Das Feature, vom 14.01.2014

Kriegstriptychon Die zwei Welten des Otto Dix

Von Ulrike Bajohr

23-jährig zog Otto Dix in den Ersten Weltkrieg. Patriotismus trieb ihn weniger als Neugier. Was er sah, überstieg seine Fantasie – dennoch saß er stoisch im Schützengraben, skizzierte, aquarellierte sogar. Das berühmteste Resultat dieser Eindrücke ist das Triptychon "Der Krieg".

Bildausschnitt eines Selbstportraits des deutschen Malers Otto Dix mit einer Zigarette im Mund (picture alliance / dpa / Marc Müller)
Selbstportrait des deutschen Malers Otto Dix (picture alliance / dpa / Marc Müller)

Was Wunder, dass Dix gleich 1933 seine Professur in Dresden verlor. Er ging mit Frau und Kindern an den Bodensee. Dort lebte er eine bürgerliche Idylle, aus der er regelmäßig gen Dresden ausbrach: zu Käthe und Katharina und in sein altes Atelier, in dem das Kriegstriptychon stand. Das landete nach 1945 in den Dresdner Kunstsammlungen; die DDR-Kulturbürokratie begleitete das Hin und Her des Meisters zwischen Bodensee und Sachsen wohlgefällig.

Doch Dix ließ sich zu keiner antifaschistischen Aussage hinreißen. "Krieg ist Scheiße!", mehr sagte er nicht und forderte einen ordentlichen Leihvertrag für sein Werk. Was folgte, war ein Ringen um Anerkennung und Geld, dessen Spur bis ins Heute reicht.

DLF 2014

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