Seit 14:00 Uhr Nachrichten

Donnerstag, 22.08.2019
 
Seit 14:00 Uhr Nachrichten

Konzert / Archiv | Beitrag vom 21.12.2017

Kompositionen von Stephan, Hindemith und GenzmerZwischen Romantik und Moderne

Aus der Musikhochschule München

(picture-alliance / Bildagentur Schapowalow )
Paul Hindemith beim Autogrammschreiben (picture-alliance / Bildagentur Schapowalow )

Was man heute "Klassische Moderne" nennt, war in Wirklichkeit eine lange, in vielen Wellen verlaufende Umbruchszeit, in der sich Ausläufer der Spätromantik mit neuen Techniken vermischten. Da bleiben noch viele Entdeckungen möglich – dieses Konzert beweist es.

So zum Beispiel mit dem Jüngsten der vier erklingenden Komponisten, Harald Genzmer, der es nicht nur auf 98 Lebensjahre brachte, sondern bei seinem Tod 2007 auch einen Werkkatalog in der Größenordnung eines Mozart vorliegen hatte. Es erklingen zwei seiner Kammermusikstücke, deren spielmusikalisch-antiromantische Ausrichtung man vielleicht "neusachlich" nennen könnte und die insofern an Paul Hindemiths Klarinettenquartett von 1938 anschließen. Weiter zurück reicht – nach der "Vorspeise" mit Richard Strauss‘ deftigen Volkslied-Variationen von 1882 – Rudi Stephans "Musik für sieben Saiteninstrumente", entstanden 1911 und damit vier Jahre  vor dem tragisch frühen Tod des im Ersten Weltkrieg gefallenen Komponisten. In dieser relativ ausgedehnten Komposition (bei der zu den "Saiteninstrumenten" unerwarteter-, aber richtigerweise auch Klavier und Harfe zählen) kann man erleben, wie sich – analog beispielsweise zu den frühen Werken Arnold Schönbergs – eine Gefühlsintensität, die noch ganz ins 19. Jahrhundert gehört, mit einer unorthodoxen Dramaturgie und dem vorsichtigen Ausprobieren neuer Klangtechniken verbindet.


Musikhochschule München

Aufzeichnung vom 16.12.2017


Richard Strauss

Variationen über "Das Dirndl is harb auf mi" für Streichtrio

Harald Genzmer

Trio für Flöte, Viola und Harfe GeWV 316

Rudi Stephan

Musik für sieben Saiteninstrumente

Harald Genzmer

Sonatine für Horn und Klavier GeWV 233

Paul Hindemith

Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier


Janne Thomsen, Flöte

Pascal Moragues, Klarinette

José Vicente Castelló, Horn

Christian Altenburger, Violine

Béatrice Muthelet, Viola

Floris Mijnders, Violoncello

Alexandra Scott, Kontrabass

Antonia Schreiber, Harfe

Quatuor Sine Nomine

Oliver Triendl, Klavier

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur