Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
Freitag, 04.12.2020
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Kulturnachrichten

Freitag, 13. Dezember 2019

Konzert von Kollegah nach Kritik abgesagt

Ein ausverkauftes Konzert des umstrittenen Rappers Kollegah an diesem Samstag in München ist abgesagt worden. "Die Schwere der berechtigten Vorwürfe gegenüber dem Künstler sowie letztendlich sein Umgang damit" mache die Absage nötig, teilte das Kulturzentrum Backstage, wo Kollegah auftreten sollte, auf seiner Homepage mit. Kollegah werden Antisemitismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle (CSU) hatte das geplante Konzert zuvor deutlich kritisiert. Aus seiner Sicht hat Kollegah sich nie ausreichend von Antisemitismus-Vorwürfen gegen ihn distanziert.

US-Schauspieler Danny Aiello ist tot

Er war keiner der großen Hollywood-Stars, aber ein Schauspieler, den sich viele merkten. Jetzt ist Danny Aiello im Alter von 86 Jahren in New Jersey verstorben. Aiello spielte in zahlreichen Hollywood-Produktionen, wie z.B. "Der Pate", "Do the Right Thing" oder "Once upon a time im America". 1989 war er sogar für einen Oscar nominiert. Oft verkörperte der im berüchtigten New Yorker Viertel Hell's Kitchen aufgewachsene Sohn italienischer Einwanderer harte Kerle, aber er glänzte auch in anderen Genres. Cher, die mit ihm gemeinsam in «Mondsüchtig» zu sehen war, nannte ihn auf Twitter einen «genialen, komödiantischen Schauspieler».

Kultursender Arte wächst im Netz rapide

Der deutsch-französische Kultursender Arte hat mit seinen Sendungen und Clips im Internet 2019 ein rasantes Wachstum hingelegt. Über alle Plattformen und Verbreitungswege hinweg erzielte Arte bis zum Herbst durchschnittlich rund 90 Millionen Abrufe pro Monat - das sind drei Viertel mehr Abrufe als im Vorjahreszeitraum. "Arte reagiert mit seinen digitalen Angeboten erfolgreich auf den veränderten Medienkonsum eines jüngeren Publikums", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut vor dem Fernsehrat in Magdeburg. Den größten Zuwachs verbuchte Arte auf Youtube mit 523 000 Abonennten. Arte will das weiter ausbauen und setzt auf Effekte wie Virtual Reality (VR) und 360-Grad-Ansichten. Der Kulturkanal arbeitet den Angaben zufolge zudem an Möglichkeiten, mit Künstlicher Intelligenz Übersetzungen und Untertitelungen automatisiert und schneller zu erstellen.

Mahnmal für Opfer des Kommunismus beschlossen

Ein zentrales Mahnmal soll künftig an die Opfer des Kommunismus in Deutschland erinnern. Der Bundestag verabschiedete gegen die Stimmen der Linkspartei eine Vorlage zur Errichtung eines solchen Gedenkorts. Damit solle eine Lücke in der deutschen Gedenkkultur geschlossen werden, argumentierten Koalitionspolitiker. "Zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus herrscht allmählich eine umfassende Erinnerungskultur", erklärte die SPD-Bundestagsabgeordnete Katrin Budde. Es sei nun "mehr als überfällig, auch einen Gedenkort, ein Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft in Deutschland im Herzen von Berlin zu errichten". In die Planung des Mahnmals sollen laut Bundestagsbeschluss Opferverbände und andere Institutionen, die sich mit der Aufarbeitung der kommunistischen Herrschaft beschäftigen, einbezogen werden.

Simone Young wird Chefdirigentin in Sydney

Simone Young wird neue Chefdirigentin des Sydney Symphony Orchestra. Die australische Dirigentin tritt ihre dreijährige Amtszeit 2022 an, wie ihre Pressesprecherin mitteilte. Im Jahr davor wird sie als designierte Chefdirigentin mehrere Konzerte in Sydney leiten. Youngs Debüt als Chefdirigentin 2022 fällt mit der Wiedereröffnung des Sydney Opera Houses zusammen, das bis dahin saniert wird. Seit 1996 gastiert sie regelmäßig beim Sydney Symphony Orchestra und kehrte auch während ihrer Zeit als Generalmusikdirektorin des Philharmonischen Staatsorchesters und Intendantin der Staatsoper Hamburg (2005 bis 2015) immer wieder ans Pult des Orchesters zurück.

Preis für Europäische Literatur für David Grossmann

Der israelische Schriftsteller David Grossmann erhält den 12. Würth-Preis für Europäische Literatur. Er bekomme die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine moralische Integrität, seine Unbestechlichkeit und seinen Mut, teilte die Stiftung Würth in Künzelsau mit. Grossmann sei zu einer Stimme aus Israel geworden, die in der ganzen Welt gehört werde, so das Urteil der Jury. Sein Antikriegsroman "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" aus dem Jahr 2009 wandere entlang der Geschichte des Staates Israel vom Jom-Kippur-Krieg bis zur Gegenwart. Der Würth-Preis für Europäische Literatur wird alle zwei Jahre verliehen ud soll im Frühsommer 2020 überreicht werden. Unter den bisherigen Preisträgern waren Peter Handke, Ilija Trojanow, Herta Müller und Hermann Lenz.

Ursula von der Leyen hielt "Rede des Jahres"

Die Wahlrede der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor dem Europaparlament im Juli ist als "Rede des Jahres 2019" ausgezeichnet worden. Die halbstündige Ansprache sei ein eindrucksvolles und glaubwürdiges Bekenntnis zu Europa, ein Beweis für die Integrationskraft der Idee Europa und ein engagiertes Plädoyer für eine europäische Wertegemeinschaft gewesen, begründete die Jury in Tübingen ihre Entscheidung. Die Auszeichnung wird seit 1998 vom Rhetorik-Seminar der Universität Tübingen vergeben. 2018 wurde der Grünen-Politiker Cem Özdemir geehrt; zu den Preisträgern gehörten auch Papst Benedikt XVI., Marcel Reich-Ranicki und Navid Kermani.

Synagogentür aus Halle wird zu Mahnmal

Die Tür der Synagoge in Halle, die das Eindringen eines Attentäters am 9. Oktober verhindert hatte, wird zu einem Mahnmal gestaltet. Die durch Schüsse beschädigte Tür soll abgebaut, ausgetauscht und im Hof der Syngoge ausgestellt werden, teilte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Max Privorozki, in Halle mit. Einen entsprechenden Beschluss habe die Repräsentantenversammlung getroffen. Vorgesehen sei, die Tür in einem "künstlerischen Projekt" zu verarbeiten. Bei dem antisemitisch und rechtsextremistisch motivierten Anschlag Anfang Oktober in Halle waren zwei Menschen erschossen und zwei schwer verletzt worden.

Max Ophüls Preis mit Makatsch und von Praunheim

Der Schauspielerin Heike Makatsch ("Männerpension", "Hilde") wird ein Schwerpunkt des 41. Filmfestivals Max Ophüls Preis (MOP) in Saarbrücken gewidmet. Die 48-Jährige wird bei mindestens drei der vier Filme dabei sein, die ihr zu Ehren präsentiert werden, wie die Veranstalter bekanntgaben. Ehrenpreisträger ist 2020 der Regisseur und Autor Rosa von Praunheim. Sein jüngster Spielfilm "Darkroom" wird das Festival eröffnen. Der 77-Jährige wird in Saarbrücken insgesamt vier Filme präsentieren. Das Festival ist vom 20. bis 26. Januar 2020 geplant.

Sprachakademie nimmt vier neue Mitglieder auf

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat vier neue Mitglieder aufgenommen. Es handelt sich um die Schriftstellerinnen Esther Kinsky, Olga Martynova und Judith Schalansky sowie den Autor und Schauspieler Hanns Zischler, wie die Akademie in Darmstadt mitteilte. Mit diesen Zuwahlen zähle die Akademie 191 Mitglieder. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wurde vor 70 Jahren in der Frankfurter Paulskirche gegründet und hat ihren Sitz in Darmstadt. Sie ist eine Vereinigung von Schriftstellern und Gelehrten, die sich der Pflege, Vertretung und Förderung der deutschen Literatur und Sprache zur Aufgabe gemacht hat.

Fans belagern Hollywood-Kino vor "Star Wars 9"-Start

Der neueste und angeblich letzte Teil der Star-Wars-Saga kommt am kommenden Donnerstag in die US-Kinos - und hartgesottene Fans belagern bereits jetzt das "Chinese Theatre" in Hollywood. Rund 20 Science-Fiction-Anhänger übernachteten vor dem Kino, um sich für den Filmstart in einer Woche gute Startplätze zu sichern. Die Organisatoren rechnen damit, dass die Zahl der Teilnehmer an dem Fan-Camp in den kommenden Tagen auf 150 steigen wird. Fans unter anderem aus Japan und Großbritannien werden erwartet, um den Streifen an dem Ort zu sehen, wo 1977 der allererste "Star Wars"-Film Premiere hatte. Erstmals hatten hartgesottene Fans 1999 zum Start von "Episode 1: Die dunkle Bedrohung" vor dem Kino am Hollywood Boulevard campiert. Damals warteten die Sternenkrieger-Anhänger 42 Tage.

Unesco erkennt 21 weitere Traditionen als Kulturerbe an

Die Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, Unesco, hat 21 weitere Formen von traditionellem Wissen und Können in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Dazu gehören das Spiel der irischen Harfe, das Kwagh-Hir-Theater aus Nigeria und die traditionelle Massagetechnik Nuad Thai aus Thailand, wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Der Unesco-Ausschuss für das Immaterielle Kulturerbe setzte damit auf seiner mehrtägigen Sitzung im kolumbianischen Bogotá insgesamt 35 Kulturformen auf die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes.

Eva Kraus soll Bundeskunsthalle leiten

Eva Kraus wird neue Intendantin der Bundeskunsthalle. Das hat die Gesellschafterversammlung der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle beschlossen. Eva Kraus leitet nach Stationen in New York und Wien derzeit das "Neue Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design" in Nürnberg. Sie wird mit ihrer Tätigkeit für die Bundeskunsthalle am 1. August 2020 beginnen. Der bisherige Intendant Rein Wolfs wechselt zum "Stedelijk Museum" in Amsterdam. Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland wurde 1992 eröffnet. Veranstaltet werden Ausstellungen zur Kunst- und Kulturgeschichte, Archäologie, Wissenschaft und Technik. Die Einrichtung wird aus dem Etat der Kulturstaatsministerin mit rund 21,5 Millionen Euro jährlich gefördert.

Mexiko: Nackter Nationalheld bleibt im Museum

Ein Gemälde, das den mexikanischen Nationalhelden Emiliano Zapata nackt auf einem Pferd zeigt, darf trotz heftiger Proteste im Museum Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt hängen bleiben. Das Museum und Zapatas Nachfahren hätten sich darauf geeinigt, dass Informationstafeln neben dem Gemälde platziert würden, auf denen Zapatas Familie ihren vehementen Widerstand gegen das Kunstwerk "La Revolución" von Fabián Cháirez erklärt, teilte das mexikanische Kulturministerium mit. Die Nachfahren warfen Cháirez vor, durch Zapatas Darstellung als "schwul" das Erbe des Nationalhelden zu "verunglimpfen". Sie störten sich unter anderem an der Nacktheit ihres feminin dargestellten Helden, der einen rosafarbenen Hut und Stilettos trägt. Zudem hat das Pferd einen erigierten Penis. Der bis heute verehrte Zapata war 1910 maßgeblich am Sturz von Diktator Porfirio Díaz beteiligt.

ARD: neue Initiative für EU-Internetplattform

Die ARD plant einen Vorstoß auf höchster EU-Ebene für eine europäische Internet-Plattform gegen die im Netz dominierenden US-Anbieter. Die Gemeinschaft der europäischen Rundfunkanstalten EBU werde einen Anlauf direkt bei der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unternehmen, kündigte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur an. "Es braucht einen starken politischen Gestaltungswillen Europas, wie seinerzeit beim Airbus oder der Raumfahrt." Europa brauche ein Gegengewicht zu Google, Amazon, Facebook & Co., sagte Wilhelm. "Nur mit einer eigenen digitalen Infrastruktur kann Europa seine Souveränität im Digitalen schützen." Die Chancen für eine nachhaltige Initiative der Politik in diese Richtung seien deutlich gestiegen.

Jüdisches Museum Frankfurt wird später eröffnet

Statt im Frühjahr 2020 wird das Jüdische Museum Frankfurt am Main in der zweiten Hälfte des Jahres wieder eröffnet. Der genaue Zeitpunkt sei noch nicht bekannt, so das städtische Kulturdezernat. Bei der Restaurierung des historischen Rothschild-Palais, in dem der Aufbau der neuen Dauerausstellung bereits begonnen habe, seien Schäden an der Bausubstanz entdeckt worden. Deren Erneuerung im historischen Baustil sei zeitaufwendig. Der Zeitpunkt der Wiedereröffnung ist zum wiederholten Mal verschoben worden, ursprünglich war er für Anfang 2019 vorgesehen. Die Gesamtkosten von rund 50 Millionen Euro sollen durch die neuen Sanierungsmaßnahmen nach den Angaben des Kulturdezernats nur "moderat" steigen.

Kulturnachrichten hören

November 2019
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur