Seit 10:05 Uhr Lesart

Mittwoch, 20.11.2019
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Alltag anders | Beitrag vom 18.10.2019

Korrespondenten berichten überMikrowellen

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

Beitrag hören Podcast abonnieren
Ein junges Mädchen, das gerade von der Schule nach Haus gekommen ist, wärmt sich in der Mikrowelle etwas zu Essen auf. (picture-alliance/ dpa / Lehtikuva Marja Airio)
Kochen kinderleicht: Ein finnisches Mädchen wärmt sich in der Mikrowelle etwas zu Essen auf. (picture-alliance/ dpa / Lehtikuva Marja Airio)

Teller rein, Knöpfe drücken, Pling, fertig: Mit einer Mikrowelle steht in wenigen Minuten ein warmes Essen auf dem Tisch. In manchen Ländern fehlt sie in fast keinem Haushalt. Anderswo ist sie ein Luxusgegenstand.

Silke Diettrich in Neu-Delhi:

"Es gibt definitiv Mikrowellen in Indien, aber es ist ein absoluter Luxusgegenstand. Was nie in eine Mikrowelle in Indien reinkommt, ist Fertigessen, weil die Inder sehr darauf bedacht sind, zu kochen. Da würde man höchstens das Essen, was man sich vorher zurechtgemacht hat, hineintun. Aber ich kenne keinen indischen Haushalt, wo man einfach ein fertiges Mikrowellenessen isst."

Peter Lange in Prag:

"In Tschechien hat jeder zweite Haushalt eine Mikrowelle. Das war in den 90er-Jahren der Hit. Das einfache Kochen, ohne dass man Aufwand treiben musste. Das hat dann etwas abgenommen, weil es Berichte gab, dass diese Erwärmung der Speisen mit diesen Strahlen die Enzyme schädigt. Aber die Mikrowelle wird im Grunde nicht mehr genutzt."

Anne-Katrin Mellmann in Mexico City:

"In Mexiko sind Mikrowellen sehr verbreitet, die fehlt in keinem Haushalt. Die Mikrowelle wird hier für alles genutzt. Zum Warmmachen von Speisen, zum Teemachen oder für Popcorn. In den nicht so wohlhabenden Familien hat man nicht unbedingt eine Mikrowelle, sondern da wird Wert auf andere technische Geräte gelegt. Das ist der Liquadora, der Mixer, mit dem man morgens, mittags, abends Säfte und scharfe Soßen mixt. In den nicht so wohlhabenden Familien kann die Mikrowelle dann auch gern mal fehlen. Sie müssen sich ja vorstellen, dass hier auch oft noch über dem offenen Feuer gekocht wird. Und Strom gar nicht weitverbreitet ist. Und was soll da eine Mikrowelle?"

Jana Genth in Johannesburg:

"In Südafrika geht ohne Mikrowellen gar nichts. Mikrowellen sind Pflicht, egal wo man ist und bei wem man ist. Mikrowellen gibt es in jeder Küche und jedem Supermarkt. Da kann man sich die Sachen warm machen, die man gerade gekauft hat, und auf dem Weg essen. Eine Mikrowelle gibt es in jedem Café und überall. Die gehört in Südafrika zum Lebensstil dazu. Jeder hat sie und jeder nutzt sie. Fertiggerichte haben in Südafrika eine ziemlich gute Qualität. Man hat oft das Gefühl, man isst da jetzt eigentlich gar nichts Schlechtes."

Thielko Grieß in Moskau:

"Die Mikrowelle ist aufgetaucht als eine neue technische Errungenschaft in den 90er-Jahren und ist dann massenhaft in russische Küchen hineingestellt worden. Und sie ist auch in Cafeterien hineingestellt worden. Das habe ich hier entdeckt. Dort kann man sich einen Kaffee kaufen und sich sein eigenes Essen mitbringen in der Tupperbox und dann dort auch warm machen. Also, auch solche Mikrowellen im halböffentlichen Raum gibt es."

"Alltag anders" – wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese Email-Adresse: alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

Mehr zum Thema

Korrespondenten berichten über - Zäune
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 11.10.2019)

Korrespondenten berichten über - Trachten
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 04.10.2019)

Korrespondenten berichten über - Bärte
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 27.09.2019)

Studio 9

Markus Lüpertz in ChinaDer verschwundene Kunstschatz
Der Künstler Markus Lüpertz (picture alliance / AP / Matthias Schrader)

342 Werke von deutschen Künstlern im Wert von 300 Millionen Euro sind in China verschollen. Der Maler, Grafiker und Bildhauer Markus Lüpertz ist derzeit in Peking − weil er sich Sorgen um seine Arbeiten macht. Er prangert "kriminelle Methoden" an.Mehr

UN-Welttag der ToiletteEin sauberes Klo kann Leben retten
Ein transportables Toilettenhäuschen steht in der Meeresbrandung am Strand. (unsplash / Scott Walsh)

Während in Japan High-Tech-Toiletten hübsche Musik spielen und den Hintern fönen, um die Sitzung angenehm zu gestalten, müssen mehr als eine Milliarde Menschen ihr Geschäft im Freien verrichten. Der "Welttoilettentag" der UN soll das ändern.Mehr

weitere Beiträge

Hörgame

Kakadu

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur