Feature, vom 05.08.2009

Von Andra Joeckle

Mit einem Residenzstipendium in der Tasche lebte Andra Joeckle drei Monate zu Gast in der Villa Decius in Krakau. Statt geläufiger Reiseführer las sie Witold Gombrowicz, um sich Krakau aus dem verwegenen Geist dieses polnischen Enfant terrible der Literatur zu eigen zu machen.

Die polnische und die Krakauer Fahne wehen  auf dem Krakauer Marktplatz. (AP Archiv)
Die polnische und die Krakauer Fahne wehen auf dem Krakauer Marktplatz. (AP Archiv)

Grombrowicz'schen Wortprägungen wie "barfuß denken", "verpopoen" oder "gesäßig" haucht sie neuen Sinn und Atem ein. Auf ihren Streifzügen begegnet sie Krakaus tausend gefühlten Mauern, Hefekringeln, sprechenden Pferden oder dem Frauenphänomen Blachara, der heutigen "Weichselaphrodite" (Heine), und ihrem männlichen Pendant, dem Dresiarz.

Regie: Robert Matejka
Sprecherin: Eva Meckbach
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2009
Länge: 48'20

Andra Joeckle, 1967 in Freiburg i. Brsg. geboren, promovierte über Uwe Johnson. 2002 Debütroman "Laura und die Verschwendung der Liebe". Lebt als Autorin und Übersetzerin in Berlin.

Wiederholung am 24. August 0:05 Uhr