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Alltag anders / Archiv | Beitrag vom 29.03.2019

Korrespondenten berichten über Hiphop

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Nachtleben in Japan: Auf einem Hip-Hop-Konzert in Tokyo (dpa / picture alliance / Everett Kennedy Brown)
Auf einem Hiphop-Konzert in Tokyo (dpa / picture alliance / Everett Kennedy Brown)

Die kenianische Jugend hört viel Hiphop aus Amerika oder aus Nigeria. In Rom gibt es eine große Szene mit Kapuzenpullis und Skateboard unterm Arm, die auch sprayen. In Japan heißt es J-Pop. Graffiti gibt es hier nicht.

Björn Blaschke in Kairo:

"Hiphop hab ich hier noch nie gesehen in Ägypten. Tags und Sprayen gibt es in Kairo. In Ägypten wurde lange an die Mauern gesprayt. Es gab Graffitis und Sprüche, die da hinterlassen wurden. Insbesondere in den Seitenstraßen des Tahrir-Platzes. Da gab es ganz tolle Graffitis. Das ist in letzter Zeit etwas weniger geworden, weil das auch darunter fällt, was bei uns als freie Meinungsäußerung bezeichnet wird. Hier fällt es dann eher unter Erregung öffentlichen Ärgernisses. Weswegen man sich nicht traut, derlei Dinge noch an die Wände zu schreiben".

Jan-Christoph Kitzler in Rom:

"Es gibt hier auch Jugendliche, die hiphopper-Style pflegen. Mit Kapuzenpullis und Skateboard unterm Arm unterwegs. Die auch sprayen. Ich kenne auch Leute, die selber Musik machen, die in irgendeiner Garage selber Hiphop produzieren. Das ist schon eine große Szene hier in Rom. Die Jugendlichen wissen auch, wo sie da hingehen müssen. Das spielt ne Rolle." 

Linda Staude in Nairobi:

"Die kenianische Jugend hört natürlich Hiphop. Da reden wir von Hiphop aus Amerika und aus Nigeria. Man kann nicht sagen, dass es in Kenia so etwas wie eine Jugendkultur gibt. Einfach weil die Jugend so unterschiedlich aufwächst. Was die Jugend in Nairobi eint, ist die Sprache. Es gibt eine Jugendsprache, die sich Scheng nennt. Das ist eine Mischung aus Englisch, Arabisch und allen anderen Sprachen. Das ist eine Sprache, die die Jugend entwickelt hat, damit ihre Eltern nicht so genau wissen, was sie da eigentlich sagen."

Nicole Markwald in Los Angeles:

"Hiphop ist ein Riesenbereich hier in Amerika. Extrem beliebt. Wenn ich Auto fahre, läuft das im Radio. Einer der letzten Pulitzerpreisträger war ein Rapper, der Musik macht und die Texte dazu schreibt. Der hat dafür diese höchste Auszeichnung bekommen. Da sieht man, welchen Stellenwert diese Musik in der amerikanischen Gesellschaft hat. Es ist noch eine Jugendkultur. Inzwischen sind die ersten Hiphopper auch weit von ihrer Jugend entfernt. Ich sehe hier in Los Angeles auch 50-jährige auf dem Skateboard umherfahren. Leute auf Skateboards gibt es hier zu Hauf. Von vierjährigen bis 70jährigen. Wenn man hier in Santa Monica an den Strand geht, dann kommt man zu dem Skatepark, wo man Leuten, die es richtig gut können, zuschauen kann. Die machen Sprünge, drehen sich in der Luft und absolvieren diese ganzen Skateboardtricks."

Jürgen Hahnefeld in Japan:

"So was Ähnliches wie Hiphop gibt es in Japan auch, aber in der Variante Japans. Und da heißt es dann J-Pop. Die Koreaner haben diese Art von Pop-Musik erfunden und die Japaner haben es nachgemacht. K-Pop, J-Pop. Die Musik ist gefällig – für mich klingt das alles gleich. Aber die Bands sind wichtig. Die haben niemals unter 5 Personen. Eher 10. Entweder ist es eine Mädchen oder eine Jungs-Band. Und dann vollführen die tolle Tänze in tollen Kostümen. In Japan gibt es kein Graffiti. Es gibt wirklich nur brave Leute. Das ist die Eigenschaft dieses Volkes."

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