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Musik / Archiv | Beitrag vom 24.02.2014

Krauts with AttitudeAnspruchsvoll, intellektuell und melodisch

The Notwist: "Close To The Glass"

Von Uwe Wohlmacher

Cover "Close to the Glass" von The Notwist (City Slang)
Cover "Close to the Glass" von The Notwist (City Slang)

Seit 25 Jahren spielen The Notwist eine sehr eigenständige Melange aus Indierock, Jazz, Elektronik und Heavy Metal. Auch auf ihrem neuen Album strahlen die komplexen Arrangements eine ungeheure Leichtigkeit aus.

Als die Gruppe vor einem Vierteljahrhundert auf der Bildfläche erschien, klang die Musik nach Punk und Heavy Metal. Schneidende Gitarrenriffs und brachialer Sound konnten jedoch schon damals eine gewisse Melancholie und ein ausgeprägtes Melodieverständnis nicht verdecken. Im Laufe der Jahre wurden die Riffs immer feinsinniger und mittlerweile stehen The Notwist für eine einzigartige Synthese aus Rock, Elektronik, Samples und jazzigen Elementen.

The Notwist haben es geschafft, die eigene Musik ständig zu verfeinern, ohne ihre Identität einzubüßen und an Attraktivität zu verlieren. Das Auftauchen eines neuen Instruments oder eines neuen Klangs steht immer im Dienst des Songs, ist nie nur Experimentierwille um seiner selbst Willen.

The Notwist geht es offensichtlich nicht um Ausschmückung, sondern um Homogenität. Die Band hat für dieses Album einmal mehr monatelang im eigenen Studio dutzendweise Tonspuren vollgespielt und am Ende Stück um Stück wieder abgetragen und gelöscht, bis der jetzt hörbare sparsame und feinsinnige Nukleus erreicht war.

Die zwölf neuen Songs strahlen eine völlig unaufgeregte Leichtigkeit aus. Dennoch oder wohl gerade wegen der ungeheuer komplexen Arrangements wirkt die Musik jederzeit anspruchsvoll, positiv intellektuell und melodisch.

Label: City Slang

 

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