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Alltag anders | Beitrag vom 25.10.2019

Korrespondenten berichten überGalerien

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Eine Frau betrachtet ein Gemälde in einer Ausstellung, ihr sommerliches Oberteil und das Bild haben ein ähnliches Muster. (Vincent Tantardini / unsplash.com)
Madrid sei eine Kunststadt, Singapur eher nicht – so sehen es unsere Korrespondenten. (Vincent Tantardini / unsplash.com)

Raum für Kunst kann fast überall entstehen: In manchen Städten werden Wohngemeinschaften und U-Bahn-Stationen zu Galerien. Doch anderswo soll Kunst bloß das Image aufpolieren.

Lena Bodewein in Singapur:

"Singapur hat sich vor einigen Jahren gedacht: Das fehlt uns ein wenig in unserem Image. Da haben sie Militärbaracken umbauen lassen und für Galerien freigegeben. Es gibt Alternativszenen in Singapur, aber die haben es nicht leicht, weil sie wenige Räumlichkeiten haben. Es gibt keine Abrisshäuser, die irgendwie freigegeben werden. Das gibt es wenn, nur ganz kurz, und dann ist dieser Stern auch schon wieder verglüht. Da kann nichts von Dauer entstehen. Der Humus für so etwas ist nicht da. Das ist nicht die Kernkompetenz dieser Stadt."

Carsten Schmiester in Stockholm:

"Es gibt eine kommunale Galerie, die ich sehr schön finde. Das ist die U-Bahn. Wir haben hier 100 U-Bahnstationen und 90 davon sind mit Kunst verziert worden. Wer mal hier in Stockholm ist: unbedingt hinfahren! Es konzentriert sich alles auf Södermalm. Das ist der Prenzlauer Berg von Stockholm, wo auch die ganzen Szenekneipen sind und die ganze Szenekunst. Das ist, glaube ich, in New York oder London relativ ähnlich. Es gibt natürlich auch landestypische Kunst. Das ist so Sami-Kunst aus dem hohen Norden. Und dann erliegen auch angesehene Maler hin und wieder der Versuchung, die Schönheiten der hiesigen Natur abzumalen, weil das nachgefragt ist und landestypisch wahrgenommen wird."

Oliver Neuroth in Madrid:

"Madrid ist eine Kunststadt. Wir haben hochkarätige Kunst, die ausgestellt wird. Galerien gibt es auch viele, vor allem private. Und da habe ich den Eindruck, dass der Einfluss von Südamerika immer größer wird hier in Madrid. Ich habe hier eine Galerie gefunden, in der es um Flugzeugteile geht. Da hat ein Künstler alte Flugzeugteile umlackiert, kreativ umgestaltet. Zum Beispiel einen Teil einer Turbine, wo ich dann ganz verblüfft vorstand und dachte: Das wäre doch was! Aber dann sah ich, dass das 12.000 Euro kostet. Dann habe ich davon doch wieder Abstand genommen."

Christina Fee Moebus in Mexiko City:

"Die Kunstszene in Mexiko-Stadt ist wirklich sehr groß. Die städtische Oberschicht ist verrückt nach zeitgenössischer Kunst. In Mexiko gibt es viel zu sehen. Es gibt zum einen die prestigeträchtigen Galerien, die High-Class-Galerien. Ganz bekannt ist auch das MOMA von Mexiko-Stadt. Aber mein Tipp in Mexiko: Es lohnt sich auch, auf den Straßen in Mexiko herumzulaufen. Es gibt unglaublich viel Straßenkunst. Graffiti, Wandmalereien. Und es gibt ganz viele coole, hippe Läden, die ihre Kunst zur Schau stellen. Es lohnt sich, jenseits der abgetretenen Pfade auf die Suche zu gehen. In Mexiko-Stadt kann man auch auf Tipps von Eingeweihten ganz geheime, kleine Galerien entdecken. WGs, die zu Galerien umgewandelt werden. Kleine Hinterhöfe, oder leer stehende Hallen, die werden alle genutzt, um da die eigene Kunst ausstellen zu können."

Björn Blaschke in Kairo:

"Es gibt in Kairo mehrere Galerien. Da sieht man Gemälde von zeitgenössischen ägyptischen Künstlern. Es gibt Galerien, in denen auch Antiquitäten dargeboten werden. Ich kenne eine Galerie, in der werden Taschen mit einem speziellen ägyptischen Design ausgestellt, Taschen, Wandteppiche und ähnliches. Es gibt mehrere Galerien. Das sind sehr angenehme Orte. Selten geht man da aber als normaler Ägypter rein."

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