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Studio 9 | Beitrag vom 09.01.2020

KrisenbewältigungImmer locker bleiben!

Von André Hatting

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Ein französischer Händler erträgt stoisch den Regen (um 1930). (dpa / picture alliance)
Gelassenheit auch bei widrigen Bedingungen hilft weiter. (dpa / picture alliance)

Die Buschbrände in Australien, die Krise zwischen Iran und den USA: Das neue Jahr verlangt schon jetzt einiges von uns ab. Doch es ist wichtig, auch in Krisenzeiten gelassen zu bleiben, meint unser Autor André Hatting und nennt dafür fünf Gründe.

5 Gründe, warum wir auch in diesen Krisenzeiten gelassen bleiben sollten

Erstens:

Weil Panik ein schlechter Ratgeber ist. Auf Chaos in der Welt mit Chaos im Kopf zu reagieren, bringt nichts.

Zweitens:

Weil uns die Lage oft dramatischer vorkommt, als sie ist. Wir sind ständig auf Empfang mit Smartphone, Tablet, PC. Masern in Mali, Milzbrand in Moldawien oder Mietwucher in Malaysia –  wir lassen uns zudröhnen mit schlechten Nachrichten – auch wenn die für unseren konkreten Alltag wenig relevant ist.

Drittens:

Handeln ist besser als Hysterie. Greta Thunberg macht es vor. Wer etwas gegen die Zerstörung der Welt macht, der macht gleichzeitig was fürs eigene Selbstbewusstsein.

Viertens:

Weil wir noch gebraucht werden. Unsere Kinder, Eltern, Freunde, Haustiere – was nützt es denen, wenn wir vor lauter Angst nix mehr auf die Reihe bekommen? Die brauchen uns, wenn die mal Angst haben, zum Beispiel.

Fünftens:

Weil wir immer in Krisenzeiten leben. Klar, die Eskalation zwischen den USA und dem Iran, der Krieg in Syrien, Nordkoreas Atomwaffen, das sind alles echte Bedrohungen und überhaupt nicht zu verharmlosen. Aber der Schriftsteller Georges Perec hat mal ausgerechnet, dass der Sommer 1954 der einzige Moment seines gesamten Lebens gewesen sei, wo überall auf der Welt Frieden geherrscht hat. Ein einziger Sommer! Es würde mich nicht wundern, wenn er sogar da was übersehen hätte.

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