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Dienstag, 28.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. September 2021

Korchide: Ende für Begriffe wie "Mehrheitsgesellschaft"

Der islamische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide plädiert für die Entwicklung einer gemeinsamen Identität von Muslimen und Nichtmuslimen. Statt von "Wir Deutsche" und "Ihr Muslime" sollte seiner Ansicht nach von einem großen "Wir" gesprochen werden. Begriffe wie "Mehrheitsgesellschaft" sollten dafür weggelegt werden, sagte der Leiter des Zentrums für islamische Theologie an der Uni Münster dem Evangelischen Pressedienst. Darin habe sich das Bild der Muslime als "die Anderen" verfestigt. Der Forscher warnte davor, das Verhältnis von Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland pauschal zu problematisieren: Das wäre nur Wasser auf die Mühlen von Populisten.

Berliner Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch ist tot

Der Berliner Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch ist tot. Das berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg und bezieht sich auf den Anwalt und Kunstmäzen Peter Raue. Zuvor hatten "Bild" und "B.Z." gemeldet, dass Pietzsch gestern Abend im Alter von 91 Jahren gestorben sei. Gemeinsam mit seiner Frau hatte Pietzsch eine bedeutende Kunstsammlung aufgebaut, die künftig im Museum der Moderne am Berliner Kulturforum präsentiert werden soll. Zu den Werken seiner Sammlung gehören Maler der klassischen Moderne wie Salvador Dalí, Max Ernst, René Magritte, Joan Miró und Yves Tanguy.

Neues Teleskop soll bald in den Weltraum starten

Mehr als drei Jahre später als geplant soll das neue Weltraumteleskop «James Webb» nun bald ins All starten. Das Gemeinschaftsprojekt der Weltraumbehörden Europas, der USA und Kanadas soll am 18. Dezember vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana auf den Weg gebracht werden, wie die Europäische Weltraumorganisation ESA mitteilte. Das Ziel liegt 1,5 Millionen Kilometer weit im Weltraum. Bis das Teleskop dort ankommt, wird es etwa vier Wochen dauern. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen durch das Projekt mehr über das frühe Universum lernen. Sie hoffen auf einen Blick zurück in das Weltall kurz nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren. «James Webb» folgt auf das Teleskop «Hubble», das seit mehr als 30 Jahren im Einsatz ist.

WDR will Verbot von Dokumentation über Riefenstahl prüfen

Nachdem die NS-Regisseurin Leni Riefenstahl 1985 juristisch ein Aufführungsverbot für die WDR-Dokumentation „Zeit des Schweigens und der Dunkelheit" von Nina Gladitz erwirkt hatte, will der WDR den Vorgang nun prüfen. Das teilte der Sender in einem Schreiben an Deutschlandfunk Kultur mit. Zuvor hatte der Journalist Gerhard Beckmann in einem offenen Brief gefordert, dass der Film als seltenes Zeitzeugen-Dokument der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müsse. Alles andere sei unvorstellbar, so Beckmann, das formaljuristisch begründete Urteil hätte heute keinen Bestand mehr und sei inzwischen verjährt. Gladitz‘ Dokumentation beschreibt das Schicksal von Sinti und Roma, die für den Riefenstahl-Film "Tiefland" als Komparsen arbeiteten. Riefenstahl klagte gegen die Film-Aussage, sie habe gewusst, dass die Komparsen später in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert werden würden.

Kein Ersatztermin für Xavier Naidoo in Regensburg

Xavier Naidoo wird 2022 nicht in Regensburg auftreten. Anders als für andere Veranstaltungen der Thurn und Taxis Schlossfestspiele gibt es für das Konzert des umstrittenen Sängers keinen Ersatztermin. Den habe man trotz aller Bemühungen leider nicht realisieren können, teilte der Veranstalter Odeon Concerte mit, die Politik habe darauf aber keinen Einfluss gehabt. Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer hatte im letzten Jahr aufgefordert, das Naidoo-Konzert noch einmal zu überdenken. Geplante Auftritte des Sängers werden immer wieder zum Politikum. Xavier Naidoo verbreitet seit Jahren Verschwörungsmythen, zuletzt etwa von der QAnon-Bewegung.

Jodl-Grab: Aktionskünstler will Urteil nicht hinnehmen

Der Streit um das Jodl-Grab geht weiter. Der Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner hatte den Gedenkort für den NS-Verbrecher Alfred Jodl auf der Pfaueninsel im Chiemsees mit roter Farbe beschmiert und will nach seiner Verurteilung durch das Landgericht Traunstein Revision beim Bayerischen Obersten Landesgericht einreichen. Das Landgericht hatte den Künstler Ende August zu einer Geldstrafe von 2.250 Euro verurteilt. Aus Kastners Sicht war die Aktion ein Protest gegen das "illegale Ehrenmal" für den Wehrmachtsoffizier. Obwohl Alfred Jodl nicht selbst in dem Familiengrab liegt, sind dort seine Lebensdaten angebracht, sein Militärrang eines Generaloberst und die Darstellung eines Eisernen Kreuzes. Nachfahren von Jodl hatten gegen Kastner geklagt.

Oper Wuppertal weicht Hochwasserschäden aus

Die Oper Wuppertal weicht wegen Hochwasserschäden auf drei alternative Spielstätten aus. Die Stücke sollen in den Werkstätten der Wuppertaler Bühnen, im Erholungshaus in Leverkusen und in der Historischen Stadthalle Wuppertal aufgeführt werden, wie die Oper mitteilte. Ein technisch eingeschränkter Spielbetrieb auf der Großen Bühne der Oper soll ab Dezember wieder möglich sein. Als erste Produktion soll dort "Die Zauberflöte" von Mozart aufgeführt werden.

Klarinettist Jörg Widmann mit Würth-Preis ausgezeichnet

Der Klarinettist Jörg Widmann ist mit dem Würth-Preis der Kulturorganisation Jeunesses Musicales Deutschland geehrt worden. Widmann sei "als universelle Musikerpersönlichkeit, die ihre spielerische Virtuosität in den Dienst von Wahrhaftigkeit und Sinnhaftigkeit der musikalischen Aussage stellt" ausgezeichnet worden, teilte der Verein im baden-württembergischen Weikersheim mit. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Serebrennikow feiert umjubelte Filmpremiere in Moskau

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow hat seinen Film "Petrows Grippe" in Moskau vorgestellt. Der 52-Jährige sagte bei der umjubelten Premierenfeier in einem Künstlerkino, er sei froh, dass er der Welt einen Film über das Leben in Russland und über die Phantasien der Menschen zeigen könne. Serebrenbnikow war im vergangenen Jahr in einem umstrittenen Gerichtsverfahren wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Sein Film handelt von der an Grippe erkrankten und vom Fieberwahn geplagten Familie Petrow. Er ist ein bewusst grotesk überdrehtes und zeitloses Kaleidoskop der russischen Gesellschaft. Uraufgeführt wurde er beim Filmfestival in Cannes.

Schriftstellerin Bärbel Reetz erhält Hesse-Preis

Der Preis der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Bärbel Reetz. Die Gesellschaft ehre damit eine Forscherin und Autorin, die mit Erzählungen wie "Zeitsprung" und Romanen wie "Die russische Patientin" und "Lenins Schwestern" große Beachtung gefunden habe, so eine Sprecherin der Stadt Calw. Zudem habe sie sich auch um die Hermann Hesse-Forschung große Verdienste erworben, ihr Buch "Hesses Frauen" sei ein Standardwerk der Hesse-Forschung. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis soll der Schriftstellerin am 20. November in Calw übergeben werden.

Hape Kerkeling bekommt Fernsehpreis

Der Entertainer und Autor Hape Kerkeling wird für seine Leistungen mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt. Im Laufe seiner Karriere sei Kerkeling Protagonist zahlreicher "prägender TV-Shows" gewesen, er habe Kinofilme inszeniert und sei in den Charts gelandet, teilte das Ständige Sekretariat des Fernsehpreises in Köln mit. Als Autor ("Ich bin dann mal weg") habe er sich zudem als "sensibler und genauer Beobachter" erwiesen. Der gebürtige Recklinghäuser soll den Ehrenpreis der Stifter am 16. September persönlich entgegennehmen. Der Deutsche Fernsehpreis wird seit dem Jahr 1999 von RTL, ZDF, Sat.1, ARD und der Deutschen Telekom gestiftet.

Jugendbuchpreis "Buxtehuder Bulle" geht an Alan Gratz

Der US-amerikanische Autor Alan Gratz hat den renommierten deutschen Jugendbuchpreis "Buxtehuder Bulle" gewonnen. Sein Roman "Vor uns das Meer. Drei Jugendliche, drei Jahrzehnte, eine Hoffnung" ist der Siegertitel des Wettbewerbs 2021. Gratz verwebe in seinem Roman geschickt und spannend die Fluchtgeschichten von drei Kindern aus Deutschland, Kuba und Syrien zu unterschiedlichen Zeiten, hieß es in der Begründung. Gratz Roman lieferte sich mit Lina Frischs "Falling Skye. Kannst du deinem Verstand trauen?" und "Der Papierkranich" von der britischen Autorin Kerry Drewery ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Auswahl unter den Nominierten traf eine Jury von aus elf Jugendliche und elf Erwachsenen. Die mit 5.000 Euro und einer Stahlplastik in Form eines Bullen dotierte Auszeichnung der Stadt Buxtehude feiert in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum.

Laschet reist als Kulturbevollmächtiger nach Paris

Als offizieller Kulturbevollmächtigter trifft Unions-Spitzenkandidat Armin Laschet heute den französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris. Bei den Gesprächen soll es um die kulturelle Zusammenarbeit mit Frankreich gehen. Laschet erklärte dazu, er wolle die bereichernde Erfahrung von Austausch und Begegnung auch der jüngeren Generation immer wieder nahebringen - besonders nach den Erfahrungen in der Corona-Pandemie. Kultureller Austausch dürfe keine "Eliten-Erfahrung" sein, sondern solle allen jungen Menschen möglich sein. Inoffiziell geht es bei dem Treffen aber auch um ein Ausloten gemeinsamer Positionen mit Blick auf den anstehenden Wechsel im Kanzleramt. Am Montag erst hatte Macron den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz im Elysée-Palast in Paris empfangen.

WhatsApp lässt offenbar Chats mitlesen

Der zu Facebook gehörende Messenger-Dienst WhatsApp lässt offenbar die Nachrichten seiner Nutzerinnen und Nutzer mitlesen. Das berichtet das US-Magazin "ProPublica". Demnach sind täglich mehr als tausend Leiharbeitskräfte damit beschäftigt, Chats zu durchsuchen, die von anderen Nutzern wegen ihrer Inhalte gemeldet wurden. Gesucht werde zum Beispiel nach sexueller Gewalt gegen Kinder oder nach Planungen von Terroranschlägen.

Vater von Britney Spears tritt als Vormund ab

Der Vater der US-Popsängerin Britney Spears tritt offenbar als Vormund für seine Tochter ab. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer US-Medien stellte er beim zuständigen Gericht in Los Angeles einen entsprechenden Antrag. Britney Spears steht seit 2008 unter der Vormundschaft ihres Vaters, nachdem sie wegen privater und beruflicher Probleme psychisch zusammengebrochen war. Vater und Tochter führen deshalb seit geraumer Zeit einen erbitterten Rechtsstreit.

Internationales Literaturfestival Berlin beginnt

Am Mittwochabend beginnt das Internationale Literaturfestival Berlin. Zur Eröffnung spricht die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani, die auch aus ihrem neuen Roman "Das Land der Anderen" liest. Bis zum 18. September stellen rund 160 Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre aktuellen literarischen Neuerscheinungen vor und diskutieren über politische Themen. Prominente Namen sind zum Beispiel Judith Hermann, Christian Kracht oder Eva Menasse. Einige Veranstaltungen werden im Internet übertragen.

Heute ist Weltalphabetisierungstag

Am heutigen Mittwoch wird der Weltalphabetisierungstag begangen. Er erinnert daran, dass weltweit mehr als 700 Millionen Erwachsene nicht ausreichend lesen und schreiben können, in Deutschland sind es über sechs Millionen. Nicole Pöppel vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung verwies im ARD-Fernsehen auf die schwierige Situation der Betroffenen. Diese hätten zumeist nur begrenzt Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Hier könnten Ent-Tabuisierung und Aufklärung helfen.

Klopstock-Preis 2021 für Annett Gröschner

Die Schriftstellerin Annett Gröschner ist in Quedlinburg mit dem diesjährigen Klopstock-Preis für neue Literatur geehrt worden. Die Auszeichnung soll sowohl den Wert der Literatur als auch den Wert der Kultur des Lesens unterstreichen, wie Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) zur Übergabe des Preises laut Mitteilung erklärte. Gröschner erhält den mit 12.000 Euro dotierten Preis für ihr Gesamtwerk. Neben dem Hauptpreis wurde auch ein mit 3.000 Euro dotierter Förderpreis vergeben. Er ging an den Magdeburger Autor Henning Moneta. Die Auszeichnung wird an Nachwuchsautoren aus Sachsen-Anhalt vergeben, deren Debütveröffentlichung bundesweit Beachtung gefunden hat.

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