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Alltag anders | Beitrag vom 02.08.2019

Korrespondenten berichten überKlimawandel

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Blick vom Kibbutz En Gedi in Israel auf das zurückgehende Ufer des Toten Meeres, aufgenommen am 22.Januar 2017. Mit dem rapiden Senkung des Wasserspiegels um mehr als einen Meter pro Jahr werden 'Sinkholes' zu einem verbreiteten Problem und stellen eine Gefährdung für Landwirtschaft und Tourismus dar. Die stetige Austrocknung des Toten Meeres bedroht nicht nur dessen Existenz sondern auch die Grundwasserresourcen der Region. (Corinna Kern/dpa)
Der Klimawandel ist in Israel nicht nur spürbar, sondern auch sichtbar, so wie hier bei der stetigen Austrocknung des Toten Meeres. (Corinna Kern/dpa)

Die Briten nehmen den Klimawandel ernst, auch in den USA ist das Thema allgegenwärtig. Im Alltag der Franzosen spielt er keine wirkliche Rolle.

Friedbert Meurer in London:

Die Briten nehmen den Klimawandel sehr ernst, aber so richtig spüren tut man ihn hier nicht. Es hat hier eine Aktion gegeben, da wurde am Oxford-Circle ein Camp errichtet, und da ging gar nichts mehr. U-Bahn-Linien wurden gesperrt. Der Londoner Bürgermeister fragte: Warum blockiert ihr denn ausgerechnet U-Bahn-Linien, die sind doch am klimafreundlichsten. Es gab auch die Überlegung sogar Heathrow lahmzulegen durch Drohneneinsatz. Da haben dann aber die Klimaaktivisten doch zurückgezuckt.

Nicole Markwald in Los Angeles:

Obwohl die USA einen Präsidenten haben, der sich sehr schwertut, den Klimawandel anzuerkennen, ist das Thema hier allgegenwärtig. Hier in LA an der Westküste. Es gibt auch andere Ecken in den USA, wo der Klimawandel eine Rolle spielt. Thema Florida oder Alabama, Mississippi, New Orleans, wo der Wasserpegel ständig steigt und ganze Städte bedroht sind, wo gesagt wird: Ihr könnt da bauen, aber es ist nicht klar, wie lange Ihr von den Wohnungen was habt.

Jürgen König in Paris:

Der Klimawandel spielt im Alltag der Franzosen keine wirkliche Rolle. Die Gelbwestenbewegung entstand, nachdem eine Ökosteuer auf Benzin verlangt wurde. Da wurde dann rasch gesagt, der Klimawandel ist mir völlig egal. Andererseits hat es immer wieder Demonstrationen gegeben, in denen zehntausende Franzosen einen härteren Kampf gegen den Klimawandel gefordert haben. An manchen Tagen wurde in bis zu 80 Städten in Frankreich demonstriert.

Tim Aßmann in Tel Aviv:

Klimawandel ist in Israel nicht nur spürbar, sondern auch sichtbar. Ganz plastisch wird das beim Toten Meer. Das Tote Meer stirbt - das klingt jetzt nach einem platten Witz – aber es ist tatsächlich so: Man sieht, wie der Pegel des Salzwassersees von Jahr zu Jahr dramatisch sinkt. Dürre ist auch in Israel ein großes Thema. Wassersparen, da setzt man in der Landwirtschaft drauf. Die Israelis sind führend bei Tröpfchenbewässerung. Es gibt immer mehr und immer dramatischere Waldbrände. Aber dass man hier "Fridays for Future"-Demos hätte, das gibt es nur ganz vereinzelt und ganz klein. Das ist in Israel noch kein großes Thema.

Linda Staude in Nairobi:

In Kenia sind die Auswirkungen des Klimawandels schon zu spüren. Wir haben immer häufiger Dürren, die immer länger dauern. Das Problem in Kenia ist außerdem, dass der Wechsel der Jahreszeiten nicht mehr vorhersehbar ist. Ich habe Farmer gesprochen, die gesagt haben: Früher konnten wir pflanzen und am nächsten Tag kam die Regenzeit und bewässerte die Pflanzen. Das ist heute nicht mehr planbar. Und das bedeutet natürlich auch, dass Lebensmittel knapp und damit teuer sind.

"Alltag anders" – wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese Email-Adresse: Alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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