Feature, vom 09.05.2020, 18:05 Uhr

Kriegstagebuch als ReiserouteVater zieht in den Krieg

Eine Reise durch Frankreich in sechs Bildern
Von Christiane Seiler
Eine Seite aus dem Kriegsalbum. Johannes Seiler und das gestohlene Pferd. Auf handgezeichneten Karten hat er seine Route markiert. (Pierre Bourdis)
Eine Seite aus dem Kriegsalbum: Auf handgezeichneten Karten hat er seine Route markiert. (Pierre Bourdis)

Mehr als 70 Jahre danach bricht sie auf, um seinen Weg nachzuvollziehen, in Begleitung des Fotografen Pierre Bourdis. Sie entdeckt die französische Seite der Geschichte. Hört von Pierres Vater, der als Reaktion auf den deutschen Einmarsch in den Untergrund ging. Und macht nebenbei Bekanntschaft mit ihrem Großvater, den im Oktober 1914 eine englische Kugel ins Herz traf.

Bilder der ReiseEine Seite aus dem Kriegsalbum. Johannes Seiler und das gestohlene Pferd. Auf handgezeichneten Karten hat er seine Route markiert.In Haybes, einem Ort an der Maas. Deutsche Soldaten steckten das Städtchen  im August 1914 in Brand und exekutierten viele Einwohner. Am 18.5.1940 sprach General de Gaulle via BBC an alle Franzosen und forderte sie zum Widerstand gegen die deutsche Besatzung auf.Margarete und Jaques Raguet in Saint Michel. Die Freiburgerin heiratete den französischen Besatzungssoldaten.Am Weiher von Prémontré legt Johannes Seilers Regiment eine Pause ein. Das Haus im Hintergrund steht heute noch.In Brancourt bei Romain Rouland und seiner Tochter. M. Rouland spielte als Kind mit den Granatsplittern des ersten Weltkriegs.Der deutsche Soldatenfriedhof Malmaison auf dem Chemin des Dames. Hier fanden vor allem im 1. Weltkrieg mörderische Schlachten statt.Roger Verbeke im Museum "In Flanders Fields" in Ypern. Der pensionierte Lehrer führt Besucher über flandrische Schlachtfelder.

Regie: die Autorin
Mit: Ole Lagerpusch, Karim Cherif, Erika Skrotzki, Simone Kabst und Christiane Seiler
Ton: Lutz Pahl, Andreas Narr
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014

Länge: 53'17

Christiane Seiler ist Radio-Autorin und Übersetzerin. 2011 war sie Grenzgänger-Stipendiatin der Robert-Bosch-Stiftung. Zuletzt: "Die Besiedelung der Krim – Die Geschichte der Krimtataren" (BR 2015).

Abonnieren Sie unseren Newsletter!