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Alltag anders | Beitrag vom 11.10.2019

Korrespondenten berichten überZäune

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Weißer Holzlattenzaun vor Blumenbeet, im landschaftlich-gestalteten Vorgarten eines Wohnhauses, Québec, Kanada, Nordamerika ibxpmt03939375.jpg White Wood batten fence before Flowerbed in landscape layout Front a House Québec Canada North America ibxpmt03939375 JPG (imago stock&people)
In England gibt es wahnsinnig viele Zäune – meistens aus Holz. (imago stock&people)

Zäune dienen zur Trennung, Sicherheit, Abschottung oder Ausgrenzung. Manchmal verlaufen sie auch im Kopf, wie unsere Korrespondenten berichten.

Tim Aßmann in Tel Aviv:

"Der Zaun als Abgrenzung seines Territoriums ist in Israel gar nicht so verbreitet, muss man sagen. Zäune stehen in Israel immer auch ein bisschen für festgefahrene Politik. Überall trifft man Zäune an. Zum Beispiel in Jordanien, da ist es jetzt ruhig. Da steht ein Zaun. Dann gibt es einen Zaun auf dem Sinai, der war mal ganz löchrig, weil von da keine Gefahr drohte. Dann kamen Flüchtlinge über den Sinai, da hat Israel diesen Zaun ausgebaut, um diese Migration zu verhindern auf dem Sinai. Da stehen Zäune ein Stückweit fürs Trennende."

Friedbert Meurer in London:

"In England gibt es wahnsinnig viele Zäune, am allermeisten Holzzäune. Freunde von uns haben ein kleines Reihenmittelhaus. Dann schließt sich ein kleiner Hof an, der endet dann mit dem besagten Holzzaun. Hinter dem Zaun ist dann ein kleiner Fußweg. Und über den Weg hinweg geht dann wieder ein zwei Meter hoher Zaun hoch und da geht der Garten weiter. Der Garten wird durchschnitten von diesem Fußweg und überall gibt es Zäune."

Nicole Markwald in Los Angeles:

"Wenn ich jetzt auf Los Angeles blicke, gibt es Nachbarschaften, wo es keine Zäune gibt. Man hat da seinen Vorgarten, da steht das Auto und gut ist. Es gibt zum Beispiel in Florida dieses 'stand your ground' - Gesetz, wo man schießen darf, wenn jemand unerlaubt das Grundstück betritt, und wo diejenigen, die geschossen haben, freigesprochen wurden von jeglicher Schuld."

Linda Staude in Nairobi:

"Wenn Sie durch Nairobi fahren, sehen Sie überall Zäune, gar keine Häuser. Das hat damit zu tun, dass Nairobi auch den Spitznamen Nairobbery trägt. Als ich zum ersten Mal übers Land gefahren bin in Kenia, war ich sehr verwundert. Da stehen Zäune um leere Flächen und auf dem Zaun steht, dass dieses Land nicht zu verkaufen ist. Weil nämlich das Grundbuch in Kenia nicht funktioniert, zäunen die Kenianer ihre Grundstücke ein, damit sie nicht zweimal verkauft werden."

Jürgen König in Paris:

"Der Zaun spielt im alltäglichen Leben der Franzosen eine nicht zu überschätzende Rolle. Sehr viele Franzosen bauen sehr hohe Mauern um ihre Grundstücke. Weil Franzosen sehr gern unter sich bleiben. Ein Gerücht besagt, dass die Franzosen sich auch deswegen so einmauern, um der Steuerfahndung die Blicke zu verwehren. Es gibt auch virtuelle Zäune sozusagen, denn dieses Rückzugsverhalten zeigt sich auch in Städten. Namensschilder an Haustüren sind völlig unüblich, da liest man dann nur Appartement 401, 501, 601, aber wer da wohnt, das steht da nicht."

"Alltag anders" – wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese Email-Adresse: Alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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