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Alltag anders | Beitrag vom 16.10.2020

Korrespondenten berichten überE-Bikes

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Batterie an einem Elektrofahrrad - aufgenommen in Belgien (dpa / picture alliance / imageBROKER)
Auch international sind E-Bikes immer häufiger zu sehen. (dpa / picture alliance / imageBROKER)

In Ägypten gibt es keine E-Bikes. Die Schweden nehmen die Akkus mit, bevor sie geklaut werden. In Kenia haben sie Black Mambas, Fahrräder, zusammengeschweißt aus allem Möglichen.

Björn Blaschke in Kairo:

"Ich habe noch kein E-Bike hier in Ägypten gesehen. Nirgendwo. Weder auf dem Land, noch in der Großstadt. Das gibt es hier nicht. Was man sieht, sind mittlerweile normale Fahrräder. Nachdem der Präsident einmal vorgemacht hat, dass er sportlich ist. Er wollte damit ein Vorbild sein für den Rest der Gesellschaft. Seither fahren mehr Leute Fahrrad, insbesondere freitags, also am Hauptwochenendtag."

Carsten Schmiester in Stockholm:

"In Schweden hat man natürlich auch den Trend erkannt. Und dann wurde der Staat auch großzügig und hat zwischen 2018 und diesem Jahr diese E-Bikes – sogar E-Roller - gefördert mit einer Investitionsprämie. Auch wenn man immer denkt Schweden ist Bullerbü und hier passiert nichts Böses. Hier wird natürlich auch geklaut. Und ich hab oft gesehen, dass gerade bei hochwertigeren Fahrrädern die Leute die Akkus mitnehmen. Was hier sehr in ist, sind diese Transportfahrräder. Also nicht ein normales Fahrrad, sondern diese Lastenfahrräder. Da hat man vorne noch eine große Ladefläche. Da sind oft auch Sitzbänke für Kinder drin. Die Dinger haben richtig große Akkus. Ich nehme an, dass die viel Geld kosten. Und wenn man so einen armen Menschen sieht, der so ein Fahrrad anschließt, dann hat er erstmal dieses riesig schwere Schloss zu händeln – oder sie, oft sind das auch Frauen – und dann asten die so richtig mit den schweren Akkus durch die Gegend. In Schweden, ein bisschen weiter draußen, da wo – meist sind es ja die wilden Männer – regieren, da sind natürlich diese Crossbikes gefragt. Und wer da mit ner Batterie rumgurkt, ist ein Weichei!"

Antje Diekhans in Nairobi:

"Elektrofahrräder sieht man in Nairobi noch überhaupt nicht. Was es hier gibt in Kenia, das sind die Black Mambas. Das sind so Fahrräder, die werden aus allem möglichen zusammengeschweißt, was man so finden kann. Also natürlich irgendwelche Metallteile. Und das sind dann erstaunlicherweise ganz robuste Konstruktionen, die haben so richtig dicke Reifen, damit kann man dann auch durch das ein oder andere Schlagloch durchaus mal fahren. Das sind dann aber auch schwere Fahrräder. Da braucht man, um vom Fleck zu kommen, dann schon richtig Muskelkraft. Da noch nicht mal eine Gangschaltung."

Thielko Grieß in Moskau:

"E-Bikes, E-Roller, alle möglichen Gefährte, an denen ein Akku dran ist, die sind in Russland ein wirklich großer Trend. Hier im Gorki-Park ist es so, dass man auch E-Scooter leihen kann. Und man sieht wahnsinnig viele Leute, die damit umherflitzen, am Fluss entlang, an der Moskwa entlang. Ich war neulich joggen dort und mir kam eine E-Scooter-Fahrerin entgegen mit hoher Geschwindigkeit. Also weiche ich nach rechts aus. Dann fiel ihr ein, dass sie nach links ausweicht. Was damit endete, dass sie in mein Schienbein geknallt ist. Das hat ziemlich geblutet. Also ich weiß jetzt auch, wie es ist, mit so einem Ding zusammen zu stoßen."

Katharina Wilhelm in Los Angeles:

"Hier in Kalifornien ist es tatsächlich so: Hier wird Rad gefahren. E-Bikes sehe ich immer öfter. Gerade jetzt in der Corona-Zeit ist mir aufgefallen, dass es in Los Angeles speziell unglaublich viele Radfahrer gibt. Viele Fahrradläden sagen: Wir haben gar keine Fahrräder mehr. Wir kommen nicht nach, auch mit den Bestellungen, weil die Menschen zum einen auf einmal zuhause geblieben sind. Zuhause geblieben sind und gearbeitet haben, aber gleichzeitig unterwegs sein wollten, Sport machen wollen. Hier haben die Fitnessstudios zu, und wir haben tatsächlich, ja in Kalifornien, Steigungen und Gefälle. Da helfen die E-Bikes natürlich voranzukommen."

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