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Interview / Archiv | Beitrag vom 18.09.2020

KrankenhauszukunftsgesetzKliniken sollen digitalisiert werden

Josef Düllings im Gespräch mit Julius Stucke

Eine Mitarbeiterin geht im "OncoRay - Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie" in Dresden (Sachsen) in einen Fahrstuhl der Einrichtung. OncoRay wurde im Jahr 2004 als ein "Zentrum für Innovationskompetenz" gegründet. Ziel ist es, die Behandlung von Krebserkrankungen durch eine biologisch individualisierte, technologisch optimale Strahlentherapie entscheidend zu verbessern.  (picture alliance / dpa-Zentralbild / Jens Kalaene)
Eine digitale Vernetzung zwischen den Krankenhäusern in Deutschland sei notwendig, sagt Josef Düllings. (picture alliance / dpa-Zentralbild / Jens Kalaene)

Die deutschen Klinken sollen digitaler werden. Dafür beschloss der Bundestag das Krankenhauszukunftsgesetz. Für den Arzt Josef Düllings ist das ein richtiger Schritt. Denn es gebe viel zu tun, vor allem bei der Digitalisierung.

An Aufmerksamkeit mangelt es nicht beim Thema Gesundheit. Am Freitag hat der Bundestag das Krankenhauszukunftsgesetz beschlossen: Insgesamt vier Milliarden Euro stehen den Klinken in den nächsten zwei Jahren für die Erneuerung zur Verfügung. Das Geld soll vor allem auch in die Digitalisierung fließen.

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Dies sei "ein sehr guter Schritt", sagt Josef Düllings. Er leitet ein Krankenhaus in Paderborn und ist Präsident des Verbands der Krankenhausdirektoren, der bereits seit Jahren mehr Investitionen forderte. Viele Krankenhäuser seien noch immer lediglich in der Basisdigitalisierung etwa bei die Ausstattung mit W-LAN, so Düllings.

Mehr Ressourcen für die Patienten

Die Digitalisierung sei sehr wichtig, unterstreicht der Krankenhauschef. Dies betreffe viele Bereiche in den Klinken. So werde beispielsweise in der Intensivmedizin noch vieles in analoge Kurven eingetragen. Ein anderes Thema sei die digitale Medikation. Diese könne gefährliche Wechselwirkungen verhindern.

Zusammenfassend stellt Düllings fest, dass durch die Digitalisierung mehr Ressourcen freigesetzt werden könnten. Dies wiederum würde den Patienten zugutekommen, ist sich der Arzt sicher.

Auch in der Vernetzung unter den verschiedenen Krankenhäusern hinke Deutschland hinterher. "In anderen Ländern ist es so, dass ein großer Anteil der Häuser in einem Gesundheitsnetzwerk integriert ist. Das ist in den 300 Kreisen in Deutschland nicht der Fall. Das läuft über Faxe und Telefone", erläutert Düllings.

Bauen ist teuer

Ein anderer Bereich, in den investiert werden müsse, sei die bauliche Struktur der Krankenhäuser. So lag die Förderquote für die Kliniken Anfang der 90er-Jahre noch bei etwa neun Prozent, "jetzt liegt sie bei knapp drei Prozent", rechnete der Verbandspräsident vor. Dadurch seien Bauvorhaben für die Klinken teuer. Hinzu komme, dass "in dem derzeit sehr rabattierten Fallpauschalensystem keine Luft mehr drin ist".

(rzr)

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