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Alltag anders / Archiv | Beitrag vom 14.12.2018

Korrespondenten berichten überDampfen

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Eine Frau raucht in Hamburg eine elektrische Zigarette. Die elektronische Zigarette wird als "gesunde Alternative" zum Rauchen gehandelt, da sie keinen Tabak verbrennt. Kritiker warnen aber davor, die Auswirkungen des E-Glimmstängels zu unterschätzen. (dpa / Marcus Brandt )
E-Zigaretten sind langsam auf dem Vormarsch, ob als "ungefährliche Alternative" zum Rauchen oder als modisches Accessoire. (dpa / Marcus Brandt )

Während E-Zigaretten in Kenia eigentlich unbekannt sind, setzen sie sich in Ägypten immer mehr durch. Hier wird man eher komisch angeguckt, wenn man nicht raucht. In Tokio sind sie sehr teuer aber als schicker Modeartikel beliebt.

Linda Staude in Nairobi:

"Elektrozigaretten sind nur etwas für die so genannten Expats, weil diese Dampfer in Kenia eigentlich unbekannt sind. Wenn sie hier jemanden fragen, ob er eine E-Zigarette kennt, dann werden sie auf verständnisloses Kopfschütteln treffen. Die Kenianer sind ein sehr höfliches Volk, das heißt, selbst wenn sie mit einem Dampfer auf der Straße rumlaufen, würde keiner auf Sie zu kommen und fragen, sonst geht’s dir aber noch gut? Die Kenianer haben auch Antirauchergesetze. Wenn sie in Nairobi selbst auf der Straße rauchen und sie die Ordnungshüter dran kriegen, dann müssen sie eine Strafe bezahlen. Es gibt in der Innenstadt extra kleine Häuschen, und die sind als Raucherhütten ausgewiesen."

Jürgen Hahnefeld in Tokio:

"In Tokio sind diese E-Zigaretten sehr teuer, aber auch schick gemacht für Damenhände und da man hier in vielen Lokalen auch noch rauchen kann, ist es sogar schick, wenn eine junge Frau so einen Dampfer in der Hand hält. Ja, es ist ein Modeartikel und angeblich auch vollkommen ungefährlich."

Jan-Christoph Kitzler in Rom:

"Man sieht schon öfter hier im Stadtbild in Rom, dass Leute an diesen Geräten nuckeln. Das ist in Italien aber wie vieles so ein bisschen eine Modefrage, so ein Accessoire. Italien ist ja ganz streng, was das Rauchen in öffentlichen Lokalen angeht, das gibt es einfach nicht. Als das damals eingeführt wurde, haben alle gedacht, das wird sich nie durchsetzen, aber das klappt wunderbar. Es wird in italienischen Restaurants nicht geraucht, auch keine E-Zigarette. Alle gehen raus."

Björn Blaschke in Kairo:

"E-Zigaretten setzen sich in Ägypten immer mehr durch. Die Flüssigkeiten dafür kann man mittlerweile hier auch kaufen. Eine Zeitlang musste man die sich aus dem Ausland mitbringen. Je weiter sich das hier verbreitet, desto weniger komisch wird man angeguckt. Man wird eher komisch angeguckt, wenn man nicht raucht. Insgesamt ist dieses Land eines, in dem man einfach noch unverhohlen mit richtigen Zigaretten vor sich hin stinken kann."

Anne-Katrin Mellmann in Mexiko-Stadt:

"Diese Dampfer sind hier nicht so einfach zu bekommen und wenn, dann sind diese Kartuschen sehr teuer. Am Flughafen bekommt man so was zum Beispiel. Ich habe den Eindruck, dass es sich noch nicht so herum gesprochen hat. Vielleicht so in Büros, in denen das Rauchen verboten ist, wie bei uns im ARD-Studio, da haben wir eine Dampferin."

"Alltag anders" – wie immer zusammengestellt von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt. Und wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gern an diese Adresse Alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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