Donnerstag, 03.12.2020
 

Kulturnachrichten

Samstag, 25. April 2020

Komponistin Neuwirth erhält Schumann-Preis

Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth wird mit dem diesjährigen Robert-Schumann-Preis für Dichtung und Musik geehrt. Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz zeichnet sie damit für ihr künstlerisches Lebenswerk aus, das unter anderen Orchesterkompositionen, Musiktheater, Performances, Installationen, Filmmusiken umfasst. Mit ihrem "enorm vielseitigen Schaffen erhebt Olga Neuwirth die Stimme des Widerstands gegen Mainstream, schnelle Gewissheiten und wohlfeile Übereinkünfte", heißt es in der Begründung der Jury. Die 51jährige stehe auch für den Austausch zwischen den Künsten. Die Akademie vergibt den mit 15.000 Euro dotierten Robert-Schumann-Preis für Dichtung und Musik alle zwei Jahre an Persönlichkeiten für ein herausragendes Werk auf dem Gebiet der Musik, der Dichtung sowie der Musikvermittlung.

Geflüchteter Buchhändler aus Hongkong macht in Taiwan weiter

Der aus Hongkong geflohene chinakritische Buchhändler Lam Wing Kee hat ein neues Geschäft in Taiwan eröffnet. Für die Wiedereröffnung des Buchladens hatte er über eine Online-Spendenaktion fast 200.000 US-Dollar gesammelt. Lam gehört zu den fünf Buchhändlern, die 2015 aus Hongkong „verschwunden“ waren. In ihrem Laden hatten sie unter anderem Publikationen verkauft, in denen der chinesische Machtapparat kritisiert wurde. Lam wurde nach eigenen Angaben monatelang in China festgehalten und verhört. 2016 durfte er unter Auflagen nach Hongkong zurückkehren. Im vergangenen Jahr floh er nach Taiwan. Dort hatte es am Dienstag einen Anschlag mit roter Farbe auf ihn gegeben, außerdem ermittelt die Polizei wegen Todesdrohungen gegen ihn.

Dortmund will Konzert von Xavier Naidoo stoppen

Die Stadt Dortmund will ein Konzert des umstrittenen Musikers Xavier Naidoo Anfang September im Westfalenpark verhindern. Naidoo habe öffentlich Äußerungen "mit rassistischer und antidemokratischer Tendenz" getätigt, hieß es in einer Mitteilung. "Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) laut Mitteilung. Die Stadt erörtere nun in Gesprächen mit dem externen Veranstalter, der die Fläche im Westfalenpark gemietet und den Künstler engagiert habe, wie sich eine Absage am besten regeln lasse. Naidoo sieht sich nach Aussagen in einem Video Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt, die er zurückweist. Schon in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Irritationen über Äußerungen des Musikers gegeben.

Deutsch-polnischer Literaturpreis geht an Autorinnen

Der von den Partnerstädten Torun in Polen und Göttingen gemeinsam gestiftete Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis geht in diesem Jahr an die polnische Schriftstellerin Dorota Maslowska und die deutsche Autorin Dea Loher. Die einzige deutsch-polnische Literaturauszeichnung ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert und soll am 18. Oktober in Göttingen an die Preisträgerinnen überreicht werden, teilte die Stadt Göttingen mit. Dorota Maslowskas Debütroman "Schneeweiß und Russenrot" erschien 2002 und wurde in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt. Das Buch sei ein literarisches Porträt der Subkultur in einer modernen polnischen Stadt, hieß es. 2005 erhielt Maslowska dafür den Deutschen Jugendliteraturpreis. Dea Loher ist der Preisjury zufolge eine der wichtigsten Gegenwartsdramatikerinnen deutscher Sprache.

Kultusministerkonferenz bittet Bund um Kulturhilfen

Die Kultusministerkonferenz hat sich mit der Bitte um weitere Hilfen für Kulturschaffende und Kultureinrichtungen an den Bund gewandt. In einem Schreiben an die Bundesregierung bittet der Vorsitzende der Konferenz, Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU), in Abstimmung mit den Ländern ein Programm der Bundeshilfen für den Kulturbereich auf den Weg zu bringen. Ziel sei ein Schulterschluss von Bund und Ländern, um Lücken bei den bestehenden Hilfen zu schließen. Zusätzlich brauche es neue Ansätze an Förderungen. "Unser aller Ziel ist es, die reichhaltige und breite Kulturlandschaft in Deutschland mit vielen großen und kleinen Einrichtungen sowie Kulturschaffenden zu erhalten. Dafür müssen wir uns alle gemeinsam anstrengen", so Sibler.

Der Film "Systemsprenger" räumt acht Lolas ab

Der Film "Systemsprenger" mit der erst elf Jahre alten Hauptdarstellerin Helena Zengel ist der große Gewinner beim Deutschen Filmpreis. Das Drama um ein verhaltensauffälliges Mädchen von Regisseurin Nora Fingscheidt holte acht Lolas ab, darunter auch die in der Königskategorie bester Spielfilm. Der Streifen "Berlin Alexanderplatz", der in elf Kategorien nominiert war, bekam fünf Preise. "Systemsprenger" gewann außerdem in den Bereichen weibliche Hauptrolle, Drehbuch, beste Regie, weibliche Nebenrolle, Tongestaltung, Schnitt und bester Hauptdarsteller. Diese Auszeichnung ging an Albrecht Schuch. Er wurde auch als bester Nebendarsteller für seine Rolle in "Berlin Alexanderplatz" ausgezeichnet. Bester Kinderfilm wurde die Literaturverfilmung "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Caroline Link. Wegen der Corona-Krise gab es keine Gala für die Preisverleihung, dafür eine live übertragene Fernsehshow.

Zentralrat der Juden fordert die Absetzung von Carp

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Absetzung von Stefanie Carp, der Intendantin der Ruhrtriennale, gefordert. Grund sei die Einladung von Achille Mbembe als Eröffnungsreferent der Ruhrtriennale, sagte Zentralratspräsident Schuster der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der aus Kamerun stammende Politikwissenschaftler und Historiker Mbembe vertrete die Auffassung, Israel verhalte sich heute schlimmer als Südafrika zur Zeit der Apartheid. Das sei "historisch falsch und nicht zu akzeptieren", sagte Schuster. Mbembe unterstütze damit indirekt die BDS-Bewegung. Die gegen Israel gerichtete Kampagne war vom Bundestag im vergangenen Jahres als antisemitisch eingestuft worden. Schuster verwies darauf, dass Carp bereits vor zwei Jahren eine BDS-nahe Band eingeladen hatte. Er appelliere daher an die Verantwortlichen, endlich die "notwendige Konsequenz" zu ziehen - auch wenn die Ruhrtriennale wegen der Corona-Krise inzwischen abgesagt sei.

Beethoven-Jubiläum bis 2021 verlängert

Die Feiern zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens werden aufgrund der Corona-Pandemie bis September 2021 verlängert. So soll Beethovens Tauftag am 17. Dezember nicht das Finale, sondern einen Höhepunkt der Feierlichkeiten des in Bonn geborenen Komponisten markieren, wie die Jubiläumsgesellschaft BTHVN2020 in Bonn mitteilte. Auch halte man weiter an dem für diesen Tag geplanten Konzert mit Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchester fest, hieß es. Das Programm unter dem Motto "Beethoven neu entdecken" umfasst rund 300 Projekte.

Junge Wissenschaftler beklagen Benachteiligung

Mehr als 500 Wissenschaftler haben gegen eine Benachteiligung von Nachwuchsforschern und Menschen mit Kindern im Uni- und Hochschulbetrieb während der Corona-Krise protestiert. Sie kritisierten in einem offenen Brief an die Bundesregierung, dass viele Expertengremien vor allem aus älteren Männern bestünden und die gesamte Diskussion recht einseitig geführt werde. Der Aspekt der Kinderbetreuung werde in der Debatte zu wenig berücksichtigt. Die Betreuung eines kleinen Kindes sei eine Vollzeitaufgabe. Pro Familie falle ein Erwachsener für die Arbeit weitgehend aus. Besonders Frauen würden in das traditionelle Rollenmodell zurückgedrängt und stellten ihre Karriere hinter häuslichen Aufgaben zurück.

Lars Tietje wird Intendant in Bremerhaven

Der Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, Lars Tietje, wird neuer Intendant des Stadttheaters Bremerhaven. Er werde mit Beginn der Spielzeit 2021/22 die Nachfolge von Ulrich Mokrusch antreten, der an das Theater Osnabrück wechsele, teilte das Staatstheater in Schwerin mit. Tietje hatte im Juli vergangenen Jahres erklärt, seinen seit 2016 laufenden Vertrag in Schwerin nicht zu verlängern. Sein Führungsstil war im Haus umstritten. Er selbst hatte seinen Rückzug mit mangelnder Rückendeckung der Politik für sein Leitungsteam erklärt. Das Staatstheater mit Standorten in Schwerin und Parchim leidet unter den Einsparvorgaben im Zuge des Einstiegs des Landes als Mehrheitsgesellschafter. Auf den Generalintendanten soll am Mecklenburgiscnen Staatstheater eine Doppelspitze aus einem künstlerischen und einem kaufmännischen Leiter folgen.

Museumschefs aus aller Welt konferieren zu Pandemie

Mehr als 50 Museumsdirektoren aus aller Welt werden am 8. Mai in einer virtuellen Konferenz in Dresden über die Folgen der Corona-Pandemie diskutieren. Das sagte die Gastgeberin Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Deutschen Presse-Agentur. An der Beratung nehmen laut Ackermann Kollegen von MoMa und Guggenheim in New York, Getty in Los Angeles, Tate, British Museum, Victoria & Albert sowie der National Gallery in London, dem Louvre und Museé d'Orsay in Paris und aus Indien teil. Ackermann sieht in einer grundsätzlichen Reduzierung der Programme eine Konsequenz der aktuellen Situation. Auch die Rolle des Digitalen im Analogen müsse neu austariert und der internationale Austausch forciert werden. Letzteres sei auch mit weniger Reisen möglich.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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