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Fazit / Archiv | Beitrag vom 13.04.2019

Konferenz "A Soul for Europe" in BerlinDem rechten Kulturkampf etwas entgegenstellen

Kathrin Röggla im Gespräch mit Britta Bürger

Die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla ist Vize-Präsidentin der Berliner Akademie der Künste, aufgenommen am 19.10.2016 auf der Buchmesse in Frankfurt/Main. (picture alliance / dpa / Erwin Elsner )
Die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla war als Vize-Präsidentin der Berliner Akademie der Künste Gastgeberin der Konferenz. (picture alliance / dpa / Erwin Elsner )

Europäische Kulturschaffende und Intellektuelle haben sich zusammengeschlossen, um den nationalistischen Tendenzen auf dem Kontinent entgegenzuwirken. Dazu diente auch eine Konferenz in Berlin, bei der die Schriftstellerin Kathrin Röggla dabei war.

Das Ziel der jährlichen Konferenz der Initiative "A Soul for Europe" ist, den rechtspopulistischen Narrativen mit Hilfe von Kunst und Kultur den positiven Einfluss der Zivilgesellschaft und einer transnationalen Öffentlichkeit entgegenzusetzen. Die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla, Vizepräsidentin der Berliner Akademie der Künste, zeigt sich beeindruckt von der Vielfalt der unterschiedlichen künstlerischen und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die bei der Konferenz aufeinandertrafen. 

Die Frage nach der europäischen Identität

Sie hatte heute an einem Panel teilgenommen, bei der es auch um die Frage gegangen sei, ob man so etwas wie eine europäische Identität überhaupt befördern solle, sagt Röggla. "Die Frage war, ob das sinnvoll ist oder ob man sich der Gefahr aussetzt, eine Leitkultur herzustellen, die ja der Rechtspopulismus auf seine Art auch propagiert und wie man mit dem von Rechten initiierten Kulturkampf in Europa umgehen soll." 

Das Programmheft der Konferenz "A Soul for Europe".  (Paul Zinken / dpa)Das Programmheft der Konferenz "A Soul for Europe". (Paul Zinken / dpa)

Die Ansätze der proeuropäischen Bürgerbewegungen DiEM25 mit dem griechischen Wirtschaftswissenschaftler Yanius Varoufakis und Volt Europa finde sie als mögliche Antworten auf diesen Kulturkampf sehr interessant. "Das deutet schon darauf hin, dass da etwas in Bewegung ist. DiEM25 sucht ja auch aktiv das Gespräch mit Menschen, die nicht ihrer Meinung sind." 

Ein ARTE-Sender für ganz Europa

Europa-Gegner habe es bei der Veranstaltung nicht gegeben, aber durchaus unterschiedliche Perspektiven. "Die Schriftstellerin Tanja Dückers hat beispielsweise gefragt, warum die Grünen plötzlich den Heimatbegriff ins Feld führen und ob sie damit nicht genau das Narrativ der Rechten benutzen und darin verhaftet bleiben, obwohl sie sich doch davon lösen wollen." Eine direkte Antwort habe es darauf nicht gegeben, eher ein Umschiffen von der Seite der Grünen, sagt Röggla. "Allerdings gab es von der Grünen Hannah Neumann, den produktiven Vorschlag eines gemeinsamen europäischen Medienauftritts, eines ARTE für ganz Europa." 

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