Seit 05:05 Uhr Studio 9

Montag, 14.10.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Interview / Archiv | Beitrag vom 10.01.2019

Kriegskinder im Jemen Eine verlorene Generation?

Larissa Alles im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Podcast abonnieren
Ein Arzt misst den Arm eines unterernährten Mädchens im Aslam Health Center, Hajjah, Jemen. (dpa-Bildfunk / Hani Mohammed)
Im Jemen sind tausende von Kindern Hunger betroffen. Hier misst ein Arzt den Arm eines unterernährten Mädchens. (dpa-Bildfunk / Hani Mohammed)

Im Jemen herrscht seit Jahren Krieg. Trotz der im Dezember vereinbarten Waffenruhe, die etwas Hoffnung weckt, leidet vor allem die Zivilbevölkerung und am stärksten die Kinder, sagte Larissa Alles von "Save the Children".

"Vor allem die Kinder leiden am meisten unter diesem Krieg", sagte Larrissa Alles im Deutschlandfunk Kultur, die für das Hilfswerk "Save the Children" im Jemen arbeitet. "Wir vermuten, dass bis zu vier Millionen Kinder nicht in die Schule gehen können." Die Kleinen seien durch den Konflikt schon früh in ihrer Entwicklung sehr beeinträchtigt. Es gebe deshalb die große Sorge, dass da eine "verlorene Generation" heranwachse, wenn da nicht mehr unternommen werde, um den Jungen und Mädchen im Jemen zu helfen.

Unternährung und Traumata

Die Lage des Gesundheitswesens sei sehr schlecht, sagte Alles. Viele Kinder litten schon im frühkindlichen Alter an Unterernährung. Das mache sie für weitere Krankheiten sehr anfällig. Viele seien durch die Erfahrungen im Krieg schwer traumatisiert. Ihre Organisation versuche deshalb auch Räume zu schaffen, in denen die Kleinen auch noch Kind sein dürften. Die Arbeit im Jemen sei schwierig und komplex, aber die engagierten lokalen Mitarbeiter seien ein wichtiger Hoffnungsschimmer.

(gem)

Mehr zum Thema

Jemen - Friedensverhandlungen mit wenig Aussicht auf Erfolg
(Deutschlandfunk, Kommentare und Themen der Woche, 06.12.2018)

Jemen - "Das ist auch ein Wirtschaftskrieg"
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 19.11.2018)

UN-Sicherheitsrat - Ein wenig Hoffnung gegen das Sterben im Jemen
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 17.11.2018)

Interview

SPD-Regionalkonferenzen Mehr Slogans als Inhalte
Die Kandidaten für den Parteivorsitz der SPD stehen bei der letzten Regionalkonferenz auf der Bühne und halten übergroße Ballons mit der Aufschrift "#UnsereSPD". Bei der Konferenz geht es um die Nachfolge für die zurückgetretene Parteivorsitzende Nahles. (Lino Mirgeler/dpa/Picture-alliance)

Sechs Kandidatenduos stellen sich den SPD-Mitgliedern zur Wahl für den Parteivorsitz. Der "Spiegel"-Journalist Markus Feldenkirchen lobt den bisherigen Wettstreit als Möglichkeit der Mitwirkung. Dennoch sei das Verfahren zu starr ausgefallen.Mehr

Vogelkunde Der Ruf der Kraniche
Kraniche sind auf der Suche nach Futterplätzen auf den Äckern in Vorpommern, um sich vor dem Weiterflug in die Winterquartiere auf den Feldern Energiereserven anzufuttern. ( Bernd Wüstneck/dpa/picture-alliance )

Der Naturforscher Bernhard Weßling räumt mit einigen Mythen rund um die Kraniche auf. So sind sie treuloser als gedacht. Mit dem Computer analysiert der Experte die Kommunikation der Zugvögel und unterscheidet ihre Zurufe. Mehr

Großelterntag in Bayern Quantensprung beim Glück
Eine ältere Frau spielt mit ihrer Enkeltochter.   (Mascha Brichta/dpa/picture-alliance )

Auf Initiative von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Bayern jetzt einen Großelterntag. In "Opas Blog" schreibt Detlef Untermann seine Gedanken über das Großelterndasein nieder und gerät darüber ins Schwärmen. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur