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Dienstag, 19.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. September 2019

Kritik an fehlender kulturpolitischer Position der EU-Kommission

Der Titel "EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport" soll unter Präsidentin Ursula von der Leyen im Namen "Innovation und Jugend" verschwinden. Das kritisieren der Deutsche Kulturrat und Europapolitiker der Grünen und Linkspartei. Die "zentralen Säulen von Kreativität, Geschichtsverständnis und Fortschritt fliegen aus der Namensgebung raus" bemängelt die Linke Martina Michels. Für den Grünen Niklas Nienaß lässt das befürchten, "dass Kulturpolitik in Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen soll." Der Deutsche Kulturrat beklagt, damit würde die "negative Entwicklung" der letzten Jahre fortgeführt. Dies sei ein großer Fehler, so Geschäftsführer Olaf Zimmermann, weil das vereinigte Europa auch ein gemeinsames Kulturprojekt darstelle.

Deezer will neues Vergütungsmodell testen

Eine gerechtere Bezahlung von Musikern und Rechteinhabern: Das will der Musikstreaming-Dienst Deezer in einem Pilotprojekt ab kommendem Jahr prüfen. Nicht mehr die Zahl der einzelnen Streams solle ausschlaggebend sein, sondern die Zahl der Hörerinnen und Hörer, teilte das französische Unternehmen mit. Auf diese Weise könnten unter anderem Manipulationen durch betrügerische Bot-Accounts unterbunden werden. Dem zunächst auf Frankreich beschränkten Testmodell müssen laut Deezer aber noch die Rechteinhaber zustimmen - dazu zählen unter anderem die großen Musik-Labels. Laut Bundesverband Musikindustrie erwirtschaftet die Musikbranche mittlerweile mehr als die Hälfte ihres Umsatzes über das Audio-Streaming.

Hoher Bildungsabschluss in Deutschland immer wichtiger

Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die in Deutschland einen hohen Bildungsabschluss erwerben wollen, um 17 Prozent erhöht. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. 2017 haben demnach 60 Prozent eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium oder eine Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung aufgenommen. 2006 lag die Quote noch bei 43 Prozent. Trotzdem liegt Deutschland mit dem neuen Wert noch unter dem Durchschnitt von 65 Prozent, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für ihre 36 Mitgliedsländer errechnet hat.

Kabelka hat Böhmermann verlassen

Das Zweite Deutsche Fernsehen hat es nun bestätigt: Ralf Kabelka arbeitet nicht mehr für das "Neo Magazin Royale". Der 54-Jährige sei nicht mehr Teil des Teams, weder vor noch hinter der Kamera, heißt es. Wie das Medienmagazin "DWDL" ergänzend berichtet, verlasse Kabelka die Show von Jan Böhmermann auf eigenen Wunsch. Er wolle sich künftig wieder ganz der "heute-show" von Oliver Welke widmen. Bei Harald Schmidts "Late Night Show" hatt Kabelka als Redaktionsleiter das Sagen. Bei Böhmermann wurde die Verantwortlichkeit umgedreht. Kabelka war zudem immer seltener als Sidekick des Satirikers zu sehen.

Türkischer Freispruch für Max Zirngast

Der vor genau einem Jahr in der Türkei verhaftete österreichische Journalist Max Zirngast ist in Ankara vom Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung freigesprochen worden. Das teilte sein Anwalt Murat Yilmaz mit. Der Freispruch für den 30-Jährigen sei auf Antrag des Staatsanwalts aus Mangel an Beweisen erfolgt. Ohne internationalen Druck auf das türkische Regime, so der Präsident des Österreichischen Journalisten-Clubs, Fred Turnheim, wäre dieser Freispruch nicht möglich gewesen. Zirngast, der für linke Magazine schreibt und sich auch an Demonstrationen der prokurdischen Oppositionspartei HDP beteiligt hatte, kann die Türkei erst in einer Woche verlassen, wenn gegen das Urteil kein Widerspruch eingelegt wird.

Millie Bobby Brown mit 15 Jahren Filmproduzentin

Netflix hat sie zum telepathischen Serienstar aufgebaut, nun darf sich Millie Bobby Brown aus "Stranger Things" als Drehbuchautorin und Produzentin versuchen. Das teilte der Streamingdienst über das in Planung befindliche Filmprojekt "A Time Lost" mit. Die erst 15-Jährige probiert sich zusammen mit ihrer Schwester Paige Brown aus. Die Geschwister haben sich eine Geschichte über zwei zerstrittene Familien ausgedacht, deren Probleme sich zuspitzen, als eine ihrer Teenagertöchter an Krebs erkrankt. Über die Rollenbesetzung wurde noch nichts mitgeteilt.

Kompromissvorschlag zu Potsdamer Garnisonkirche

Im Streit um den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam hat Oberbürgermeister Schubert einen Kompromiss vorgeschlagen. Auf dem Grundstück solle auch eine internationale Jugendbegegnungsstätte für Bildung und Demokratie errichtet werden, sagte der SPD-Politiker den Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament. Schubert begründete seinen Vorschlag mit dem Vorbild anderer Städte, in denen bestimmte Bauten starke Bezüge zum nationalsozialistischen Regime hätten – etwa in Nürnberg, München, Köln oder Berchtesgaden. Dort werde eine aktive Auseinandersetzung in Mitverantwortung der Stadt geführt. Über seine Beschlussvorlage sollen die Stadtverordneten bis zum 4. November beraten. Seit Jahren wird über den Bau gestritten: Kritiker argumentieren vor allem mit der Militärgeschichte und der Nutzung der Kirche für NS-Propaganda. Befürworter verweisen etwa auf die Bedeutung für das Stadtbild.

Thomanerchor lädt erstes Mädchen zum Vorsingen ein

Der Leipziger Thomanerchor hat zum ersten Mal ein Mädchen zum Vorsingen eingeladen. Die Stadt Leipzig betonte allerdings, damit sei keine grundsätzliche Entscheidung getroffen. Es sei die künstlerische Entscheidung des Kantors, ob das Mädchen mitsingen dürfe. Im August war seine Ablehnung beim Staats- und Domchor in Berlin gerichtlich bestätigt worden, weil das Recht auf Kunstfreiheit stärker sei als das Diskriminierungsverbot, wie es zur Begründung hieß.

Fotograf Robert Frank gestorben

Der Fotograf Robert Frank ist tot. Er sei im Alter von 94 Jahren in der kanadischen Stadt Inverness gestorben. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf seine Galerie in New York. Der 1924 in Zürich geborene Frank galt als einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Als junger Mann kam er aus der Schweiz in die USA und fotografierte bei seinen Reisen durch das Land die Menschen auf völlig neue Art und Weise: spontan, unverstellt, schwarz-weiß, dokumentarisch. Sein daraus entstandenes Fotobuch "The Americans" wurde zum Klassiker.

Europäische Filmakademie ehrt "Babylon Berlin"

Die Europäische Filmakademie zeichnet die Macher der Fernsehserie "Babylon Berlin" aus. Die Regisseure Tom Tykwer, Hendrik Handloegten und Achim von Borries sollen am 7. Dezember in Berlin einen Europäischen Filmpreis bekommen. Ausgezeichnet werden sie in einer neuen Preiskategorie für erfolgreiche Serien, wie die Akademie ankündigte. In ihrer Begründung heißt es, man wollte mit dem Preis für "Babylon Berlin" "einer wegweisenden Serie Tribut zollen, die gleichzeitig ein leidenschaftliches filmisches Spektakel und eine präzise Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Realitäten im Berlin der 1920er Jahre sei.

Zelensky bleibt Direktor des Staatsballetts

Igor Zelensky, seit 2016 Direktor des Bayerischen Staatsballetts in München, bleibt diesem bis 2026 erhalten. Er unterzeichnete eine Vertragsverlängerung um weitere fünf Jahre, wie das Kunstministerium mitteilte. Kunstminister Bernd Sibler sagte, er freue sich sehr, Zelensky an der Spitze des Staatsballetts halten zu können. Die Compagnie habe sich seit dessen Amtsübernahme ausgesprochen positiv entwickelt. Nach den Worten von Sibler gelang es durch das internationale Standing von Zelensky, dass inzwischen regelmäßig Weltstars der Ballettszene in München zu erleben sind. Die jährliche Auslastung liege seit Zelenskys Amtsantritt bei konstant über 95 Prozent und sei damit die höchste seit Bestehen des Bayerischen Staatsballetts.

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