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Tonart | Beitrag vom 22.12.2020

Konzertbranche in der KriseEin verlorenes Jahr

Dieter Semmelmann im Gespräch mit Andreas Müller

Dieter Semmelmann (picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Britta Pedersen)
Dieter Semmelmann sieht die Gefahr, dass viele Konzertagenturen die Krise nicht überleben könnten. (picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Britta Pedersen)

Dass die Coronapandemie für die Konzertbranche ein Desaster wird, war allen klar. Zum Jahresende sind nun handfeste Zahlen da. Dieter Semmelmann von Semmel-Concerts zieht Bilanz: "Wir schließen mit einem hohen siebenstelligen Verlust ab."

Die Pandemie hat für gewaltige wirtschaftliche Schäden gesorgt. Neben der Gastronomie ist vor allem die Kulturbranche stark betroffen, wo fast gar nichts mehr ging. Nur im Spätsommer konnten ein paar Outdoor-Konzerte stattfinden, wie Dieter Semmelmann von Semmel-Concerts sich erinnert:

"Ich würde diese Erfahrung nicht missen wollen. Wobei man natürlich ehrlicherweise schon sagen muss, dass wir relativ schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden. Und ehrlicherweise sind wir heute in der Situation, dass wir ohne jegliche Perspektive für das kommende Jahr agieren müssen."

1.500 Veranstaltungen mussten verschoben werden

Semmel-Concerts habe diese Jahr 1.500 Veranstaltungen verlegen müssen, teilweise schon bis 2022. Semmelmann besxchreibt 2020 als verlorenes Jahr: "Wir haben weit über 90 Prozent unseres normalen Umsatzes verloren und wir schließen dieses Jahr mit einem hohen siebenstelligen Verlust ab."

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Über die letzten Monate sei es zwar dank Mitteln wie dem Kurzarbeitergeld möglich gewesen, den überwiegenden Teil der Mitarbeiter zu behalten. Die Agentur habe in den letzten Jahren gut gewirtschaftet und deshalb ein Polster. Doch als eher großes Unternehmen habe man wenig von den Fördermitteln der Bundesregierung profitieren können. Deshalb freue Semmelmann sich auch über den Vorstoß von Finanzminister Olaf Scholz, der eine Art Veranstaltungsversicherung versprochen hat. Doch es gibt auch Zweifel:

"Ehrlicherweise ist dieser Vorstoß noch nicht ausgearbeitet und das Modell noch nicht durchgeplant. Wenn das so umgesetzt wird, wie wir es uns vorstellen, sodass wirklich die verlustigen Einnahmen wegen erneuter Einschränkungen ersetzt werden, dann wäre es für uns sicherlich eine große Hilfe und für die gesamte Branche ein Hoffnungsschimmer, dass wir relativ bald wieder anfangen können."

Erst 2022 wird der volle Schaden deutlich werden

Trotzdem sieht Semmelmann die Gefahr, dass viele Konzertagenturen die Krise nicht überleben würden. Zwar würde momentan helfen, dass viele Menschen ihre gekauften Tickets nicht zurückgeben würden, doch erst 2022 würde sich zeigen, ob Unternehmen schon zu viel von dem bereits eingenommenen Geld ausgegeben hätten. Semmelmann hoffe jedoch, dass die Situation nicht so schlimm werde wie von vielen prognostiziert.

(hte)

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