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Kulturnachrichten

Samstag, 22. Juli 2017

Kritik am neuen Volksbühnen- Programm

Diedrich Diederichsen: "Einfach hohl"

Der Poptheoretiker Diedrich Diederichsen ist vom neuen Konzept der Berliner Volksbühne nicht überzeugt. "Das Programm, das jetzt vorgestellt wurde, ist einfach hohl. Lauter Namen und Ideen, die schon lange überall vorkommen, von Tino Sehgal bis zu Boris Charmatz", sagte der 59-Jährige dem "Tagesspiegel". Es habe ihn "völlig ratlos" gemacht. Er vermisse ein Manifest, ein zentrales Motiv. An dem Theater hätten mit René Pollesch, Herbert Fritsch oder Christoph Marthaler "einfach die Spitzenleute im deutschsprachigen Theater gearbeitet", so Diederichsen weiter. "Und die gehen jetzt alle weg von der Volksbühne." Intendant Frank Castorf nahm Anfang Juli seinen Abschied an der Volksbühne, wo er 25 Jahre lang arbeitete. Er wird zur neuen Spielzeit von dem Belgier Chris Dercon abgelöst, der in der Berliner Kulturszene hochumstritten ist. Kritiker fürchten Kommerzialisierung und Beliebigkeit an dem traditionsreichen Theaterhaus.

Medien: US-Schauspieler John Heard tot

Bekannt durch "Kevin"-Filme

Der amerikanische Film- und TV-Schauspieler John Heard ist US-Medienberichten zufolge im Alter von 72 Jahren gestorben. Er war vor allem als Vater des von Macaulay Culkin gespielten Jungen in den Filmen "Kevin - Allein zu Haus" (1990) und "Kevin - Allein in New York" (1992) bekannt. Die Gerichtsmedizin Santa Clara bestätigte dem Magazin "People" Heards Tod. Das Promi-Portal TMZ twitterte, Heard sei tot in einem Hotelzimmer in der Nähe von San Francisco aufgefunden worden.

Wolfgang Engler: Werdet Schauspieler!

Trotz unsicherer Arbeitsverhältnisse

Wolfgang Engler, scheidender Rektor der Hochschule für Schauspielkunst
"Ernst Busch", kann jungen Menschen mit gutem Gewissen raten, Schauspieler zu werden. "Kommt, macht es!", sagte Engler im Deutschlandfunk Kultur. Es sei etwas Wunderbares. "Kaum dass Menschen auf die Welt gekommen sind, fangen sie an zu spielen, das scheint ja doch irgendwie ein Urtrieb zu sein", so Engler. Das auf eine lustvolle und professionelle Weise zu tun, sodass andere daran wieder Gefallen fänden, sei der Rest einer Utopie in einer Welt, die so vom Realen besessen ist, dass sie Mühe hat, auch nur ein Fingerbreit darüber hinaus zu denken, sagte Engler. Allerdings sei es heute schwieriger als früher geworden, eine Anstellung am Theater zu bekommen. Zwölf Jahre hatte der Soziologe und Philosoph Berlins kleinste Hochschule geleitet, jetzt geht er in den Ruhestand. Ihm folgt am 1. Oktober der Kulturmanager Holger Zebu Kluth, bisher war er Geschäftsführer der Hamburger Kammerspiele.

Corny Littmann: "Ehe für alle" überfällig

Wichtiger symbolischer Schritt

Für den Hamburger Theatermacher Corny Littmann (64) ist die "Ehe für alle" ein überfälliger Schritt gewesen. Sie werde dazu beitragen, dass Schwule und Lesben "nicht mehr in einem solchen Maße diskriminiert werden wie bisher", sagte der 64-Jährige, der mit einem Mann verpartnert ist, der "Süddeutschen Zeitung". Abgesehen von dem damit verbundenen Adoptivrecht sei die zivilrechtliche Ehe für Homosexuelle ein wichtiger symbolischer Schritt. Diskriminierung könne ein Gesetz allein jedoch nicht beseitigen. "Die Frage, wie Schwule und Lesben am Arbeitsplatz behandelt werden, ist damit nicht aus der Welt", so Littmann.

Ostermeier und Emcke im Élysée

Treffen zur Vorbereitung der Frankfurter Buchmesse

Rund drei Monate vor der Frankfurter Buchmesse ist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit deutschen und französischen Kulturvertretern im Élyséepalast zusammengekommen. Unter ihnen war der Direktor der Berliner Schaubühne und Präsident des Deutsch-Französischen Kulturrats, Thomas Ostermeier, und die Publizistin Carolin Emcke, die im vergangenen Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hatte. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Élyséekreisen in Paris. Das Treffen diente unter anderem der Vorbereitung der Frankfurter Buchmesse im Oktober, deren Ehrengast Frankreich ist, hieß es aus den Élyséekreisen. Weitere Teilnehmer des Mittagessens waren der Philologe und Philosoph Heinz Wismann, die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, die Übersetzerin Claire De Oliveira und die Historikerin Leyla Dakhli.

Kritik am Humboldt-Forum

Kunsthistorikerin: Sammlungsgeschichte offenlegen

Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, bis vor kurzem Mitglied im Beirat des Humboldt Forums, hat in einem Interview für die Süddeutsche Zeitung scharfe Kritik an dem Projekt geübt. Das Humboldt Forum und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sollten die Geschichte ihrer außereuropäischen Sammlungen, die zum großen Teil während der Kolonialzeit entstanden sind, offenlegen. Ohne eine solche Auseinandersetzung dürfe heute kein ethnologisches Museums öffnen. Das Humboldt Forum wies die Kritik zurück. "Provenienzforschung ist die DNA der Institution", erklärten die Gründungsintendanten Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp in einer Stellungnahme. Jedes Objekt, das ausgestellt wird, sei von den Kuratoren einer ersten Prüfung der Provenienz unterzogen worden. Zudem werden zu jedem Exponat Grundinformationen zur Herkunft und Sammlungsgeschichte sichtbar sein. Zu Savoys Vorwurf das Credo der Humboldts - die Verbindung von Sammlungen, Forschung und Lehre - nicht zu realisieren, erklärten die Intendanten, dass alle Museen unterschieden zwischen Dauerausstellung und Forschungssammlungen. Das Humboldt Forum werde all diese Bereiche zusammenführen, die Pläne seien seit Jahren bekannt.

Jahrhundertealte Gräber in Bogotá entdeckt

Gebeine stammen aus präkolumbianischer Zeit

Bei Bauarbeiten in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá sind mehrere Gräber aus präkolumbianischer Zeit entdeckt worden. Beamte und Arbeiter seien vor zwei Wochen auf die Gebeine von acht Menschen gestoßen, die aus der Zeit vor der spanischen Kolonialherrschaft stammen, teilte die Stadtverwaltung mit. Inzwischen seien die sterblichen Überreste von Archäologen aus den Gräbern entnommen worden. In einem von ihnen seien Teile eines Schädels, Rippen, Wirbelsäulen und Beinknochen gefunden worden. Um das Alter und das Geschlecht zu bestimmen, sollen sie nun im Labor untersucht werden. Was nach Abschluss der Analysen mit den Gebeinen geschieht, ist noch unklar, da sie aus Respekt vor der indigenen Bevölkerung nicht in Museen ausgestellt werden dürfen.

Künstlicher Pottwal im Herzen von Paris

Wal wirbt für Festival

Ungewöhnliche Kunstaktion in Paris: In Sichtweite der Kathedrale Notre-Dame liegt ein 15,8 Meter langer künstlicher Pottwal am Seineufer. Der von belgischen Künstlern gestaltete Wal soll auf das Festival "Paris l'Été" (Paris - der Sommer) aufmerksam machen, das noch bis zum 5. August läuft, wie die Regionalzeitung "Le Parisien" am Samstag berichtete. Die von der Festivalleitung beauftragten Belgier gaben sich laut Bericht große Mühe, das vermeintliche Stranden des Meeressäugers so authentisch wie möglich erscheinen zu lassen. Einige verkleideten sich als Wissenschaftler, auch für Fischgestank war gesorgt. Der Wal sollte laut "Le Parisien" noch das Wochenende über zu sehen sein.

Kirchensollen sich NS-Vergangenheit stellen

Streit um eine Adolf Hitler gewidmete Glocke

Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, empfiehlt, Relikte aus der NS-Zeit in kirchlichen Räumen nicht zu verschweigen. "Kirchengemeinden tun gut daran, offen, klar und deutlich dieses Thema anzusprechen", sagte Claussen dem Evangelischen Pressedienst. Im Streit um eine Adolf Hitler gewidmete Glocke im Turm der evangelischen Jakobskirche in Herxheim am Berg in Rheinland-Pfalz sei es sinnvoll, mit einer Plakette oder auf der Internetseite auf deren belastete Geschichte hinzuweisen. Wenn es nicht möglich sei, einen Gegenstand mit NS-Vergangenheit aus kirchlichen Räumen zu entfernen, müsse man über ihn selbstkritisch und distanziert informieren, sagte der 53-jährige evangelisch-lutherische Theologe. Die evangelische Kirche werde ihre Scham darüber, mit dem Hitler-Regime verstrickt gewesen zu sein, nicht dadurch los, dass sie Objekte wie die Herxheimer Glocke verstecke.

Salzburger Festspiele eröffnet

Auftakt mit Neuinszenierung des Open-Air-Klassikers "Jedermann"

Allerdings musste die Vorstellung wegen eines Unwetters in das Große Festspielhaus verlegt werden. Dort wurde das Premierenpublikum mit der bislang radikalsten Neudeutung von Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel vom "Sterben des reichen Mannes" konfrontiert. Die Reaktionen darauf waren geteilt: Für das Schauspielteam, vor allem Tobias Moretti als Jedermann und Stefanie Reinsperger als Buhlschaft, gab es riesigen Applaus. Deutlich schwächer fiel dieser für den österreichischen Regisseur Michael Sturminger aus. Er brach mit mehr oder weniger allen Aufführungstraditionen des Stücks, die noch auf den Regisseur und Festspielgründer Max Reinhardt zurückgehen. Sturminger tilgte vor allem das gravitätische Mittelalterambiente und ließ fast alle Darsteller in moderner Alltagskleidung auftreten. Die Umrisse des Domes wurden mit Neonröhren nachgezeichnet. Erstmals gab es auch einen Theatervorhang. Ursprünglich war geplant, die bisherige Inszenierung des britisch-amerikanischen Duos Brian Mertes und Julian Crouch weiter zu spielen, doch entschied man sich kurzfristig für eine Neuinszenierung.

Festspiel-Premiere: "Oberon, König der Elfen"

Ungewöhnlicher Auftakt bei den Münchner Opernfestspielen.

Bei Carl Maria von Webers romantischem Musiktheater standen am Abend Sänger und lebensgroße Handpuppen gemeinsam auf der Bühne. Für seine Neuinterpretation der 1826 uraufgeführten Oper bekam der Österreicher Nikolaus Habjan viel Beifall. Den Oberon sang der Tenor Julian Prégardien. Die Hauptpartien der Rezia und des Hüon von Bordeaux übernahmen Annette Dasch und Brenden Gunnell. Besonders großen Beifall gab es für Johannes Kammler als Hüons Knappe Scherasmin und für Rachael Wilson, die Rezias Dienerin Fatime sang. Die musikalische Leitung hatte Ivor Bolton.

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