Seit 05:05 Uhr Studio 9

Freitag, 14.12.2018
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Montag, 26. Februar 2018

Kritik an Andreas Gabalier von der Meinungsfreiheit gedeckt

Das entschied der Oberste Gerichtshof in Österreich

Den Streit mit dem Chef des Wiener Konzerthauses hat der österreichische Schlagersänger nun in letzter Instanz verloren. Andreas Gabalier hatte unter anderem geklagt, weil er sich von Matthias Naske beleidigt fühlte. Dieser hatte gesagt, Gabalier nicht in seinem Haus auftreten zu lassen, "denn man müsse wissen, wer Gabalier sei und wofür er stehe". Das Wiener Konzerthaus diene "keiner Ideologie" und treffe auch "gesellschafts- und kulturpolitische Aussagen". Unter Berücksichtigung von Aussagen Gabaliers, der unter anderem von "Gender-Wahnsinn" gesprochen hatte, urteilte das Oberste Gericht Österreichs nun, die Aussage des Konzerthaus-Chefs sei durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Gabalier hatte argumentiert, Naske habe unwahre, unrichtige, herabwürdigende Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Dies hätte auch seiner Kreditwürdigkeit geschadet.

Mehr Frauen bei internationalen Musikfestivals

Ab 2022 soll die Hälfte der Künstler Frauen sein, erklären Veranstalter

Vor dem Hintergrund der andauernden Sexismus-Debatte in der Kulturbranche wollen 45 Festivals in Europa und Nordamerika bis zum Jahr 2022 mindestens 50 Prozent Frauen auftreten lassen, erklärten Festivalveranstalter. Große Festivals schlossen sich der Initiative allerdings bislang nicht an. "Ich hoffe, dass dies der Anfang für eine ausgewogenere Industrie ist, die Vorteile für alle bringt", sagte Vanessa Reed, Vorsitzende des britischen Musikfonds PRS Foundation. Die Organisation führt die "Keychange" genannte Frauen-Initiative an. 38 Festivals schlossen sich der Initiative kürzlich an. Darunter ist die Musikmesse Midem in Südfrankreich, die BBC Proms mit klassischer Musik und das unabhängige New Yorker Festival A2IM. Bei den großen Festivals sind Frauen auf der Bühne bislang eher selten zu sehen. Auf dem bekanntesten US-Festival Coachella im April beispielsweise ist mit der Sängerin Beyoncé nur eine Frau unter den drei Haupt-Acts.

Ed Sheeran derzeit weltweit erfolgreichster Künstler

Sheeran löst damit den kanadischen Rapper Drake ab

Der britische Popmusiker Ed Sheeran hat mit seinem Album "Divide" im vergangenen Jahr den kanadischen Rapper Drake als kommerziell erfolgreichsten Künstler der Welt abgelöst. Das Album sei zusammen mit vier Single-Auskopplungen ein "Rekorderfolg" gewesen, teilte der Internationale Verband der Phonoindustrie (IFPI) in London mit. Auf Platz zwei der Liste landete Drake, Platz drei der Liste der erfolgreichsten Musiker eroberte die US-Sängerin Taylor Swift. Sheerans habe sich eine "wirklich globale Fangemeinde" erarbeitet, erklärte IFPI-Präsident Frances Moore. "Divide" kam im März 2017 heraus und wurde weltweit ein Hit. Das Album erhielt laut IFPI Platin-Auszeichnungen in 36 Musikmärkten. Der Song "Shape of you" war die im vergangenen Jahr meistverkaufte Single und erhielt Platin-Auszeichnungen in 32 Märkten. IFPI bezieht in seine Berechnungen den Verkauf von CDs und den Musikabsatz im Internet ein. Auch die Hörerzahlen bei Streamingdiensten werden erfasst.

Weinstein Company unverkäuflich

Das berichtet die "Los Angeles Times"

Die frühere Firma des Hollywood-Filmproduzenten Harvey Weinstein steht vor der Pleite. Der Vorstand von "The Weinstein Company" sehe keine andere Möglichkeit, als Bankrott anzumelden. Nachdem Anklage gegen das Unternehmen erhoben wurde, kann die Firma nicht mehr verkauft werden. Interessent war eine Investorengruppe, die eine halbe Milliarde Dollar zahlen wollte und mindestens 40 Millionen Dollar als Ausgleich für Frauen bereitstellen wollte, die Weinstein Übergriffe vorwerfen. Weinstein hatte die Firma 2005 mit seinem Bruder gegründet. Nachdem im Herbst die ersten Vorwürfe sexueller Belästigung gegen ihn laut geworden waren, war er entlassen worden, um die Firma zu retten.

"Mädchen mit dem Perlenohring" wird aufwändig untersucht

Das Mauritshuis in Den Haag ist stolz auf den Einsatz der Technik

Für Johannes Vermeers berühmtestes Gemälde ist ein gläsernes Labor eingerichtet worden. Zwei Wochen lang soll das Bild mit neuesten Instrumenten und Scannern untersucht werden. Wie "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" gemalt wurde und welche Materialien Vermeer benutzte, ist das Ziel der bislang größten wissenschaftliche Untersuchung des Bildes aus dem Jahr 1665. Besucher, so Museumsdirektorin Emily Gordenker, können das Forschungsprojekt live verfolgen. Die letzte Untersuchung des Gemäldes ist ist fast ein Vierteljahrhundert her.

Kulturschaffende verurteilen polnische Regierung

In einem offenen Brief werden auch neue Schulbücher kritisiert

"Unabhängige kulturelle Institutionen und Medien geraten ebenso unter Beschuss wie unliebsame Autoren und Künstler. Der neue "Literaturkanon für polnische Schulen', dem Werke von Joseph Conrad, Bruno Schulz, Witold Gombrowicz oder Ryszard Kapuœciñski zum Opfer fielen, ist dafür ein trauriger Beweis." Das schreiben deutsche Literatur-Übersetzer und Vermittler polnischer Literatur. Zu ihnen gehören Jo Lendle (Hanser Verlag), Herbert Ohrlinger (Paul Zsolnay Verlag), Katharina Raabe (Suhrkamp) sowie literarische Übersetzer und ihre Verbände. Es sei "der PiS-Regierung gelungen, innerhalb kurzer Zeit die Errungenschaften eines Vierteljahrhunderts zu verspielen und das Ansehen Polens in der freien Welt nachhaltig zu beschädigen", heißt es in dem Brief weiter. Die Unterzeichner wollten " nicht länger schweigend mit ansehen", wie Polen "in ein Zerrbild verwandelt" werde. Dies sei man den Freunden in Polen schuldig.

Abrafaxe hängen Micky Maus ab

Das teilte der Mosaik Verlag mit

Seit 2011 sind die Verkaufszahlen stetig angestiegen: Nun haben die in der DDR erfundenen Comicfiguren Abrax, Brabax und Califax Walt Disneys Micky Maus überholt. Im letzten Quartal 2017 wurden von den Abrafaxen knapp 71.000 Hefte in Deutschland verkauft, Micky Maus ging knapp 65.000 Mal über den Ladentisch. Das ermittelte die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern). Wehrmutstropfen für die Mosaik-Statistiker: Ihr Comic erscheint einmal im Monat, Disney gibt es alle zwei Wochen neu.

Sridevi Kapoor ertrank in Hotel-Badewanne

Das teilte die Presseabteilung der Regierung von Dubai mit

Die Obduktion widerspricht den Meldungen vom Samstag: Der Bollywood-Superstar ist nicht an einem Herzinfarkt gestorben, vielmehr verlor die 54-jährige das Bewusstsein und ist dann in der Badewanne ertrunken. Ein Unfall sagt die Polizei im Emirat, wo die Inderin an einer Hochzeit teilgenommen hatte. Premierminister Narendra Modi gehörte zu den ersten, die nach der Meldung über Sridevis Tod ihr Beileid und ihre Bewunderung für die Schauspielerin bekundet hatten. Zunächst hatte es geheißen, Sridevi habe einen Herzinfarkt erlitten. Die als Shree Amma Yanger Ayappan geborene Schauspielerin gehörte zu den Superstars des indischen Kinos. Sie begann ihre Schauspielkarriere bereits im Alter von vier Jahren und spielte in rund 300 Filmen mit.

Tickets für Bowie-Ausstellung kosten bis 2500 Dollar

Das bestätigte das NYC Museum

Zum ersten Mal, so der Chef des Brooklyn Museum in New York, werde sein Haus "spezielle Ausstellungstickets" anbieten. Wer sich die Schau über das Leben von David Bowie ansehen wolle, so David Berliner, erhält für 2500 Dollar einen privaten Zugang "weitere exklusive Vorzüge". Das Sonderticket hat auch einen Namen: "Aladdin Sane". Regulär kosten die Karten für die Ausstellung vom 2. März bis 15. Juli zwischen 20 und 25 Dollar.

Augsburger Puppenkiste wird 70 Jahre alt

Bühne ist zu 95 Prozent ausgelastet

Die Augsburger Puppenkiste feiert heute ihr 70-jähriges Bestehen. Am 26. Februar 1948 führte sie ihr erstes Stück auf, "Der gestiefelte Kater". Bekannt ist die Bühne für ihre Figuren Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, oder auch das Urmel aus dem Eis. Wobei diese Charaktere nur im Fernsehen auftraten, auf der Bühne waren sie nie zu sehen. Seit 1995 gibt es keine Fernseh-Produktionen mehr, die Bühne existiert aber weiter. Gegründet wurde sie von Walter und Rose Oehmichen. Heute kommen jährlich etwa 90.000 Zuschauer zu den rund 420 Aufführungen, die dadurch zu 95 Prozent ausgelastet sind.

Grütters will Digitalisierung in der Kultur voranbringen

Kulturstaatsministerin geht in zweite Amtszeit

Monika Grütters will in einer zweiten Amtszeit in einer neuen großen Koalition auch strukturelle Reformen angehen. Sie wünsche sich zum Beispiel, "dass wir bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz schauen, wie können wir die noch besser zukunftsfähig machen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Vorangebracht werden sollen laut Grütters auch die Digitalisierung im Kulturbereich und generell eine stärkere Vermittlung. Kanzlerin Merkel hatte gestern mitgeteilt, dass Grütters auch in einer neuen großen Koalition Staatsministerin bleiben soll.

Schauspielerin Emma Chambers gestorben

Britische Schauspielerin wurde nur 53 Jahre alt

Die britische Schauspielerin Emma Chambers ist tot. Sie starb im Alter von 53 Jahren eines natürlichen Todes, wie ihr Agent mitteilte. Chambers wurde vor allem mit ihrem Auftritt in dem Liebesfilm "Notting Hill" aus dem Jahr 1999 bekannt. Sie spielte Honey, die Schwester von Hauptdarsteller Hugh Grant. Der 57-Jährige würdigte Chambers per Kurznachrichtendienst Twitter als "lustige und warme Person und natürlich brillante Schauspielerin". Dem britischen Publikum bleibt sie vor allem in Erinnerung für ihre Rolle der trotteligen aber liebenswerten Kirchendienerin Alice Tinker in der BBC-Serie "The Vicar of Dibley".

Neues Depot in Gedenkstätte Sachsenhausen eröffnet

Mehr Geld für eine bessere Unterbringung der Sammlung

Auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg ist ein neues Depot für die umfangreiche Sammlung eröffnet worden. "Vor dem Hintergrund der immer weniger werdenden Zeitzeugen spielen diese Objekte eine noch wichtigere Rolle als bisher - sie bringen die Geschichte zum Sprechen", erklärte Kulturministerin Martina Münch (SPD) zur Eröffnung. Auf rund 1200 Quadratmetern können die rund 35.000 Objekte und 430 Regalmeter Archivmaterial aufbewahrt werden. Unter den Objekten sind Häftlingskleidung, aber auch Kunstwerke, Fotos und Dokumente. Vieles stammt aus Nachlässen der Häftlinge. Jetzt können die Erinnerungen unter modernen konservatorischen Bedingungen aufbewahrt werden. Die Räume in ehemaligen Werkstätte wurden für rund 2,53 Millionen Euro wieder hergerichtet.

Social Media Konsum führt nicht zu schlechten Noten

Wissenschaftler der Uni Würzburg geben Entwarnung

Forscher sehen nach einer aktuellen Analyse keinen alarmierenden Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Netzwerke und dem Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen. "Horrorszenarien über die mutmaßlich fatalen Auswirkungen von sozialen Netzwerken auf schulische Leistungen sind unbegründet", lautet das Fazit von Markus Appel von der Universität Würzburg. Der Kommunikationswissenschaftler wertete mit Kollegen die Ergebnisse von 59 Publikationen zum Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und Schulleistungen aus. Richtig genutzt könnten soziale Netzwerke die Schulnoten sogar leicht verbessern, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Educational Psychology Review". Wenn Schüler Social Media nutzten, um sich über Schulthemen auszutauschen, schrieben sie etwas bessere Noten. Wer bei Facebook, Instagram und anderen sozialen Netzwerken aktiv sei, schneide in der Schule nur minimal schlechter ab. Unklar bleibt aber, ob schlechtere Schüler eher zu viel Social-Media-Nutzung neigen oder ob es die intensive Beschäftigung mit solchen Netzwerken ist, die zu etwas schlechteren Leistungen führt.

Deutsche Welle eröffnet Büro in Kolumbien

Auslandssender verstärkt Berichterstattung aus Lateinamerika

Der deutsche Auslandssender Deutsche Welle hat ab sofort ein eigenes Korrespondentenbüro in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota. Von 2600 Meter Höhe aus den Anden wird die Korrespondentin Ofelia Harms Arruti mit ihrer Mannschaft künftig über aktuelle Ereignisse aus Lateinamerika berichten. "Kolumbien hat derzeit eine sehr interessante politische Situation, nicht nur wegen der anstehenden Wahlen", sagte Intendant Peter Limbourg. Auch mit Blick auf den laufenden Friedensprozess sei Kolumbien ein spannendes Land. Präsident Juan Manuel Santos schickte erst per Video und später noch via Kurznachrichtendienst Twitter seine Glückwünsche zur Eröffnung.

Kulturnachrichten hören

Februar 2018
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

re:publica in Accra"Das Afrika-Bild verändern"
Mehrere Menschen stehen in einem Halbkreis und hören einer Person aufmerksam zu, die spricht (Gregor Fischer/re:publica)

Für zwei Tage zieht die Digitalkonferenz re:publica aus Berlin nach Accra. Dort können laut dem Konferenzchef die Europäer viel von den Afrikanern lernen. Denn entgegen alter Klischees treiben diese die Netzthemen mitunter schneller voran als der Norden.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur