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Alltag anders | Beitrag vom 19.07.2019

Korrespondenten berichten überZahnärzte

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Die Zahnarztbesuche in der Kindheit können zu bleibenden Erinnerungen werden und spätere Angst und Trauma in Bezug auf die Zahnbehandlung auslösen. (imago/ Joker/ Gudrun Petersen)
In Singapur ist die zahnärztliche Grundversorgung günstig und überall gegeben - nicht so in anderen Ländern. (imago/ Joker/ Gudrun Petersen)

Während Zahnärzte in Ägypten sehr gut ausgebildet sind, haben sie in Spanien ein schlechtes Image. Vor allem aber schrecken die hohen Kosten ab.

Oliver Neuroth in Madrid:

Auch in Spanien gibt es Zahnärzte, doch die Krankenversicherung übernimmt so gut wie gar nichts. Wenn man mit dieser Standardversicherung zum Zahnarzt geht, kann man sicher sein, dass der Zahnarzt den Zahn zieht. Dann kann man natürlich sagen: Ich lege dir 200 Euro auf den Tisch, damit ich eine Füllung bekomme. Das geht schon. Zahnärzte haben bei den Spaniern ein sehr schlechtes Image. Die haben das Image, ganz gut Geld zu verdienen, aber nicht wirklich was zu können.

Lena Bodewein in Singapur:

Mit Zahnärzten ist Singapur gut tapeziert. Singapurer kümmern sich gut um ihre Zähne. Besonders weiße Zähne sind ein Statussymbol. Da gibt es noch viele Extraleistungen. Man kann Zahnklammern und Zahnbleaching überall dazu kaufen. Aber die Grundversorgung ist günstig und überall gegeben.

Björn Blaschke in Kairo:

Es gibt in Ägypten sehr gute Ärzte. Meine Kinder haben ihre kompletten Zahnspangenzeiten durchlaufen in Ägypten. Die Zahnärzte sind sehr gut ausgebildet in Ägypten. Die haben zum Teil auch im Ausland studiert. Manche Zahnärzte haben in Ägypten eine Praxis, aber haben auch noch eine Zweigstelle in London oder Singapur. Seit neuestem gibt es in Ägypten den Plan so etwas wie Obama-Care einzuführen: Eine breite Krankenversicherung für alle Schichten.

Christina Fee Moebus in Mexiko:

Für Mexiko wäre es ein paradiesischer Zustand, wenn es so wäre wie in Deutschland. Die Menschen hier scheuen sich davor zum Zahnarzt zu gehen. Die sagen: Das ist mir zu teuer. Die gehen wirklich nur, wenn die Backe schon ganz dick ist. Es gibt eine große Schere zwischen arm und reich in Mexiko. Die, die es sich leisten können, gehen schon zum Zahnarzt. Aber auch die Leute, die sich einen Zahnarzt nicht leisten können, leisten sich eine Zahnspange. Es sind vor allem Erwachsene, deren Eltern sich keine Zahnspange haben leisten können. So sparen manche Menschen darauf, dass sie sich doch noch ihre Zähne richten lassen können und ein schönes, gerades Lächeln haben. Schönheit geht eben vor Karies.

Carsten Schmiester in Stockholm:

Ich hatte das Glück, in Stockholm noch nicht zum Zahnarzt zu müssen. Gott sei Dank! Die Zahnärzte sind hier anders organisiert. Die werden nicht durch die Krankenversicherung abgedeckt. Das heißt, man zahlt dafür. Ein einfacher Check kostet 80 Euro. Die Leute sind sparsam mit dem Zahnarztbesuch. Das hilft einem zu überleben, aber mehr auch nicht. Ich erwarte vom Zahnarzt auch keine besonders luxuriöse Ausstattung. Die privatärztlichen Angebote sind doch weniger als man meinen könnte. Es gehört sich einfach nicht. Wir sind eine egalitäre Gesellschaft. Es mag ja sein, dass der Lars etwas mehr hat als der Kalle, aber zum Zahnarzt geht man dann doch ganz normal. Es gilt als unanständig, aus der Masse herauszuragen und sich besondere Privilegien zu erkaufen.

"Alltag anders" – wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese Email-Adresse: Alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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