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Alltag anders | Beitrag vom 20.09.2019

Korrespondenten berichten überGroßeltern

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Portrait of happy extended family in garden model released Symbolfoto property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY RBF004759 Portrait of Happy Extended Family in Garden Model released Symbolic image Property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY RBF004759 (imago / Westend61)
Großeltern spielen eine wichtige Rolle im Familiengefüge. Nicht nur bei uns. (imago / Westend61)

In allen heute vorgestellten Ländern sind Oma und Opa der familiäre Mittelpunkt und Anker. Sie werden geschätzt, respektiert und innig geliebt.

Jan Pallokat, Warschau:

In Polen ist Institution Oma ein stehender Begriff. Es gibt hier in Polen diese berühmten Eurowaisen. Das sind Kinder, deren Eltern in England oder Deutschland arbeiten gehen und die dann bei den Großeltern aufgezogen werden müssen. Aber das kann man nicht auf ganz Polen anwenden. In den großen Städten, wo inzwischen auch Geld verdient wird, lebt man eher nicht mit der Oma oder dem Opa zusammen.

Jana Genth, Johannesburg:

Es ist tatsächlich so, dass Großeltern eine Riesenrolle spielen in Südafrika. Das Rausgeputzte und Feierliche gibt es in Südafrika nur sonntags, wenn die Leute in die Kirche gehen. Dann packen sich Oma und Opa in ihr schönstes weißes Klamöttchen, und die Kinder werden auch entsprechend eingekleidet. Dann gehen die mit den Großeltern in die Kirche. Ansonsten ist es eher Alltag, wenn Enkel mit ihren Großeltern was machen. Ich kenne viele Familien, die haben acht und mehr Kinder. In den afrikanischen Familien kann man eine Fußballmannschaft an Enkelkinder haben.

Steffen Wurzel, Shanghai:

Es ist so, dass die Familie das Ein und Alles ist in China. Es gibt in China unterschiedliche Begriffe für Großeltern. Es gibt nicht einfach nur Oma und Opa. Die Oma väterlicherseits heißt "neinei", und die Oma mütterlicherseits heißt "weipro". Und bei Opa genauso. Da gibt es den "jeje", das ist der väterliche Opa und den mütterlichen, das ist der "weigong". Für Chinesen ist es völlig verrückt, dass wir in Deutschland nur einen Begriff für Oma und Opa haben.

Silke Diettrich, Neu-Delhi:

Das Ekel-Großeltern-Verhältnis spielt eine Riesenrolle in Indien. Es ist in Indien so, dass sich alle Kinder und Enkelkinder um die alten Menschen kümmern. Weil die eine Menge Respekt noch haben und selber von denen großgezogen wurden. Und ich kenne sehr viele Menschen hier in Indien, die eine sehr innige Beziehung zu ihren Großeltern haben.

Thilo Kößler, Washington:

Großeltern sind ein großer Segen. Die Amerikaner sind ja ausgesprochene Familientiere. Family-first ist hier das Motto. Großeltern sind der familiäre Mittelpunkt, eine Art Anker der Familienbiografie. Der Fixpunkt in dieser Gesellschaft, die es mit so vielen sozialen Härten zu tun hat. Im Grunde sind Großeltern so etwas wie die inoffizielle Sozialversicherung in vielen Familien. Die Enkel werden verhätschelt. Das sind diejenigen, auf die sich die gesamte Familie konzentriert. Und die Großeltern tun das mit besonderer Hingabe. Das zeigt sich besonders am Thanksgiving Day, wenn die ganze Familie um den Truthahn herumsitzt und das trockene Truthahnfleisch kaut.

"Alltag anders" – wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese Email-Adresse: Alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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