Seit 19:05 Uhr Oper
Samstag, 17.04.2021
 
Seit 19:05 Uhr Oper

Alltag anders | Beitrag vom 18.12.2020

Korrespondenten berichten überWeihnachtsbraten

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

Beitrag hören Podcast abonnieren
Bild einer Weihnachtsgans, die zerlegt wird. (Unsplash / Claudio Schwarz)
Die Gans ist als Weihnachtsbraten in Deutschland beliebt. (Unsplash / Claudio Schwarz)

Bei den Christen in Kamerun gibt es zu Weihnachten Reis mit Hähnchen. Die Argentinier bevorzugen Rindfleisch vom Grill. Und in Singapur kann man in einem Aquarium Meeresfrüchte speisen.

Tim Aßmann aus Tel Aviv:

"Der Weihnachtsklassiker zum Beispiel in Bethlehem, das ist Kidra: Reis mit Lammfleisch und Kichererbsen. Das kommt alles in einen großen Topf und muss dann zusammen gekocht werden. Safran kommt noch dazu. Und weil das lange kochen muss und am besten in einem Holzofen, wird das sozusagen ausgelagert. Da wird dieser Topf vorher gefüllt und dann kommt der zum örtlichen Bäcker, und am nächsten Tag wird dann das fertige Kidra abgeholt und kommt auf den Tisch."

Dunja Sadaqi aus Rabat:

"Einen klassischen Weihnachtsbraten gibt es hier in Marokko bei der Masse in den Wohnzimmern nicht. Das liegt einfach daran, dass Marokko ein muslimisches Land ist. Es gibt Christen in Marokko, und zwar nicht nur europäische, sondern auch durch die Migration aus den Staaten südlich der Sahara gibt es afrikanische Christen. Die feiern aber nicht mit dem klassischen Weihnachtsbraten, wie den, den wir vielleicht aus Bayern oder aus Hessen zum Beispiel kennen, sondern: Ich hab mit Christen aus dem Kamerun gesprochen, und die haben gesagt, bei denen gibt es am Heiligen Abend Reis und Hähnchen."

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Lena Bodewein aus Singapur:

"Von irgendwelchen schicken Hotels lässt man sich in Singapur einen Truthahn liefern – oder ein Filet Wellington oder eine Gans. Pekingente wird auch gerne als Weihnachtsbraten genommen. Und es gehen auch einfach sehr, sehr viele Menschen essen. Es gibt auch da große festliche Angebote in Singapur. Das Abgefahrenste ist wirklich das Essen in einem Aquarium. Da gibt es dann auch frische Austern und riesigen Krebs. Aquarium und Weihnachtsdeko kombiniert: Das ist möglich. Singapur hat ja die Pandemie ziemlich gut im Griff."

Ivo Marusczyk aus Buenos Aires:

"In Argentinien käme niemand auf die Idee, zu Weihnachten eine Ente oder eine Gans in den Ofen zu schieben. Natürlich gibt es Weihnachtsbraten, aber wie sollte es anders sein in Argentinien: Der Weihnachtsbraten ist natürlich ein Rinderbraten, also ein klassisches argentinisches Asado, Rindfleisch vom Grill. Einfach gesagt: Man haut eine halbe Kuh auf den Grill und gut ist. Was mir so ein bisschen auffällt: Man unterscheidet gar nicht so richtig zwischen Weihnachts- und Silvesterabend. In Argentinien werden eigentlich beide Abende fast gleich verbracht. Man feiert erst einmal mit einem üppigen Abendessen mit der Familie. Lustigerweise ist auch an beiden Abenden das Feuerwerk üblich."

Jürgen König aus Paris:

"Den einen Weihnachtsbraten gibt es in Frankreich nicht. Was es gibt, ist ein Festmahl am Heiligabend. Manche nennen das auch eine einzige Völlerei, denn es besteht traditionell aus sieben Gängen und 13 Desserts. Es geht los mit einem Aperitif, dann gibt es Austern mit Salat, dann Foie gras natürlich, die Gänsestopfleber. Und dann kommt der Hauptgang. Der Braten kann in Frankreich sein: ein mit Maronen gefüllter Truthahn zum Beispiel. Da gibt es – je nach Region – auch mal einen Lammbraten, einen Rinderbraten, einen gefüllten Kapaun oder eine Ente à l'orange oder einen Fisch. Die Buche de Noel ist verpflichtend als Dessert. Das ist ein Kuchen, der sieht aus wie ein Baumstamm und symbolisiert in Frankreich die Tradition, dass jeder Gast ein Stück Holz mitbringt. Das passiert auch oft noch heute zu Weihnachten. Eben als Symbol dafür, dass das Haus auch beheizt werden kann."

"Alltag anders" – Wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne per E-Mail an alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de.

Mehr zum Thema

Korrespondenten berichten über - Weihnachtslichter
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 11.12.2020)

Korrespondenten berichten über - Schokolade
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 04.12.2020)

Korrespondenten berichten über - Grapschen
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 27.11.2020)

Studio 9

Pastor Jonas GoebelAuf allen Kanälen
Ein junger rotblonder Mann mit Bart steht vor einem Schild mit der Aufschrift "Möglich". (D. Fischer)

Pfarrer sein - kein einfacher Job in Zeiten, in denen die Kirchen jedes Jahr Mitglieder verlieren. Der junge Hamburger Pfarrer Jonas Goebel lässt sich deshalb einiges einfallen, um seine Schäfchen zu erreichen, bis hin zu Predigthäppchen auf Youtube.Mehr

weitere Beiträge

Hörgame

Kakadu

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur