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Sonntagmorgen | Beitrag vom 07.07.2019

KreuzungenAnhalten und die Richtung wechseln

Von Oliver Schwesig

Luftaufnahme auf die Shibuya-Kreuzung in Tokio. (Getty Images / Carl Court)
Alltag in Tokio (Getty Images / Carl Court)

Kreuzungen sind faszinierende Punkte. Ein ständiger Wechsel aus Stop and Go. Diese Idee des Fließens und Anhaltens ist aber auch eine schöne Metapher für das Leben.

Kreuzungen sind aufregende Orte. Etwas kommt zum Halten, damit etwas anderes fließen kann, in eine andere Richtung. Der Faszination von Menschen- und Verkehrsströmen an Kreuzungen kann man sich als Beobachter kaum entziehen. Es ist ein wenig wie das Betrachten von strömenden Wellen auf dem Meer.

Schön zu beobachten zum Beispiel an besonders großen Kreuzungen. Eine der größten unserer Tage ist die Shibuya-Kreuzung in Tokio. Vier Straßen treffen aufeinander, jede quert ein Zebrastreifen und zusätzlich gibt es in der Mitte sogar noch einen diagonalen Zebrastreifen. Zu Spitzenzeiten gehen 15.000 Menschen pro Ampelphase darüber. Kreuz und quer.

Nicht nur Straßen können sich kreuzen, sondern auch Bahngleise und Wasserstraßen. Es gibt Unterführungen Überführungen oder sogenannte "Alle-Gehen-Kreuzungen", die Diagonalqueren. Die Antike hatte sogar eine Göttin der Wegkreuzungen: Hekate.

Kreuzung als Metapher

Anders als ein geradliniger Weg, dem man folgt, ohne nachzudenken, zwingt uns eine Gabelung auf dem Weg des Lebens erst einmal anzuhalten. Kreuzungen im Leben sind eine Übung darin, sich Zeit zu nehmen und nachzudenken, Positives gegen Negatives abzuwägen. Erst dann setzen wir unseren Weg fort.

Kreuzungen haben auch Eingang in die Kulturgeschichte gefunden. Der Legende nach soll der Bluesmusiker Robert Johnson an einer Kreuzung dem Teufel seine Seele verkauft haben. Im Gegenzug stattete ihn der Satan mit großem musikalischem Talent aus.

Im übertragenen Sinne ist eine Kreuzung auch ein Punkt, an dem scheinbar unterschiedliche Ideen oder Welten kurz aufeinander stoßen. Fusion zum Beispiel war in der Musikgeschichte ein Knotenpunkt, an dem sich Jazz und Rock in den 70er-Jahren trafen.

Rätsel

Wir möchten Ihr Verkehrswissen testen! In der Theorieprüfung zum Führerschein werden immer wieder gern die Vorfahrtsregeln an einer Kreuzung gefragt - die Vorfahrtsregeln an einer Kreuzung. Unsere Frage lautet: An einer Kreuzung ohne Ampeln und ohne Verkehrsschilder gilt ja die Regel "Rechts vor links". Aber, wenn an einer solchen Kreuzung ohne Schilder und Ampeln vier Fahrzeuge gleichzeitig anhalten – wer hat dann nun Vorfahrt? Was macht man da?

Auflösung

Wenn vier Fahrzeuge gleichzeitig an einer ungeregelten Kreuzung stehen, hat zunächst niemand Vorfahrt und die Fahrer müssen sich untereinander verständigen - z.B. durch Handzeichen. Gewährt ein Fahrzeug dem links von ihm stehenden Fahrzeug die Vorfahrt, kann anschließend wieder die "Rechts vor Links-Regel" greifen.

Sie erreichen das Sonntagmorgen-Team unter sonntagmorgen@deutschlandfunkkultur.de oder per Post: Deutschlandfunk Kultur, Hans-Rosenthal-Platz in 10825 Berlin

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