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Alltag anders | Beitrag vom 01.11.2019

Korrespondenten berichten überKehrmaschinen

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Die Forscher wollen auch die Reinigungsleistung von Kehrmaschinen untersuchen. (Harald Sommer/Ingenieurgesellschaft Sieker mbH)
Kehrmaschinen gibt es in Prag in allen möglichen Ausführungen. Die historische Altstadt ist blitzblank. (Harald Sommer/Ingenieurgesellschaft Sieker mbH)

In manchen Ländern sind Kehrmaschinen ein Luxus. In anderen sind sie ständig im Einsatz. Und in Moskau erfüllen sie noch einen anderen Zweck.

Silke Diettrich in Neu Delhi:

"Hier in Neu-Delhi habe ich nur ganz wenige Kehrmaschinen gesehen, und das nur in edlen Stadtteilen. Es gibt menschliche Kehrmaschinen. Das sind Arbeiten, die immer noch von der niederen Kaste ausgeführt werden. Das sind Menschen, die früher zu den Unberührbaren gehörten. Die machen mit großen Reisigbesen die Straßen sauber. Aber unter den unteren Kasten ist das auch ein beliebter Beruf, weil man da verbeamtet wird. Man hat also definitiv einen sicheren Job."

Peter Lange in Prag:

"In Prag sehe ich Kehrmaschinen mindestens ein Mal die Woche. Kehrmaschinen gibt es in allen möglichen Ausführungen. Dazu noch diese Quads mit einem Staubsauger, mit denen der Straßenkehrer auf den Gehwegen rumfährt. Dazu Straßenkehrer mit Karren, Besen und Schaufel. Prag ist – ich kann es nicht anders sagen – die gute Stube der Tschechen. Und die historische Altstadt ist wirklich blitzblank."

Jana Genth in Johannesburg:

"In Südafrika gibt es menschliche Kehrmaschinen, die laufen mit Besen rum und haben Sauger, um das ganze dann in den Laster reinzubringen. Die menschlichen Kehrmaschinen kriegen wenig Geld für die Arbeit. Die sind den lieben langen Tag auf den Beinen. Dafür muss man schon ganz schön verzweifelt sein. Das sind in der Regel halt Schwarze. In Südafrika ist die menschliche Kehrmaschine tatsächlich die reinste Sisyphusarbeit, weil der Südafrikaner hat tatsächlich nicht so ein Müllbewusstsein. Wenn die fertig sind, können die gleich wieder von vorne anfangen."

Anne-Katrin Mellmann in Mexiko-City:

"Ich hab in Mexiko eigentlich noch nie Kehrmaschinen gesehen. Wenn der Tag beginnt werden erstmal die großen Kehrbesen herausgeholt und es wird die Straße gefegt. In Mexiko sind das meistens Reisigbesen. Die sind sehr groß und die schaffen auch richtig was weg. Die Straßen sind in Mexiko sehr sauber. In den Parks sieht man Dutzende, die den Park kehren und die ganzen Blätter einsammeln. Viele sind Frauen, manche haben auch so Wägelchen, die sie hinter sich herziehen."

Thielko Grieß in Moskau:

"Es gibt in Russland sowohl Kehrmaschinen, als auch Menschen, die mit Hand reinigen. Es gibt diese großen orangenen Kehrmaschinen. Das sind richtige LKWs, oftmals so versetzt – drei, vier nebeneinander. Dann gibt’s da noch die kleinen Straßen oder auch die Fußgängerzonen. Manchmal setze ich mich dort hin. Man kann da keine halbe Stunde verbringen, ohne dass so eine kleine Kehrmaschine durchzuckelt, sauber macht und den Asphalt und die Steine putzt. Ich habe das Gefühl, Moskau wird andauernd geputzt. Diese großen Kehrmaschinen erfüllen noch einen anderen Zweck. Man sieht sie nicht nur die Straßen sauber machen, sondern die sperren auch Straßen. Also, wenn mal eine Demonstration stattfindet oder eine öffentliche Veranstaltung, dann werden diese Plätze umstellt. Das dient natürlich auch dem Schutz vor Attentätern."

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