen. Am 28. wird er in der Stichwahl gegen den Sozialdemokraten Fernando Haddas antreten. Waters tourt bis zum 30. Oktober durch Brasilien.

Reporter ohne Grenzen will Untersuchung im Fall Khashoggi

Regimekritischer Journalist wird seit über einer Woche vermisst

Nach dem Verschwinden des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat die Organisation Reporter ohne Grenzen eine unabhängige internationale Untersuchung gefordert. Die Organisation beklagte in einer Mitteilung zugleich, dass seit September vergangenen Jahres in Saudi-Arabien mehr als 15 Journalisten und Blogger unter ungeklärten Umständen festgenommen worden seien. Es sei unklar, wo die Betroffenen festgehalten würden und was ihnen vorgeworfen werde. Khashoggi hatte vor mehr als einer Woche das saudische Konsulat in Istanbul betreten und wird seitdem vermisst. Türkische Polizei- und Regierungskreise gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass er im Konsulat ermordet wurde. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück und versprach, den Fall aufzuklären.

Preis für jordanisches Journalistennetzwerk

Auszeichnung erinnert an inhaftierten saudischen Blogger Raif Badawi

Das jordanische Journalistennetzwerk "Arab Reporters for Investigative Journalism" ist auf der Frankfurter Buchmesse mit dem "Raif Badawi Award for courageous journalists" ausgezeichnet worden. Der Preis wird von der Friedrich-Naumann-Stiftung vergeben. Die Jury hatte die Organisation für ihren mutigen Einsatz für investigative Berichterstattung in einem immer schwieriger werdenden Umfeld und für die Unterstützung journalistischer Rechercheprojekte in mehr als 20 arabischen Ländern ausgewählt, wie die Stiftung mitteilte. Der undotierte Preis soll an den inhaftierten saudischen Blogger Raif Badawi erinnern, der wegen seiner islamkritischen Texte zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt wurde.

Neue Querelen um Gedenkstätte Hohenschönhausen

Drei Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats legen Amt nieder

Die Querelen um die Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen reißen nicht ab. Die turnusmäßige Sitzung des wissenschaftlichen Beirats wurde abgesagt. Drei Mitglieder des Gremiums legten nach eigenen Angaben "unter Protest" ihr Amt nieder. Es sind die früheren DDR-Bürgerrechtlerinnen Heidi Bohley, Freya Klier sowie Professorin Barbara Zehnpfennig. In einem Brief an den Stiftungsrat monieren sie, der Beiratsvorsitzende Dieter Dombrowski habe die Sitzung eigenmächtig abgesagt, nachdem sie eine Aussprache mit dem geschassten Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe gefordert hätten. Die Frauen schreiben, sie hätten das Vertrauen in Dombrowski verloren. Es sei unklar, wessen Interessen er vertrete. Dombrowski war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Medienberichte: Sicherheitslücke bei WhatsApp

Videokonferenz-Anruf ermöglicht Hackerangriff

Bei dem zum Facebook-Konzern gehörenden Messengerdienst WhatsApp hat es Medienberichten zufolge eine Sicherheitslücke gegeben. Die Technologie-Websites ZDnet und The Register berichteten von einem Fehler, der Ende August entdeckt und Anfang Oktober von Facebook behoben worden sei. Demnach konnten sich Smartphone-Nutzer Hackerangriffen ausliefern, wenn sie einen eingehenden Videokonferenz-Anruf annahmen. Es war zunächst unklar, ob es zu solchen Attacken tatsächlich gekommen ist. Facebook lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit mit einer Reihe von Sicherheitsproblemen zu kämpfen. Erst jüngst machte es einen Hackerangriff bekannt, von dem nach Angaben des Managements 50 Millionen Nutzer betroffen waren.

re:publica feiert Premiere in Afrika

Internetkonferenz findet im Dezember in Ghana statt

Unter dem Motto "Next Level" findet die erste Ausgabe der Internetkonferenz re:publica auf dem afrikanischen Kontinent statt. Mehr als 150 Speaker sollen am 14. und 15. Dezember in Ghanas Hauptstadt Accra auftreten. "Wir habe schon seit sechs, sieben Jahren ein großes afrikanisches Netzwerk auf der re:publica", sagte der Mitgründer der Internetkonferenz, Andreas Gebhard, in Berlin. Somit gebe es schon seit längerem einen regen Austausch. Für Accra spreche unter anderem die gute Tech-Szene. "Dort tut sich gerade richtig viel." Die Veranstaltung richte sich an die Leute vor Ort und im gesamten westafrikanischen Raum. Spekulationen über die Teilnehmerzahlen wollte Gebhard nicht abgeben. Ziel sei aber, regelmäßig eine re:publica in Afrika zu veranstalten.

Steinmeier spricht auf Frankfurter Buchmesse

Bundespräsident sieht Gefahr für Demokratie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht eine Gefahr für die Demokratie in Europa. "Da weht eine neue Faszination des Autoritären durch größere Teile Europas", sagte Steinmeier bei der Buchmesse in Frankfurt. Dieses Phänomen gehe über bloßen Populismus hinaus. Die Faszination für autoritäre Politik habe zwar "nicht so weit Platz gegriffen, dass Demokraten deshalb wehrlos wären". Man müsse sich aber stärker "bewusst werden über die Realität in diesem Europa", forderte Steinmeier. Zugleich kritisierte der Bundespräsident die gegenwärtige Medienberichterstattung über die politische Lage in Deutschland. Es gebe eine "mediale Darstellung, die im Augenblick den Eindruck erweckt: das Land ist schon nahezu beherrscht von denjenigen, die diese Demokratie zu Fall bringen wollen". Steinmeier äußerte sich bei einer Podiumsdiskussion mit der kroatischen Schriftstellerin Ivana Sajko und dem belgischen Autor Stefan Hertmans.

Naidoo in Jury von "Deutschland sucht den Superstar"

Er freue sich besonders auf die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen

Überraschung bei der Jury von „Deutschland sucht den Superstar": Neben Dieter Bohlen und Pietro Lombardi wird Xavier Naidoo bei der 16. Staffel der Show über die Gesangstalente der Bewerber urteilen. Nach einer kleinen familiären Auszeit sei er gestärkt für neue musikalische Herausforderungen, sagte Naidoo laut RTL-Mitteilung. Er freue sich besonders auch auf die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen. Xavier Naidoo ist in der Öffentlichkeit umstritten, unter anderem wegen Liedzeilen, die als judenfeindlich verstanden werden können.

Grütters will "Deutschen Verlagspreis" einführen

Als "Zeichen für literarische Vielfalt"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will einen "Deutschen Verlagspreis" einführen. "Angesichts der angespannten Situation gerade kleinerer und anspruchsvoller Verlage wollen wir ein Zeichen für literarische Vielfalt setzen", erklärte die CDU-Politikerin anlässlich der Frankfurter Buchmesse in Berlin. Die Auszeichnung solle "die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der unabhängigen Verlage überall in Deutschland stärken und sichtbarer machen". Damit solle ein Beitrag zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur in ganz Deutschland geleistet werden, erklärte Grütters. Geplant ist die Vergabe eines Spitzenpreise sowie einer mittleren zweistelligen Zahl von Förderpreisen, hieß es in einer Mitteilung. Das Gesamtbudget solle mindestens so hoch liegen wie beim Deutschen Buchhandlungspreis. Dieser wird den Angaben zufolge mit einer Million Euro pro Jahr gefördert.

Taylor Swift bei American Music Awards gefeiert

Preise auch für Camila Cabello, Rihanna, Khalid und Post Malone

Die US-Sängerin Taylor Swift ist bei den American Music Awards als "Artist of the year" ausgezeichnet worden. In der wichtigsten Kategorie setzte sie sich am Abend in Los Angeles unter anderem gegen Drake und Ed Sheeran durch. Weitere Preise erhielt Swift für die Tournee des Jahres, für ihr Album "Reputation" und als beste Pop-/Rock-Sängerin. In einer kurzen Ansprache wies die 28-Jährige auch auf die Bedeutung der Kongresswahlen am 6. November hin. Erst kürzlich hatte sich Swift zum ersten Mal politisch geäußert und erklärt, sie werde für die Demokraten stimmen. In der Kategorie Soul und Rhythm & Blues wurden Rihanna und ihr Kollege Khalid ausgezeichnet. Die US-Kubanerin Camila Cabello gewann mit "Havana" den Preis für den besten Pop-/Rock-Song, zudem wurde die 21-Jährige zur besten Nachwuchskünstlerin gekürt. Der Award für das beste Hip-Hop-Album ging an "Beerbongs & Bentleys" von Post Malone, der auch als bester männlicher Pop-/Rock-Künstler geehrt wurde. In den Country-Sparten gewannen Carrie Underwood und Kane Brown. Die American Music Awards gelten als einer der bedeutendsten Musikpreise in den USA und werden seit 1973 verliehen. Die Nominierungen basieren auf Verkaufszahlen, über die Gewinner stimmen die Fans im Internet ab.

Studie: Fast jeder zweite Autor hat Angriffe erlebt

Vorfälle haben auch Folgen für das literarische Schaffen

Deutschlands Schriftsteller machen sich große Sorgen über die Meinungsfreiheit im Land. Drei Viertel beklagen einer Befragung zufolge die allgemeine Zunahme von Bedrohungen, Einschüchterungsversuchen und hasserfüllten Reaktionen. Gut jeder Zweite hat danach auch Angriffe auf seine eigene Person erlebt - vor allem im Internet. Dies geht aus einer zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse vorlegten Befragung unter 526 Schriftstellern hervor. Die Online-Erhebung wurde im Sommer gemeinsam vom PEN Deutschland und der Universität Rostock initiiert. Von den Angriffen, die 52 Prozent der Befragten auf die eigene Person erlebten, fanden die meisten (37 Prozent) im Cyberspace statt. In 31 Prozent der Fälle wurden außerdem verbale Angriffe im persönlichen Umgang etwa bei Veranstaltungen genannt, in zwei Prozent waren sie körperlicher Art. Die Vorfälle haben der Studie zufolge auch Folgen für das literarische Schaffen. Fast jeder Vierte (23 Prozent), der Angriffe erlebt hat, sei in der Beurteilung von Geschehnissen vorsichtiger geworden. Jeder Fünfte (21 Prozent) schreibe weniger über kritische Themen. Die Zahl derer, die ein Thema aus Sorge vor Übergriffen aufgegeben oder abgegeben haben, ist mit fünf Prozent allerdings gering.

AfD lädt Chefredakteure nach Sachsen ein

Kai Gniffke und Peter Frey diskutieren mit AfD über "Medien und Meinung"

Der Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, und ZDF-Chefredakteur Peter Frey werden mit AfD-Vertretern über das Thema "Medien und Meinung" diskutieren. Wie der Kreisverband der AfD Dresden mitteilte, soll am 25. Oktober eine Podiumsdiskussion mit den beiden Vertretern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stattfinden. Sie solle dem "gegenseitigen Erkenntnisgewinn" dienen. Als weiterer Diskutant wird laut Kreisverband der frühere stellvertretende Chefredakteur der "Bild am Sonntag" und jetzige Berliner AfD-Funktionär, Nicolaus Fest, erwartet. Komplettieren wird das Podium der persönliche Referent von AfD-Chef Alexander Gauland und ehemalige Chef vom Dienst des Nachrichtenmagazins "Focus", Michael Klonovsky. Moderatoren sind der Publizist und Medienunternehmer Klaus Kelle und der Chefredakteur des rechtskonservativen Magazins "Cato", Andreas Lombard.

Madaba soll neues Archäologiemuseum erhalten

In italienisch-amerikanisch-jordanischer Zusammenarbeit

Die für ihre Mosaike bekannte jordanische Stadt Madaba südwestlich von Amman soll ein neues archäologisches Museum erhalten. Der Standort entsteht in italienisch-amerikanisch-jordanischer Zusammenarbeit, wie das christliche Nachrichtenportal "Abouna" berichtete. Seinen Standort soll das Museum im archäologischen Park in Madaba West erhalten. Nach Museumsangaben wurden in dem Gebiet bei verschiedenen Grabungen über mehrere Jahrzehnte Gebäude aus verschiedenen Epochen freigelegt, darunter der römische Cardo, eine den Märtyrern geweihte Kirche aus byzantinischer Zeit sowie Überreste mehrerer Gebäude aus islamischer Zeit. Teil des Projekts sind demnach die Restaurierung bestehender Gebäude in dem Gebiet sowie der Bau eines neuen Ausstellungsgebäudes. Das von römischen Architekten des Studio Strati entworfene Museum soll eine Sammlung von Artefakten von allen archäologischen Stätten der Region erhalten.

Mordfall Marinowa: Verdächtiger in Deutschland gefasst

Auslieferung werde angestrebt

Im Fall der getöteten TV-Moderatorin Wiktorija Marinowa ist nach Angaben der bulgarischen Regierung ein Tatverdächtiger in Deutschland gefasst worden. Es handele sich um einen 21-jährigen Mann aus der Stadt Russe, der polizeibekannt sei, sagte der bulgarische Innenminister Mladen Marinow in Sofia. Ihm würden Vergewaltigung und vorsätzlicher Mord vorgeworfen. Man strebe die Auslieferung des Verdächtigen aus Deutschland an, sagte Regierungschef Boiko Borissow. Marinowa hatte in der letzten Ausgabe ihrer neuen Sendung "Detektor einen Investigativjournalisten aus Rumänien und einen aus Bulgarien zu Gast. Die beiden recherchieren über einen angeblichen Betrug mit EU-Fördergeldern in Bulgarien. Das EU-Betrugsbekämpfungsamt Olaf wertet derzeit die Informationen aus Bulgarien aus.

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