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Alltag anders | Beitrag vom 07.12.2018

Korrespondenten berichten überUrlaub

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Passagiere warten am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen). (dpa / Frank Rumpenhorst )
Fernreise oder doch lieber zu Hause? Andere Länder, andere Urlaubsvorlieben. (dpa / Frank Rumpenhorst )

In Singapur regnet es an Weihnachten Badeschaum vom Himmel. Einen mehrwöchigen Urlaub findet man hier befremdlich. In Russland ist der Urlaubsklassiker die Datsche. In Kenia fährt man zu seiner Familie aufs Land. Dann ist Nairobi menschenleer.

Holger Senzel in Singapur:

"Ich glaube, die Vorstellung vier oder fünf Wochen Urlaub am Stück zu machen, fänden die meisten Singapurer befremdlich. Es gibt in Singapur an Weihnachten Schnee, also, keinen echten Schnee. Es gibt so eine Veranstaltung, wo Badeschaum vom Himmel regnet über eine künstliche Winterlandschaft und da spielen die Kinder im Schnee und machen Schneeballschlachten mit diesem Fichtennadelbadeschaum. Da habe ich gedacht, ach, die armen Kinder, die haben noch nie in ihrem Leben Schnee gesehen. Und ich habe zu ihnen gesagt, könnt ihr euch denn vorstellen wie richtiger Schnee ist und dann sagten die, aber klar kennen wir Schnee aus dem Skiurlaub in Aspen, in Kanada, in Sankt Moritz! Da dachte ich dann, ah, ja, vielen Dank."

Thielko Grieß in Moskau:

"In Russland ist Urlaub für die allermeisten der Klassiker, die Datsche. Auch ein bisschen aus sowjetischer Tradition her stammend kommt die große Popularität von Pauschalreisen. Das weiß jeder, der schon mal in der Türkei war und festgestellt hat, wie viele Russen dort Urlaub machen. Oder zum Beispiel in Ägypten oder auch in den russischen Urlaubsorten selber. Das ist Sotschi im Kaukasus, und es ist natürlich auch die annektierte Krim."

Linda Staude in Nairobi:

"Das große Urlaubsritual in Kenia heißt auf Englisch "up country". Die Kenianer, wenn sie frei haben von ihrem Job, dann fahren sie nach Hause aufs Dorf. Die großen Ferien sind in Kenia normalerweise rund um Weihnachten, dann ist Nairobi zum Beispiel menschenleer, weil alle Welt aufs Land fährt und Weihnachten mit der Familie feiert. Aber man gibt nicht viel Geld aus, um zum Beispiel eine Fernreise zu machen und sich irgendwo an den Strand zu knallen. Kenia hat eine Riesenküste, hat wunderschöne Strände, dorthin fahren die Kenianer auch mal für eine Woche oder ein verlängertes Wochenenden hin, aber das hängt sehr vom Einkommen ab."

Friedbert Meurer in London:

"Briten bekommen im Schnitt 25 Tage Urlaub. Mich überrascht immer wieder, dass Briten im Ausland, auf Mallorca die Sau raus lassen und sich bis zum Anschlag betrinken, weil ich die Engländer hier in London eigentlich als gedämpfter, als höflicher, als reservierter erlebe, aber die Kehrseite ist dann vermutlich, dass Engländer sich da irgendwo ein Ventil verschaffen, und das ist dann im Urlaub, dass man sich dann Dinge herausnimmt, die würde man in keinem Falle hier im Alltag tun."

Tim Aßmann aus Tel Aviv:

"Der klassische Urlaubsmonat für die Israelis ist der September, denn da liegen dann die größten und wichtigsten Feiertage. Wegfahren bedeutet eigentlich immer, Urlaub als Fernreise, USA, Kanada, da leben auch viele Verwandte. Und wenn wir so über günstigen Urlaub reden, in Rumänien waren im vergangenen Jahr sehr viele Israelis und auch in Bulgarien. Wenn Sie sagen, Sie sind Deutscher, kommt von jungen Israelis immer sofort die Frage, kommst Du aus Berlin? Berlin hat sich in den letzten Jahren für junge Israelis zum Urlaubsmagneten entwickelt. Viele Israelis leben auch in Berlin und sie erzählen dann allen hier, hey, Berlin ist super, toll, kommt her!"

"Alltag anders" – wie immer zusammengestellt von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt. Und wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gern an diese Adresse Alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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