Freitag, 17.09.2021
 

Alltag anders / Archiv | Beitrag vom 26.02.2021

Korrespondenten berichten überChaiselongue

Von Mattthias Baxmann und Matthias Eckoldt

Detailansicht eines roten Luxus-Ledersofas. (www.imago-images.de / Panthermedia / NomadSoul)
Sofa, Chaiselongue, Diwan - die Namen und Formen unterscheiden sich, aber Polstermöbel gibt es fast überall. (www.imago-images.de / Panthermedia / NomadSoul)

In der arabischen Welt gibt es den Diwan. Die Kenianer haben manchmal Wohnzimmer, die nur aus Sofa bestehen. In die USA hat eine schwedische Möbelkette eine minimalistische Art des Einrichtens mitgebracht.

Björn Blaschke in Kairo:

"Es gibt den Diwan in der gesamten arabischen Welt, also gibt es den Diwan oder die Chaiselongue auch in Ägypten. Ich habe zum Beispiel eine Chaiselongue, die Dichtercouch, wie ich sie zu nennen pflege. Das ist so richtig ein Möbelstück, auf dem man eben allein sitzt. Couchgarnituren hingegen sind in Ägypten zumindest in den wohlhabenderen Kreisen durchaus verbreitet. Das sind riesige Sofas und Sessel dazu, in denen man richtig versinken kann. Und je plüschiger, desto besser. Das ist richtig arabisches Barock, wenn es geht mit Goldfarben und schrecklichen Rosenmustern."

Carsten Schmiester in Stockholm:

"Sie haben es in Schweden sehr gerne müsit, wie das so schön heißt. Also gemütlich: ganz bestimmt das Sofa, weil sie da in den langen, langen Winternächten ewig drin lümmeln vor dem Kamin zu Hause. Das ist, wenn man das als erweitertes Möbel bezeichnet, auch ein Muss, weil es hier halt acht Monate wie im Kühlschrank ist, mit Lampe kaputt. Da braucht man irgendwas Gemütliches. Und im Sommer, fiel mir so auf, sieht man, wo immer mal zwei Bäume gerade zufällig nicht ganz weit auseinander stehen, hängen sie da Hängematten zwischen und legen sich rein. Das ist denen auch sehr wichtig."

Antje Diekhans in Kenia:

"In Kenia können Sofas gar nicht plüschig genug sein. Da wundere ich mich manchmal, was hier so für Riesenteile verkauft werden mit goldenen Füßen dran. Der kenianische Geschmack: Es muss groß und plüschig sein. Tatsächlich komme ich in Kenia manchmal in Wohnzimmer und das ganze Wohnzimmer besteht fast nur aus Sofa. Also das reicht von einer Wand zur anderen und dann steht vielleicht noch der plüschige Sessel daneben, aber diese Teile sind echt monströs. Das muss man schon wollen, das im Wohnzimmer zu haben, aber die Kenianer haben ja auch oft große Familien, also müssen die auch irgendwie alle auf dieses Sofa passen."

Thielko Grieß in Moskau:

"Eine Chaiselongue ist in Russland, ich würde sagen, nicht unbedingt verbreitet. Es gibt sie, ich habe sie auch schon mal gesehen. In ganz vielen Wohnungen in Russland, die ich von innen gesehen habe, gibt es sehr viel Plüsch. Das hängt damit zusammen, dass Plüsch, dass Einrichtung, dass Tüll, dass Dekoration, dass das alles ja auch kostet. Und was etwas kostet, wird eben auch vorgeführt und gezeigt. Eines der wichtigsten Möbelstücke ist so ein Sofa, das immer auch ausgezogen werden kann zu einem Bett. Sie glauben gar nicht, wie viele Vermieter ich schon gesehen habe, die mir als großes Asset ihrer Wohnung vorgeführt haben: Hier, da ist das Sofa, da können Sie Fernsehen gucken usw. Und wenn Sie mal Besuch haben, dann zack, ziehen Sie das einfach aus."

Katharina Wilhelm in Los Angeles:

"Ja, die Amerikaner haben auch ihr Plüschsofa. Und dann noch so einen Plastikbezug drüber, damit das Plüschsofa auch nicht irgendwie beschädigt wird. Was mir aufgefallen ist, die Amerikaner haben gelernt, sich besser einzurichten in den vergangenen Jahren. Ich glaube das liegt an – Achtung – IKEA, die ja hier so langsam auf dem Vormarsch waren und so eine nordisch-skandinavische minimalistische Art des Einrichtens mitgebracht haben. Bisschen mehr weg vom Plüsch, vom braunen Cordsofa, die ich hier immer nochmal so entdeckt habe zwischendrin, zu einem ganz minimalistisch gesetzten Stil. Wenn man ein bisschen mehr Geld und ein größeres Haus hat, dann haben die Amerikaner auch einen Formal Living Room. Also ein formales Wohnzimmer, in dem dann eben die besonders schönen Sofas und Stühle und Teppiche ausgestellt werden. Und dann nochmal einen Family Room und das ist dann das Wohnzimmer, in dem es auch gemütlicher ist und in dem dann vielleicht auch ein plüschiges Sofa steht."

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