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Studio 9 | Beitrag vom 15.11.2019

Kritik von KirchenWeihnachtsmärkte im November – na und?

Von Christopher Ricke

Besucher auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Duisburg bei herbstlichem Wetter.  (imago images / Reichwein)
Alle Jahre wieder eröffnet der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Duisburg im November. (imago images / Reichwein)

Die ersten Weihnachtsmärkte haben bereits geöffnet, weit vor dem ersten Schnee, geschweige denn der Adventszeit. Und das ist auch gut so, findet Christopher Ricke.

Jetzt seid doch bitte mal entspannt! Weihnachtsmärkte im November – na und? Wann fängt das Oktoberfest an? Natürlich im September! Manche sind der Zeit einfach voraus.

Gut zwei Wochen vor dem ersten Advent schon Weihnachtsmärkte in Duisburg, Essen oder Oberhausen? Super! Geld ausgeben! Glöckchengebimmel! Helene-Fischer-Gedudel! Zuckerwatte! Was will man mehr? Sechs Wochen lang! Na und?

Der erste Stollen ist längst im Magen

Ich habe mir doch auch schon das erste Kilo Christstollen auf den Ranzen gespannt. Und wenn's draußen kalt und dunkel ist, ist Glühweinsaison! Und was ist Mitte November draußen? Kalt und dunkel, eben. Und wer beschwert sich jetzt? Die Kirchen? Weihnachtsmärkte vor dem Totensonntag seien unpassend, wird gemurrt?

Als ob Weihnachtsmärkte irgendetwas mit Kirche zu tun hätten. Da geht's um Geld ausgeben und dann geht's noch um Geld verdienen. Das hat doch mit der Weihnachtsgeschichte nichts zu tun! Das hat doch Weihnachten längst verdrängt so wie Halloween den Reformationstag.

Stellt die Fußgängerzone mit Buden voll!

Also: Stellt die Fußgängerzone voll mit Holzhütten für Wurst und Glühwein und noch ein paar Plastikengel aus China dazu, warme Strümpfe dazu und ordentlich Sprühschnee aus der Dose drüber. Echten Schnee gibt's ja eh keinen mehr. Mit dem christlichen Weihnachten hat das nichts zu tun.

Weiß ja auch keiner mehr, worum es da eigentlich geht oder worum es an Ostern geht oder an Pfingsten – oder machen wir's ganz schwierig: an Fronleichnam. Worum es an Weihnachten geht, kann man bei Lukas nachlesen.

Wer ist denn das schon wieder? Nein, nicht Podolski, auch nicht Hau-den-Lukas, sondern ganz ein anderer. Andererseits, wer nicht weiß, wer dieser Lukas war und was der mal aufgeschrieben hat, der kann schon mal loslaufen. Auf geht's zum Weihnachtsmarkt!

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