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Interview / Archiv | Beitrag vom 03.08.2016

Konsumkritikerin zum Online-Handel"Gedankenloses Einkaufen wird zu leicht gemacht"

Nunu Kaller im Gespräch mit Christopher Ricke und Anke Schaefer

Eine Mitarbeiterin von Amazon läuft in einer der Lagerhallen des Amazon Logistikzentrums in Pforzheim an tausenden unverpackten Kartons vorbe. (dpa / picture alliance / Christoph Schmidt)
Eine der Lagerhallen des Amazon-Logistikzentrums in Pforzheim: Hier liegen Tausende unverpackte Kartons, die auf ihren Versand warten. (dpa / picture alliance / Christoph Schmidt)

Der Einkauf via Internet boomt und mit ihm floriert das Geschäft mit Paketen. Die konsumkritische Bloggerin Nunu Kaller erinnert an die sozialen und ökologischen Folgen - und fordert einen gewissenhaften Konsum.

Vor dem Hintergrund neuer Erfolgsmeldungen der Deutschen Post hat die konsumkritische Bloggerin Nunu Kaller ein verantwortungsbewussteres Konsumverhalten eingefordert: "Es wird uns sehr leicht gemacht, gedankenlos zu Shoppen." Das habe wahnsinnige Auswirkungen auf die Umwelt und auf soziale Fragen. Kaller schreibt privat einen Blog unter dem Motto "ich kauf nix" und arbeitet in Österreich für Greenpeace.

Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur erinnert sie an Günter Wallraffs Undercover-Recherche als Paketfahrer, die sehr gut existierende Missstände aufgedeckt habe.

"Konsum macht mich nicht glücklich"

"Es findet viel mehr Identifikation über Konsum statt - und das macht nicht glücklich", analysiert Kaller - das bringe nur der Deutschen Post etwas. Konsumverhalten und Anspruchshaltung hätten sich zuletzt geändert.

So biete etwa der Online-Versandhändler Amazon inzwischen Lieferungen innerhalb von 24 Stunden an, so dass Produkte häufiger geflogen werden müssten, anstatt auf Schienen gebracht zu werden: "Lieferanten fahren mit halbleeren Lkws oder kleinen Bussen durch die Gegend."

"Ich kaufe immer noch hin und wieder im Internet", gesteht die Bloggerin gleichzeitig ein. Insbesondere Online-Plattformen für gebrauchte Gegenstände nutze Kaller, nicht alle Online-Anbieter dürften verteufelt werden - aber: "Ich würde mir aber nie im Leben ein Buch online bestellen."

Mehr zum Thema

Alles sofort und alles nach Hause - Bringt uns der Online-Handel den Verkehrsinfarkt?
(Deutschlandradio Kultur, Wortwechsel, 13.05.2016)

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