Seit 00:05 Uhr Neue Musik

Donnerstag, 17.10.2019
 
Seit 00:05 Uhr Neue Musik

Literatur / Archiv | Beitrag vom 24.08.2014

KrimiTödliche Intrigen am Quai des Orfèvres

Französische Krimiautoren demontieren Behörden, Unternehmen und die "ehrenwerte Gesellschaft"

Von Sigrid Brinkmann

Podcast abonnieren
(picture-alliance / dpa / Romain Fellens)
Blick auf das Gebäude der Kriminalpolizei am Quai des Orfèvres in Paris. (picture-alliance / dpa / Romain Fellens)

Krimis unter der Lupe: die neuen Werke von Goncourt-Preisträger Pierre Lemaître, DOA und Dominique Manotti, Emilie de Turckheim und Julia Deck.

Der Goncourt-Preisträger Pierre Lemaître begreift sich als Wutschriftsteller und klagt eine Unternehmenspolitik an, die Manager als "manipulative Waffen" gegen die Belegschaft einsetzt. Dominique Manotti und ihr Schriftstellerkollege, der unter dem Künstlernamen DOA schreibt, attackieren die Auswüchse eines zunehmend menschenverachtenden kapitalistischen Systems und die todbringenden Schachzüge der rivalisierenden Ermittlungsbehörden.

Von Krimis, behauptet die Juristin Emilie de Turckheim, verstehe sie nicht das Geringste. Dennoch ist der 33 Jahre alten Autorin mit "Im schönen Monat Mai" die überzeugende Charakterstudie eines scheinbar tumben, in Wirklichkeit aber gerissenen Mörders gelungen. Kein Wunder, denn seit über zehn Jahren besucht sie regelmäßig Gefangene in der zweitgrößten Haftanstalt Frankreichs.

Die Romandebütantin Julia Deck verabscheut Opferfiguren zutiefst: Ihre hochgradig verwirrte Heldin führt Schnitte mit einem scharfen Messer aus. Die Tatwaffe war ein Hochzeitsgeschenk.

 

Literatur

Buchmessen-Gastland NorwegenVom Fjord an die Spree
Ein Portrait des norwegischen Autors Jostein Gaarder. (picture alliance / NTB Scanpix / Lise Åserud )

"Der Traum in uns" steht als Motto über dem Auftritt Norwegens als Gastland der Frankfurter Buchmesse. Von was träumen die Skandinavier? Von der Finanzkrise en miniature, vom Tod und von den Grenzen Russlands. Drei Autorengespräche.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur