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Alltag anders | Beitrag vom 24.07.2020

Korrespondenten berichten überTransgender

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Ein Ladyboy in der Show "Ladyboys of Bangkok" in Brighton in der UK, aufgenommen im Jahr 2018 (picture alliance / ZUMAPRESS.com/Hugo Michiels)
"Das Thema Transgender ist in Thailand und vor allem in Bangkok ein ganz großes", sagt Korrespondentin Lena Bodewein. (picture alliance / ZUMAPRESS.com/Hugo Michiels)

In Bangkok gelten die Ladyboys als drittes Geschlecht. In China wird über Transgender öffentlich kaum gesprochen. Madrid ist sehr offen für die queere Szene.

Lena Bodewein in Bangkok:

"Das Thema Transgender ist in Thailand und vor allem in Bangkok ein ganz großes. Es gibt hier sozusagen das dritte Geschlecht Ladyboys. Ladyboys werden sie in Bangkok genannt. Das sind wirklich ganz wunderschön aussehende Frauen, die eigentlich Männer sind. Oder Männer waren. Es gibt sie in verschiedenen Stadien des Geschlechtswandels. Und dann gibt es wunderbar geschminkte, toll angezogene Ladyboys mit ganz toller Figur. Wenn man jetzt auf das leidige Thema Prostitution geht, die sind sehr gefragt. In Bangkok vor allem gibt es sehr viele Kliniken, die auf diese Transgender-Operationen spezialisiert sind. Es gibt ganz viele Menschen, die auch extra nach Bangkok reisen, um sich dort operieren zu lassen, weil die einfach – so hört man das dann - die besten Schamlippen machen, die schönsten Brüste, weil da alles wunderbar operiert geschnitten, gemacht wird. Da sind Profis am Werk, die das in großer Stückzahl machen und ihr Handwerk verstehen."

Ivo Marusczyk in Buenos Aires:

"Man würde es nicht glaube, eigentlich Südamerika konservativ, streng katholisch. Aber was das betrifft, ist Südamerika ziemlich weit. Mir sind hier in Buenos Aires schon einige Menschen begegnet, wo ich dann zum Teil erst danach erfahren habe: Die haben das Geschlecht geändert. Das wird gemacht und gerade in Brasilien ist es ja auch so, dass gerade Brasilien ganz berühmt ist für plastische Chirurgie. Und ja - in den großen Metropolen – man sieht es aus meinem Gefühl heraus fast häufiger als in Europa."

Oliver Neuroth in Madrid:

"Was das betrifft ist Madrid eine sehr liberale Stadt. Schwule, Lesben, Transgender. Alles überhaupt kein Problem in Madrid. Man kann sich offen zeigen und durch die Straßen gehen. Madrid ist sehr offen für die queere Szene. Es gibt ein Stadtviertel, da gibt es Straßen, in den sich die Schulen-, Lesben- oder auch Transgenderclubs aneinanderreihen. Und dieses Viertel wird auch sehr akzeptiert. Also da laufen auch in Anführungszeichen normale Spanier durch."

Katrin Senz in Istanbul:

"Es gibt ein sehr prominentes Beispiel in der Türkei. Das ist Bülent Ersoy. Sie wurde, als sie geboren wurde, als männlich eingestuft, ist aber heute eine der bekanntesten Sängerinnen der Türkei. Eine echte Diva. Sie hat irgendwann geschlechtsangleichende Maßnahmen in London machen lassen. Sie ist ein bisschen ein Paradiesvogel. Sehr bunt, sehr auffallend. Wird aber in der Türkei genauso auch akzeptiert."

Axel Dorloff in Peking:

"Ich denke, dass öffentlich über Transgender kaum gesprochen wird. Das einzige, was in China so eine Art Mindesttoleranz beim Thema Transgender bewirkt, ist die Pekingoper. Da war das so, dass männliche Schauspieler immer die Rollen von Frauen gespielt haben. Das heißt, es gibt in der Theatertradition in China eine lange Tradition von Männern, die Frauen gespielt haben. Es gab deshalb auch Transgenderpraktiken auf der Bühne, die dann aber auch in den Alltag übernommen wurden. Schon in der Ming- und der Qing-Dynastie."

"Alltag anders" - wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese E-Mail-Adresse: alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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