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Sonntag, 19.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. Juni 2021

Kontroverse um Konzert von Xavier Naidoo in Rostock

Rostocks parteiloser Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen hat Widerspruch gegen die Entscheidung der Bürgerschaft eingelegt, kein Konzert des umstrittenen Sängers Xavier Naidoo in der Stadthalle zuzulassen. Die Stadtvertreter waren der Ansicht, dass Naidoo den Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung nahestehe und rassistische Ressentiments schüre. Der Oberbürgermeister hat gegen diese Entscheidung rechtliche Bedenken. Öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle seien zur Wahrung des Gleichheits-Grundsatzes verpflichtet, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Kein Künstler dürfe wegen seiner religiösen oder politischen Ansichten ausgeschlossen werden. Naidoos Konzert in Rostock war für August geplant.

International-Booker-Literaturpreis für David Diop

Der franko-senegalesische Schriftsteller David Diop hat den International-Booker-Literaturpreis erhalten. Die Auszeichnung ehrt die besten fremdsprachigen und ins Englische übersetzten Romane, die im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurden. Geehrt wurde Diop für sein Buch "At Night All Blood Is Black", auf deutsch "Nachts ist unser Blut schwarz". Darin erzählt der 55-Jährige die Geschichte von Senegalesen, die im Ersten Weltkrieg aufseiten der Kolonialmacht Frankreich gegen Deutschland kämpften. Das Preisgeld von 58.000 Euro teilt sich David Diop mit seiner Übersetzerin Anna Moschovakis.

Belgien gibt geraubtes Gemälde zurück

Belgien gibt den Nachkommen eines jüdischen Ehepaars aus Deutschland ein im Zweiten Weltkrieg geraubtes Gemälde zurück. Das 1913 gemalte "Blumenstilleben" von Lovis Corinth werde den Enkeln von Gustav und Emma Mayer ausgehändigt, erklärte die belgische Regierung am Mittwoch. Das Werk befindet sich derzeit in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel in einer Sammlungen von rund 30 Werken zweifelhafter Herkunft, die wahrscheinlich zwischen 1940 und 1945 gestohlen wurden. Nach Angaben des Museums wurde das Öl-Gemälde des preußischen Malers "vom Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg gestohlen" und "nach der Befreiung Brüssels von Leo Van Puyvelde geborgen". Anschließend sei es den belgischen Behörden und 1951 den Königlichen Museen übergeben worden.

Neue Namensgebung für Tschechinnen bahnt sich an

In Tschechien bahnt sich eine historische Wende bei der Namensgebung an. Das Abgeordnetenhaus in Prag stimmte am Mittwoch einer Gesetzesnovelle zu, welche Frauen die freie Wahl der männlichen oder weiblichen Form des Nachnamens ermöglicht. Bisher müssen Frauen - wie auch in anderen slawischen Sprachen - einen Familiennamen mit der weiblichen Endung "-ova" tragen. Wenn der Mann Novak heißt, dann tragen seine Frau und Töchter den Namen Novakova. Doch das könnte sich bald ändern: Für die Änderung stimmten 91 Abgeordnete, dagegen waren 33. Die zweite Kammer des Parlaments, der Senat, muss dem noch zustimmen. Von der traditionellen Namensgebung für Frauen ausgenommen waren bisher nur Tschechinnen, die einen Ausländer heiraten, und Angehörige der nationalen Minderheiten - darunter die deutsche Volksgruppe. Die frühere Justizministerin Helena Valkova kritisierte die bisherige Regelung als "Zeichen der Ungleichheit".

Kritische Ausgabe von "Mein Kampf" in Frankreich

In Frankreich ist seit Mittwoch eine umfassend kommentierte Ausgabe von Hitlers Propagandaschrift "Mein Kampf" im Handel. Der Titel: "Historiciser le mal (Das Böse historisch betrachten). Eine kritische Ausgabe von "Mein Kampf".
Historische und kritische Anmerkungen machen etwa zwei Drittel des Werkes aus, das rund 1000 Seiten besitzt. Von Verlagsseite hieß es, man habe darauf reagiert, dass mit dem Wegfall des Copyrights 2016 Hitlers Text frei im Internet zirkulierte. Mit der kritischen Ausgabe wolle man "den Mythos stoppen, die Manipulation aufdecken und daraus eine historische Quelle machen - um zu verstehen und zu verhindern, dass so etwas sich nicht wiederholt". Der französische Historiker und Nazi-Jäger Serge Klarsfeld sprach sich für die Veröffentlichung aus: "Die Kommentare wappnen uns effektiv gegen Fake News von einst und heute. Der Leser wird niemals mit Hitler alleingelassen". Auf Klarsfelds Vorschlag hin fließt der Gewinn aus dem Verkauf des Buchs an die polnische Stiftung, die die Gedenkstätte Ausschwitz-Birkenau erhält.

Schriftzug am Bauhaus Dessau wird restauriert

Der vertikale Schriftzug am Bauhaus Dessau wird restauriert. Mit der Demontage der Buchstaben an der Südfassade begannen am Mittwoch die Restaurierungsarbeiten. Eine Sprecherin der Stiftung Bauhaus Dessau teilte mit, an der Oberfläche und an der Farbe der Buchstaben seien im Laufe der Jahre Schäden aufgetreten - diese würden nun behoben. Der Schriftzug Bauhaus wurde von Herbert Bayer (1900-1985) entworfen. Der Typograf und Grafikdesigner war Lehrer am Bauhaus. Bei dem Schriftzug handele es sich um eine Nachbildung, sagte die Sprecherin. Diese sei im Zuge von Bauarbeiten Mitte der 1970er Jahre angebracht worden. Das Original sei nach bisherigen Erkenntnissen im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Das Bauhaus mit seinen Bauten in Weimar, Dessau und Bernau gehört seit 1996 zum Unesco-Welterbe. Der Architekt Walter Gropius hatte das Bauhaus 1919 als Schule für Gestaltung in Weimar gegründet - später zog es nach Dessau um.

Tiananmen-Museum in Hongkong muss schließen

Hongkong war jahrzehntelang der einzige Ort in China, an dem öffentlich an die Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989 erinnert werden konnte. Doch kurz vor dem diesjährigen Gedenktag haben die Behörden in Hongkong das private "4. Juni-Museum" geschlossen - angeblich wegen fehlender Lizenzen. Die Hongkonger Umwelt- und Lebensmittelaufsicht prüft nach eigenen Angaben, ob das Museum eine Betriebserlaubnis hat. Sämtliche Gedenkveranstaltungen an diesem Freitag sind verboten. Seit dem Erlass des "Sicherheitsgesetzes" vergangenen Sommer gehen die Behörden massiv gegen Demokratie-Aktivisten vor. Traditionell versammeln sich zehntausende Hongkonger am 4. Juni für eine Mahnwache für die Opfer von 1989. Letztes Jahr hatten sich tausende Menschen über ein Versammlungsverbot hinweggesetzt.

Festival "Theater der Welt" in Düsseldorf

Mit einem Jahr pandemiebedingter Verspätung findet das internationale Festival "Theater der Welt" ab Mitte Juni in Düsseldorf statt. Vom 17. Juni bis zum 4. Juli werde das Festival überwiegend vor Publikum spielen, sagte der Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, Wilfried Schulz, am Mittwoch. Beteiligt sind rund 350 Künstler und Künstlerinnen aus fünf Kontinenten. Es werden 24 internationale Produktionen präsentiert - darunter 6 Uraufführungen. Mehr als 30 Vorstellungen sind in verschiedenen Düsseldorfer Theatersälen sowie unter freiem Himmel geplant. Die meisten Publikumsaufführungen werden auch digital übertragen. Zur Eröffnung wird die Uraufführung des Stücks "Leben und Zeit des Michael K." nach dem gleichnamigen Roman von J. M. Coetzee live aus Kapstadt ins Schauspielhaus übertragen.Das Festival habe ein großes Afrika-Programm und beschäftige sich mit Fragen von Kolonialismus und Dekolonialisierung, sagte Programmdirektor Stefan Schmidtke.

Jodie Foster bekommt Ehrenpalme in Cannes

Die US-amerikanische Schauspielerin und Regisseurin Jodie Foster wird beim diesjährigen Filmfestival von Cannes die Goldene Ehrenpalme erhalten. Damit werde eine brillante Karriere gewürdigt, eine einzigartige Persönlichkeit und ein diskretes, aber starkes Engagement für wichtige Themen unserer Zeit, teilte die Festivalleitung am Mittwoch mit. Die 58-jährige Foster, die für ihre Leistung in "Angeklagt" und "Das Schweigen der Lämmer" mit dem Oscar als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde, nahm bereits als 13-Jährige am Festival von Cannes teil. Damals spielte sie in dem Streifen "Taxi Driver" von Martin Scorsese mit, der 1976 die Goldene Palme gewann. Cannes sei ein Festival, das ihr Leben entscheidend beeinflusst habe und dem sie viel verdanke, wurde die Schauspielerin zitiert. Foster soll die Filmfestspiele am 6. Juli auch eröffnen. Diese dauern bis zum 17. Juli. Präsident der Jury ist der US-amerikanische Regisseur Spike Lee.

ESA erhält deutsch-französischen Medienpreis

Der Große Deutsch-Französische Medienpreis geht in diesem Jahr an die Europäische Weltraumorganisation ESA und die beiden Astronauten Thomas Pesquet und Matthias Maurer. Das haben die Mitglieder und Partner des Deutsch-Französischen Journalistenpreises (DFJP e.V.) entschieden. Der Medienpreis würdige die internationale Zusammenarbeit und den Wert von Wissenschaft für den gesellschaftlichen Dialog, hieß es. Die Astronauten Pesquet und Maurer könnten sich aus dem Weltall "ein unmittelbares Bild vom Zustand der Erde machen" und mit ihrem Wissen und Auftritten in Medien wesentlich dazu beitragen, vielen Menschen wissenschaftliche Zusammenhänge näher zu bringen. Die ESA lobten die DFJP-Mitglieder als ein europäisches Vorzeigeprojekt. Der Franzose Pesquet ist am 23. April zur Internationalen Raumstation ISS geflogen, wohin der Deutsche Maurer im Oktober folgen soll. Der Medienpreis wird seit 1983 an Persönlichkeiten oder Organisationen vergeben, die sich in besonderer Weise um die deutsch-französische und europäische Einigung verdient gemacht haben.

Verband: Amateur-Chöre durch Pandemie bedroht

Amateur-Chöre sind durch die Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht - darauf hat der Verband Deutscher Konzertchöre (VDKC) hingewiesen. In einem am Mittwoch in Weimar veröffentlichten Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel schlägt der Verband Alarm: Überall im Land gebe es bei Chören Mitgliederschwund und massive Nachwuchsprobleme. "Bedroht ist die gesamte Vielfalt der Chorszene", schreibt Verbandspräsident Ekkehard Klemm. Ganz besonders betroffen seien Kinder- und Jugendchöre, die vor allem in Schulen völlig neu aufgebaut werden müssten. Trotz Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen gebe es noch keine durchgreifende Besserung der Situation. Noch immer behinderten zu viele Einschränkungen den Neubeginn, beklagte der VDKC.

DW-Journalist in Belarus aus Haft entlassen

In Belarus ist ein Korrespondent der Deutschen Welle nach 20 Tagen Haft wieder freigekommen. Der freiberufliche Journalist sei am Dienstag aus dem Gefängnis entlassen worden, teilte die DW mit. Nach Angaben des Senders war der Reporter im Mai festgenommen worden, als er über einen Prozess gegen Oppositionspolitiker berichten wollte. Seit Beginn der Proteste gegen Machthaber Lukaschenko im vergangenen Sommer gehen die Behörden immer wieder auch gegen Medien hart vor. Es wurden mehrfach Haftstrafen verhängt. Deutsche Welle-Intendant Peter Limbourg äußerte sich besorgt über die sich verschlechternde Medienlage in Belarus. "Ich bin sehr erleichtert, dass unser Kollege die unrechtmäßige Haftstrafe mehr oder weniger unbeschadet überstanden hat, aber die Sorge wächst, dass die Spirale der staatlichen Gewalt gegen Journalisten sich weiterdreht", erklärte er.

Pangea-Festival: Bis zu 15.000 Besucher erlaubt

Das "About you Pangea"-Festival in Ribnitz-Damgarten bei Rostock darf mit bis zu 15.000 Besuchern im August stattfinden - als Corona-Pilotprojekt. Nach Angaben der Veranstalter ist es die erste Großveranstaltung deutschlandweit, die eine offizielle Genehmigung erhalten hat. Während des Festivals soll untersucht werden, wie auch zu Pandemiezeiten Großveranstaltungen möglich sein können - mit einem umfangreichem Hygiene- und Sicherheitskonzept. "About you Pangea" bietet Musik, Sport und Kultur. Musikalisch bewegte sich das Programm im vergangenen Jahr hauptsächlich in den Bereichen Elektro, Hip-Hop und Indie.

Trudeau gedenkt indigener Opfer

Nach der Entdeckung der sterblichen Überreste von 215 Kindern kanadischer Ureinwohner hat Premierminister Justin Trudeau der Opfer von Zwangsintegration gedacht. Vor einer provisorischen Gedenkstätte gegenüber dem Parlament in Ottawa legte Trudeau am Dienstag einen Blumenstrauß nieder. Die grausige Entdeckung auf dem Gelände eines ehemaligen Internats hatte landesweit für Beschämung und Erschütterung gesorgt. In Kanada waren ab 1874 rund 150.000 Kinder von Ureinwohnern von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und in kirchliche Heime gesteckt worden, um sie so zur Anpassung an die weiße Mehrheitsgesellschaft zu zwingen. Viele von ihnen wurden in den Heimen misshandelt oder sexuell missbraucht. Ottawa entschuldigte sich im Jahr 2008 offiziell bei Überlebenden der Internate. Sie seien Opfer eines "kulturellen Genozids", stellte eine Untersuchungskommission im Jahr 2015 fest.

"Zeit"-Reporterin gewinnt Nannen Preis 2021

Für ihre "Zeit"-Reportage über chinesische Pflegekräfte in einem deutschen Seniorenheim hat die Journalistin Xifan Yang den Nannen Preis 2021 gewonnen. Sie erhielt die Auszeichnung in der Königsdisziplin - dem Egon Erwin Kisch-Preis für die beste Reportage - des renommierten Journalistenpreises. Der Titel der Reportage lautet: "Die Gesandte des Konfuzius". Der Nannen Preis des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr und des Magazins "Stern" gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Medienschaffende in Deutschland.

Münchner Filmfest ehrt vier Frauen des Films

Vier Frauen des Weltkinos werden beim Münchner Filmfest geehrt. Gewürdigt werden die in München lebende österreichische Schauspielerin Senta Berger, US-Schauspielerin und Regisseurin Robin Wright, die deutsche Schauspielerin Franka Potente und die polnische Regisseurin Malgorzata Szumowska, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten. Das Filmfest München ist vom 1.
bis 10. Juli als Open-Air-Festival geplant. Die kürzlich 80 Jahre alt gewordene Senta Berger und Robin Wright werden jeweils mit dem CineMerit Award ausgezeichnet, Franka Potente erhält den Margot-Hielscher-Preis. Eine Film-Hommage wird Malgorzata Szumowska gewidmet, die in ihren Werken ironisch-kritisch auf zwischenmenschliche Beziehungen, den strengen Katholizismus und die Auswüchse des Kapitalismus in ihrem Heimatland Polen blickt.

Künstler und Musiker Bob Rutman in Berlin gestorben

Der deutsch-amerikanische Künstler, Musiker und Komponist Robert "Bob" Rutman ist tot. Er starb nach langer Krankheit am Dienstag im Alter von 90 Jahren in einem Hospiz in Berlin, wie die Deutsche Presseagentur schreibt. Rutman wurde als Kind einer jüdischen Mutter in Berlin geboren. Die Familie emigrierte 1938 aus dem nationalsozialistischen Deutschland und gelangte über Polen nach England. 1950 ging Rutman in die USA. Nach einem Kunststudium in New York konstruierte Rutman Ende der 60er-Jahre eine Stahlskulptur, die sich mit einem Bogen bespielen ließ. Das neue Instrument war Basis für das 1975 gegründete U.S. Steel Cello Ensemble, mit dem der Künstler durch Amerika und Europa tourte. Nach dem Fall der Mauer ging Rutman 1990 zurück in seine Geburtsstadt Berlin. In seinem Kiez Berlin-Mitte verfestigte sich zunehmend sein Ruf als Berliner Original.

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