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Interview / Archiv | Beitrag vom 11.07.2016

Konferenz in SingapurWasser für alle als Ziel

Jörg Drewes im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

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Leitungswasser läuft am 08.03.2013 in Hannover (Niedersachsen) in ein Glas. (Lukas Schulze / dpa)
Leitungswasser: Bei uns billig und selbstverständlich, in anderen Ländern rar und sehr kostbar (Lukas Schulze / dpa)

Fast einer Milliarde Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eine Fachkonferenz in Singapur diskutiert momentan darüber, wie die Wasserversorgung der Zukunft organisiert werden kann.

Fast einer Milliarde Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eine Fachkonferenz sucht derzeit nach Lösungen: Auf der Internationalen Wasser Woche in Singapur tauschen sich Experten und Entscheidungsträger darüber aus, wie die Wasserversorgung der Zukunft organisiert werden kann.

Dabei geht es nicht nur um wasserarme Gebiete wie Wüsten, sondern auch um unsere Gefilde: "In Europa werden in 15 Jahren 80 Prozent der Bevölkerung in Städten wohnen", sagte Jörg Drewes, Professor für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität München, im Deutschlandradio Kultur.

Zugleich sei die Infrastruktur oft zwischen 50 und 100 Jahre alt. Und auch der Klimawandel sei eine treibende Kraft: Wasser sei, was Menge und Qualität angehe, zukünftig nicht mehr im bisher bekanntem Maß verfügbar, betonte Drewes.

Wir spülen die Toilette mit Trinkwasser

Die Schlagworte auf der Konferenz seien deswegen Nachhaltigkeit und Resilienz (die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und in Chancen umzumünzen), so der Experte. Man brauche Systeme, die mit den Herausforderungen der Zukunft besser umgingen.

Ein Beispiel: In Deutschland kommt das Wasser nur in einer einzigen Qualität aus dem Hahn. Doch warum muss man das Klo mit Trinkwasser spülen? Hier könnte viel Wasser wesentlich kostengünstiger aufbereitet werden, sagte Drewes.

Drei Mädchen aus Mali holen Wasser in einem Flüchtlingscamp in der Nähe von Dori, Burkina Faso. (dpa picture alliance/ Helmut Fohringer)Drei Mädchen aus Mali holen Wasser in einem Flüchtlingscamp in der Nähe von Dori, Burkina Faso (dpa picture alliance/ Helmut Fohringer)

Dass den armen Ländern schlicht das Geld fehlt, um seinen Bürgern Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen, glaubt Drewes nicht. Die entsprechende Infrastruktur sei nicht so teuer: "Es ist sicherlich keine finanzielle Frage." Sondern eher eine "Frage der Prioritäten". Denn für Waffen haben diese Länder in der Regel genug Geld.

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