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Lesart | Beitrag vom 23.04.2021

Kritik an Leipziger Buchpreis-ShortlistAnstoß einer notwendigen Debatte

Stephanie von Oppen im Gespräch mit Joachim Scholl

Fünfzehn verschiedene Cover sind auf einem hellorange farbenem Hintergrund aufgereiht (Verlag Walther König, Literaturverlag Droschl, Suhrkamp Verlag, Die Andere Bibliothek, Guggolz Verlag, dtv, Secession-Verlag, Rowohlt Verlag, Kiepenheuer & Witsch, S. Fischer Verlag, Deutsche Verlags-Anstalt, Matthes & Seitz Berlin, Verlag Antje Kunstmann)
Ein offener Brief kritisiert die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse: Es fehlten Schwarze Schriftstellerinnen und Autoren of Color. (Verlag Walther König, Literaturverlag Droschl, Suhrkamp Verlag, Die Andere Bibliothek, Guggolz Verlag, dtv, Secession-Verlag, Rowohlt Verlag, Kiepenheuer & Witsch, S. Fischer Verlag, Deutsche Verlags-Anstalt, Matthes & Seitz Berlin, Verlag Antje Kunstmann)

Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse sorgen für Diskussionen. Kritik wird nun in einem offenen Brief geübt. Dabei geht es auch um die Frage, wie divers der deutsche Literaturbetrieb zusammengesetzt ist.

So viel internationales Interesse hatte die Shortlist des Leipziger Buchpreises vielleicht noch nie. Gestern erschien ein offener Brief, der die mangelnde Diversität auf der Liste kritisierte.

Es fehlten Schwarze Schriftstellerinnen und Autoren of Color wird moniert. Neben zahlreichen Unterzeichnenden aus Deutschland fällt die große Zahl britischer und US-amerikanischer Intellektueller auf, die den Brief unterzeichneten.

Eine andere Vielfalt der Liste

Tatsächlich habe es in diesem Frühjahr sehr beachtenswerte Titel gegeben, von denen es keiner in die engere Auswahl geschafft habe, sagt Literaturredakteurin Stephanie von Oppen. Sie nennt als Beispiele Sharon Dodua Otoo, Mitu Sanyal sowie Shida Bazyar.

Aus der Jury habe sie gehört, dass Titel wie diese zumindest intensiv diskutiert wurden, sich aber nicht durchgesetzt haben.

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Die Liste sei auch durchaus von Vielfalt geprägt. So sind ältere Schriftstellerinnen darunter und auch kleinere Verlage wurden bedacht. Und es werde sicher niemand daran interessiert sein, dass Bücher aufgrund von Herkunft und Hautfarbe der Verfasserinnen und Verfasser Preise bekommen. Am wenigsten die Betreffenden selbst, die selbstverständlich Teil der deutschsprachigen Literaturszene sind.

Literaturbetrieb als weiße Blase?

Dennoch sei es nicht von der Hand zu weisen, dass sich der deutsche Literaturbetrieb noch immer sehr stark innerhalb einer weißen Blase bewege, gibt Stephanie von Oppen zu bedenken.

Diese Debatte sei zwar wahrlich nicht neu, habe aber besonders in den letzten Monaten an Fahrt aufgenommen. Der offene Brief sei also ein sinnvoller Beitrag, die Diskussion voranzutreiben.

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