Seit 13:05 Uhr Sein und Streit
Sonntag, 19.09.2021
 
Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Kulturnachrichten

Dienstag, 19. Januar 2021

Kritik an Nachrufen auf Phil Spector

Die Schriftstellerin Berit Glanz hat die Berichterstattung über den Tod des Musik-Produzenten Phil Spector kritisiert. Im Deutschlandfunk Kultur prangerte sie an, dass die Tatsache, dass Spector ein verurteilter Mörder einer Frau war, in den Nachrufen nur in Nebensätzen auftauche. Femizid sei ein strukturelles gesellschaftliches Problem, das auf diese Weise verharmlost werde. Oft würden die Taten entschuldigt mit dem "kreativen Genie" oder als "Ausnahmetat", so Glanz. "All diese Ausnahmen, die, wenn man man sie zusammensieht, sieht, dass es ein Sytem ist, die verstellen den Blick darauf, was Misogynie oder Frauenhass bedeutet. Dass nämlich permanent Frauen sterben durch die Hand ihrer Männer." Der Musikproduzent war 2009 wegen Totschlags zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte sechs Jahre zuvor die Schauspielerin Lana Clarkson erschossen, nachdem sie ihn abgewiesen hatte.

Barbara Sukowa gewinnt französischen Filmpreis

Die deutsche Schauspielerin Barbara Sukowa hat den Prix Lumière als beste Darstellerin gewonnen. Die 70-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle in "Deux" ("Wir beide") und teilt sie sich mit der französischen Filmpartnerin Martine Chevallier. Die Prix Lumières werden seit 1995 von der Auslandspresse vergeben und entsprechen den amerikanischen Golden Globes. Die Preisvergabe fand wegen der Corona-Krise nicht live statt, sondern wurde zuvor aufgenommen und vom französischen Fernsehsender Canal+ ausgestrahlt. Sukowa zählt zu den bekanntesten Charakterdarstellerinnen des deutschen Kinos. Sie wurde mit Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" (1980) und "Lola" (1981) berühmt. "Wir beide" geht für Frankreich ins Rennen um die Nominierung als Ausland-Oscar.

Georg Baselitz spendet Bild für Obdachlosenhilfe

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz spendet ein Bild für Obdachlose. Der 82-Jährige schenke eine signierte Bleistiftzeichnung, die versteigert werden solle. Das teilte der Verein "Kunst hilft geben" in Köln mit. Künstler seien den Bedürftigen immer näher als den Regierenden, wurde Baselitz zitiert. Er hoffe, dass die Versteigerung auf die Not der Menschen aufmerksam mache. Das Werk "Selbstportraits ZERO" soll bei einer Online-Benefiz-Auktion des Kölner Auktionshauses Lempertz vom 21. bis zum 31. Januar unter den Hammer kommen.

Neuer Asterix-Band erscheint im Herbst

Im Herbst erscheint ein neues Comic-Abenteuer von Asterix. Es ist der erste Band nach dem Tod von Albert Uderzo, dem Mit-Erfinder der Comicfigur. Der Zeichner war im vergangenen März im Alter von 92 Jahren gestorben. Der 39. Band soll mit einer Auflage von rund fünf Millionen Exemplaren weltweit am 21. Oktober in den Handel kommen - rund zwei Millionen sind für den französischen Markt bestimmt.

Künstler fordern von Biden Einsatz gegen Rassismus

Afroamerikanische Künstlerinnnen und Künstler haben den designierten US-Präsidenten Joe Biden aufgefordert, sich schnell gegen Rassismus einzusetzen. In den ersten einhundert Tagen seiner Amtszeit solle er eine Kommission zur Beseitigung von strukturellem Rassismus einrichten, fordern unter anderen Alicia Keys und Mary J. Blige in einem Video, in dem sie auch an schwarze Opfer von Polizeigewalt und Rassismus erinnern.

Börsenverein sucht Kandidaten für Friedenspreis

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sucht Kandidatinnen und Kandidaten für seinen Friedenspreis 2021. Ausgezeichnet werden solle eine Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen habe, heißt es. Alle Bürgerinnen und Bürger können nach Angaben des Börsenvereins bis zum 1. März Kandidaten mit schriftlicher Begründung vorschlagen. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird am 24. Oktober in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

Theologinnen in Wissenschaft und Medien benachteiligt

Katholische Theologinnen sind nach einer in Graz herausgegebenen Studie sowohl wissenschaftlich als auch in Medien benachteiligt. Der Anteil der Autorinnen in Fachpublikationen liegt danach bei 18 Prozent. Bei akademischen Veranstaltungen beträgt das Verhältnis der Referenten 21 zu 79 Prozent zuungunsten der Frauen. Untersucht wurden theologische Zeitungen zwischen 2010 und 2019. Darin publizierten 6.104 Männer und 1.330 Frauen. Bei Konferenzen und Jahrestreffen der theologischen Arbeitsgemeinschaften referierten 416 Männer und 112 Frauen. Für die statistische Untersuchung verantwortlich ist der Vorstand von Agenda, ein wissenschaftlicher Zusammenschluss von rund 350 Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Türkische Regierung will Twitter & Co einschränken

Die Türkei hat den sozialen Netzwerken Twitter, Periscope und Pinterest ein Werbeverbot erteilt. Die Firmen verstoßen nach Angaben der Regierung gegen türkisches Recht, da sie keinen lokalen Ansprechpartner nennen können. Der stellvertretende Infrastrukturminister Sayan kündigte an, die Bandbreite von Twitter und Pinterest werde im April um 50 Prozent gekappt und ab Mai um 90 Prozent. In der Türkei war im vergangenen Jahr das neue Social-Media-Gesetz in Kraft getreten, das Kritikern zufolge einer Zensur gleichkommt.

Kubanischer Filmregisseur Tabío gestorben

Der kubanische Filmregisseur Juan Carlos Tabío ist tot. Das nationale Filminstitut ICAIC und die kommunistische Parteizeitung "Granma" teilten mit, er sei am Montag gestorben. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Über Tabíos Alter ist nur bekannt, dass er 1943 geboren wurde. International verbindet sich sein Name vor allem mit dem Film "Erdbeer und Schokolade", bei dem er zusammen mit Tomás Gutiérrez Alea Regie geführt hatte. Der Film, der das Thema Homosexualität behandelte, wurde bei der Berlinale 1994 mit dem Silbernen Bär ausgezeichnet. 2014 bekam Tabío den Nationalen Filmpreis Kubas.

Londoner Museum erwirbt Trump-Protestballon

Der riesige Luftballon in der Gestalt Donald Trumps kommt ins Museum. Das Museum of London erklärte, es habe das meterhohe Ungetüm, das den US-Präsidenten als schreiendes Baby mit Windeln und Handy zeigt, für seine Sammlung erworben. Es war bei Protesten gegen Trumps London-Besuch im Juli 2018 vor dem Parlament gezeigt worden. Später gab es weltweit Kopien des Londoner Originals. Der originale Trump-Ballon soll zusammen mit Fundstücken anderer Demonstrationsbewegungen gezeigt werden. "Durch die Übernahme des Baby-Luftschiffs können wir die Gefühlswelle zeigen, die damals die Stadt überschwemmte und einen besonderen Augenblick des Widerstands festhalten", sagte Direktorin Sharon Ament, deren Museum die Geschichte der britischen Hauptstadt dokumentiert. Entworfen hatten den Ballon mehrere Freunde, als sie im Pub beratschlagten, wie man gegen die Politik des US-Präsidenten protestieren könnte.

Gestohlenes Gemälde in Neapel wieder aufgetaucht

Das in Neapel gestohlene Gemälde eines "Salvator Mundi" aus der Schule Leonardo da Vincis ist wieder aufgetaucht. Wie die Zeitung "Il Mattino" berichtet, fanden Beamte einer Spezialeinheit das Bild bereits am vergangenen Samstag in der Abstellkammer einer Wohnung in Neapel. Der Besitzer der Wohnung, ein 36-jähriger Neapolitaner, wurde unweit des Hauses aufgespürt und wegen Hehlerei festgenommen. Das Bild ist Teil einer Sammlung, die im Museum DOMA in der Basilika San Domenico Maggiore in Neapel aufbewahrt wird, aus der es vor einiger Zeit gestohlen wurde. Das Motiv des Bildes ähnelt stark jenem Gemälde eines "Salvator Mundi", der 2017 für 450 Millionen Euro bei Christie's in London versteigert worden war. Von diesem Gemälde, bei dem nicht ganz sicher ist, ob es tatsächlich von Leonardo stammt, existieren ungefähr 20 Kopien von Schülern und Anhängern des Meisters. Eine davon ist die jetzt in Neapel wieder aufgetauchte.

Zuckmayer-Medaille für Lyrikerin Nora Gomringer

Die Dichterin Nora Gomringer ist mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz geehrt worden. Die Auszeichnung würdigt ihre Verdienste um die deutsche Sprache. Ministerpräsidentin Dreyer verlieh die Medaille in einer online übertragenen Feierstunde im Staatstheater Mainz. Lyrik sei das Florettfechten der Sprachkunst, und Gomringer beherrsche das Florett meisterlich, sagte Dreyer in ihrer Rede. Die im Saarland geborene Gomringer leitet das Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg und arbeitet in unterschiedlichen literarischen Gattungen. Neben dem Schreiben von Büchern engagiert sie sich in der Poetry-Slam-Szene und in Aufführungen mit einer engen Verbindung von Text und Musik.

Der französische Schauspieler Jean-Pierre Bacri ist tot

Der französische Schauspieler und Drehbuchautor Jean-Pierre Bacri ist tot. Er starb im Alter von 69 Jahren an einer Krebserkrankung, wie seine Agentin mitteilte. Bacri zählte zu den bekanntesten Komödianten Frankreichs. Bekannt wurde er vor allem in der Rolle des nörgelnden, aber zutiefst menschlichen Antihelden. In einer seiner letzten Filmkomödien "Das Leben ist ein Fest" von 2017 spielte er einen überforderten Hochzeitsplaner auf einem französischen Schloss. Mehrfach wurde Bacri für seine Arbeit mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet.

Restaurant "AM" bekommt dritten Michelin-Stern

Der Gastronomieführer Guide Michelin hat mitten in der Corona-Krise ein neues Spitzenrestaurant im Stammland Frankreich mit einem dritten Stern ausgezeichnet. "AM" von Alexandre Mazzia bekam die Bestnote der Feinschmeckerbibel, wie deren Chef Gwendal Poullennec in Paris mitteilte. Die Vorstellung der Ausgabe für 2021 fand wegen der Corona-Beschränkungen ohne Publikum auf dem Pariser Eiffelturm statt und wurde über soziale Netzwerke übertragen. Die Zahl der Edellokale mit drei Sternen in Frankreich und Monaco erhöht sich auf nunmehr 30. Herabstufungen blieben in der gastronomischen Topliga aus.

Louvre verliert 90 Millionen Euro

Der Pariser Louvre verzeichnet für das Jahr 2020 einen Besucherrückgang von 72 Prozent. Das französische Museum musste coronabedingt sechs Monate lang schließen. Dabei fiel die Zahl der Besucherinnen und Besucher von 9,6 Millionen im Jahr 2019 auf 2,7 Millionen. Grund dafür sind vor allem die Reisebeschränkungen - 75 Prozent der Besucher kommen für gewöhnlich aus dem Ausland, vor allem den USA und China. Den dadurch verursachten Verlust beziffert das Museum auf 90 Millionen Euro.

Insel Procida wird Italiens Kulturhauptstadt 2022

Italiens Kulturhauptstadt für 2022 ist die Insel Procida im Golf von Neapel. Das teilte das Kultur- und Tourismusministerium in Rom mit. Anders als Capri und Ischia hat Tourismus für Procida keine größere Bedeutung. Bekannt ist aber die Karfreitagsprozession auf der Insel, die nur vier Quadratkilometer groß ist. Die Hauptstadt mit dem gleichen Namen wie die Insel hat 10.400 Einwohner. Mit dem Titel "Italiens Kulturhauptstadt" verbunden sind eine Million Euro Staatszuschüsse für Strukturmaßnahmen.

Kulturnachrichten hören

Februar 2021
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur