Kriminalhörspiel, vom 11.10.2021, 22:03 Uhr

Krimi-Hörspiel zum Massaker von Paris 1961Bei Erinnerung Mord

Nach dem Roman von Didier Daeninckx

Paris 1961: Bei blutig niedergeschlagenen Demonstrationen gegen den Algerienkrieg stirbt Studienrat Roger Thiraud. 21 Jahre später wird sein Sohn beim Versuch, den Fall aufzuklären, ermordet. Krimi über ein dunkles Kapitel der französischen Geschichte.

(EyeEm / Brayden Howie)
Die Pariser Seine ist für Touristen ein Sehnsuchtsort. 1961 wurde sie für viele Demonstranten zum Massengrab. (EyeEm / Brayden Howie)

Paris, vor 60 Jahren: Am 17. Oktober 1961 versammeln sich Tausende Algerier in der Pariser Innenstadt, um gegen den Algerienkrieg der Franzosen zu demonstrieren. Die Polizei reagiert mit unvorstellbarer Brutalität: Auf die unbewaffneten Demonstranten wird das Feuer eröffnet, einige werden gefesselt in die Seine geworfen. Schätzungen zufolge sterben mehrere Hundert Menschen, die genaue Zahl bleibt unbekannt. Ein Staatsverbrechen und Massenmord, der lange vertuscht wurde. In Didier Daeninckx Erzählung ist auch der Studienrat Roger Thiraud unter den Opfern – warum, bleibt ein Rätsel. 21 Jahre später scheint sein Sohn Bernard auf der richtigen Spur zu sein, denn der Historiker wird bei seinen Nachforschungen in Toulouse auf offener Straße erschossen. Als Inspektor Cadin mit seinen Ermittlungen beginnt, ahnt er zunächst nicht, dass beide Morde zusammenhängen und er mit einem der dunkelsten Kapitel in der französischen Geschichte konfrontiert werden wird.


Bei Erinnerung Mord
Nach dem Roman von Didier Daeninckx
Übersetzung aus dem Französischen: Stefan Linster
Bearbeitung: Sabine Wollowski
Regie: Stefan Dutt
Mit: Robert Gallinowski, Michael Hanemann, Udo Kroschwald, Maresa Lühle, Otto Mellies, Anian Zollner, Lutz Mackensy, Heidrun Bartholomäus, Klaus Herm, Tilmar Kuhn
Komposition: Andrea Carola Kiefer
Ton und Technik: Alexander Brennecke, Eugenie Kleesattel
Produktion: SR/DeutschlandRadio Berlin 2004
Länge: 42'13


Didier Daeninckx, 1949 in Saint-Denis geboren, gilt als einer der bedeutendsten Krimi-Autoren Frankreichs. Er ist gelernter Drucker, arbeitete aber auch als Journalist, bevor er Anfang der achtziger Jahre seinen ersten Roman veröffentlichte. Seitdem sind von ihm über vierzig Romane und Erzählbände erschienen, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. 1985 erhielt er den renommierten Grand prix de littérature policière. In Frankreich haben seine Romane immer wieder politische Debatten ausgelöst, etwa über die Kollaboration oder den Algerienkrieg. Sein Roman "Nazis in der Metro" wurde 1997 vom SWR ebenfalls als Hörspiel produziert. Didier Daeninckx lebt in Aubervilliers bei Paris.

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