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Kulturnachrichten

Donnerstag, 27. Juli 2017

Komponist Paul Angerer gestorben

Österreichischer Musiker wurde 90 Jahre alt

Der österreichische Musiker Paul Angerer ist tot. Der ehemalige Leiter des Südwestdeutschen Kammerorchesters starb am Mittwoch im Alter von 90 Jahren nach einer kurzen, schweren Krankheit, wie das Radio Klassik Stephansdom berichtete. Der Multi-Instrumentalist, Dirigent und Komponist hatte für die Radiostation Hunderte Klassiksendungen gestaltet. Der in Wien geborene Musiker startete seine Karriere bei den Wiener Symphonikern, für die er in den 1950er Jahren als Solobratschist tätig war. Es folgten Engagements an verschieden Bühnen - als 1.
Kapellmeister in Bonn, sowie als Opernchef in Ulm und Salzburg. Von 1971 bis 1982 leitete er das Südwestdeutsche Kammerorchester. In den vergangenen Jahrzehnten vermittelte Angerer auch als Moderator klassische Musik mit seinen Sendungen auf Ö1 und Radio Stephansdom.

Documenta steuert auf Besucherrekord zu

Zur Hälfte rund 445.000 Besucher

Die documenta 14 hat gute Chancen auf einen Besucherrekord: Zur Hälfte der Ausstellungszeit in Kassel werde man eine Besucherzahl von rund 445 000 erreichen, erklärten die Ausstellungsmacher. Das entspreche einem Plus von 17 Prozent im Vergleich zur vergangenen documenta zum gleichen Zeitpunkt. Damals im Jahr 2012 kamen insgesamt 905 000 Besucher. Am Samstag ist für die bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel Halbzeit. Die Ausstellung in Kassel dauert 100 Tage. Sie läuft in ihrer nordhessischen Geburtsstadt seit dem 10. Juni und noch bis zum 17. September. Mehr als 160 Künstler zeigen an 30 Standorten ihre Werke. Am Standort Athen ist die Ausstellung bereits zu Ende.

Stuttgart sucht Ausweichspielstätte für Oper

Während der Sanierung ist Ersatzspielstätte im Oberen Schlossgarten denkbar

Für die geplante Jahrhundertsanierung der Stuttgarter Oper gilt nun doch der Standort Eckensee als mögliche Ersatzspielstätte. Stadt und Land prüften jetzt die Lage im Oberen Schlossgarten als innerstädtische Lösung, teilte die Landeshauptstadt mit. Aus Sicht des Staatstheaters gilt diese Stelle als idealer Standort. Proteste werden wegen notwendiger Eingriffe in die baumreiche Parkanlage befürchtet. Die Sanierung der maroden und zu kleinen Bühne soll nicht vor 2022 beginnen. Zwei weitere Möglichkeiten für eine Ersatzspielstätte liegen außerhalb des Zentrums. Sie stoßen deshalb weder beim Ballett- noch beim Opernensemble auf Begeisterung.

Ai Weiwei im Rennen um den Goldenen Löwen

Festival-Direktor: Ais Dokumentarfilm "ziemlich außergewöhnlich"

Der weltbekannte chinesische Künstler Ai Weiwei ist mit dem Dokumentarfilm "Human Flow" über die Flüchtlingskrise im Rennen um den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig. Das gab Festival-Direktor Alberto Barbera in Rom bekannt. Insgesamt stehen 21 Filme im Wettbewerb, darunter "Mother!" von Darren Aronofsky, "Suburbicon" von George Clooney und "The Shape Of Water" von Guillermo Del Toro. Eröffnet wird das Festival am 30. August mit der Science-Fiction-Satire "Downsizing" von Alexander Payne, in der Matt Damon und Christoph Waltz mitspielen. Ais Dokumentarfilm wird in Venedig seine Premiere haben. Das Werk, eine deutsch-US-amerikanische Koproduktion, sei "ziemlich außergewöhnlich", sagte Barbera.

NS-Raubgut an Freimaurer restituiert

Über 80 Bücher aus drei Bibliotheken

Die Freimaurerloge „Zu den drei Weltkugeln" in Berlin hat über 80 Bücher zurück bekommen, die ihr die Nationalsozialisten geraubt hatten. Die Bayerische Staatsbibliothek und die Leipziger Unibibliothek übergaben die meisten Bände, ein Teil der Werke kam aus Berlin. Über Widmungen, Autogramme, Stempel kommen Provenienz-Forscher den rechtmäßigen Eigentümern der Bände auf die Spur. Die Suche nach Bänden aus NS-Raubgut in deutschen Bibliotheken sei noch lange nicht abgeschlossen. Das NS-Regime hatte die Freimaurerei 1935 verboten. Viele Logenbrüder wurden verfolgt, ihr Eigentum beschlagnahmt.

Kanditaten für Man Booker Prize 2017

Neben Paul Auster und Arundhati Roy auch Debütromane auf Longlist

Die Jury gab jetzt die Longlist für den Man Booker Prize 2017 mit 13 Buchtiteln bekannt. Darunter ist der Roman „4321 von Paul Auster oder Arundhati Roy mit "The Ministry Of Utmost Happiness". Auch Finalisten vergangener Jahre sind vertreten. Die Britin Zadie Smith ("Swing Time"), der Ire Sebastian Barry ("Days Without End") und Mohsin Hamid ("Exit West") aus Pakistan. Drei Debütromane haben es auf die Long-Liste geschafft: "Elmet" von Fiona Mozley, "History of Wolves" der US-Amerikanerin Emily Fridlund und "Lincoln in the Bardo", der erste Roman ihres Landsmanns George Saunders. Die Longlist wurde aus 144 Kandidaten ausgewählt. Am 17. Oktober wird der Sieger bekannt gegeben. Der Man Booker Prize for Fiction wurde erstmals 1969 verliehen und ist der wichtigste britische Literaturpreis. Er zeichnet Romane aus, die in englischer Sprache im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurden, und ist mit 50.000 Pfund dotiert.

Echo Klassik für Joyce DiDonato und Jonas Kaufmann

Verleihung am 29. Oktober in der Elbphilharmonie

Die Mezzosopranistin Joyce DiDonato, der Bariton Matthias Goerne, der Geiger Daniel Hope und der Dirigent Kent Nagano zählen zu den Preisträgern des Echo Klassik 2017. Für sein Album "Dolce Vita" wird der Tenor Jonas Kaufmann in der Kategorie "Bestseller des Jahres" geehrt, wie die Deutsche Phono-Akademie am Donnerstag mitteilte. Weitere Preisträger sind die Pianisten Maurizio Pollini, Fazil Say, Lucas Debargue und Sebastian Knauer, der Geiger Christian Tetzlaff und das Wiener Klaviertrio. Der Echo wird am 29. Oktober bei einer Gala in der Hamburger Elbphilharmonie in 22 Kategorien verliehen. Die Deutsche Phono-Akademie ist das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie.

1977 entführte "Landshut" kommt ins Museum

Ab September im Dornier-Museum in Friedrichshafen

Die 1977 von Terroristen entführte und von der Spezialeinheit GSG 9 im somalischen Mogadischu befreite "Landshut" wird künftig auf dem Gelände des Dornier-Museums in Friedrichshafen präsentiert, teilte das Ausstellungshaus mit. Erwartet werde das Flugzeug im September - rechtzeitig zum 40. Jahrestag der Befreiung. Bislang hatte die "Landshut" auf dem brasilianischen Flughafen Fortaleza gestanden. Das schrottreife Flugzeug werde nun zerlegt, transportiert und später am Bodensee restauriert. "Bild" berichtete, das Auswärtige Amt habe die Maschine für umgerechnet rund 20 000 Euro erworben. Nun solle das Wrack mit Unterstützung der Lufthansa und der in Friedrichshafen ansässigen Dornier-Stiftung als Ausstellungsstück hergerichtet werden. Die Schirmherrschaft über die Schau werde Kulturstaatsministerin Monika Grütters übernehmen.

Legendäre Schuldscheine für das DHM

Bundesamt für Vermögensfragen gibt historische Wertpapiere ans Deutsche Historische Museum

Historische Wertpapiere, darunter die berühmten Dawes- und Young-Auslandsanleihen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, gehen an das Deutsche Historische Museum (DHM). Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) schenkt dem Museum rund 900 historische Wertpapiere. Mit den Dawes- und Young-Auslandsanleihen von 1924 und 1930 sicherte das Deutsche Reich die Reparationszahlungen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs ab. Die Forderungen aus dieser Kriegsschuld wurden noch bis 2010 abbezahlt. Zur Sammlung gehören auch Raritäten aus der Zeit der sowjetischen Besatzung von 1946 bis 1949 sowie Anleihepapiere der Bundesrepublik Deutschland von 1953.

Mangel in Rechtsextremismus-Studie

Ostbeauftragte distanziert sich von in Auftrag gegebener Studie

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, distanziert sich von einer Studie zu Rechtsextremismus in den ostdeutschen Ländern, die von ihr in Auftrag gegegeben worden war. Sie wirft der Untersuchung des Instituts für Demokratieforschung an der Universität Göttingen einen unwissenschaftlichen "Mangel an Sorgfalt" vor. Gleicke hatte die Studie zunächst gegen inhaltliche und methodische Kritik verteidigt, die von der sächsischen CDU kam. Autoren der Studie räumten ein, anonymisierte Interviewpartner unzureichend gekennzeichnet zu haben. Wegen neu entdeckter Fehler prüft die Parlamentarische Staatssekretärin nun nach Angaben des Ministeriums, für die Untersuchung bereits ausgezahlte Vergütungen zurückzuverlangen. Die Studie basiert auf rund 40 Interviews sowie einer Analyse von Dokumenten. Untersucht wurden Freital und Heidenau in Sachsen sowie Erfurt in Thüringen. Auf dieser Grundlage kam die Untersuchung zu dem Schluss, dass Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland ein großes Problem seien, zwischen strukturschwachen und besser gestellten Regionen aber unterschiedlich ausgeprägt sei.

Produzent erhält Millionen aus Jackson-Nachlass

Quincy Jones: "Ein Sieg für die Künstlerrechte"

Der Musikproduzent Quincy Jones (84) hat von einem US-Gericht eine Millionensumme aus dem Nachlass von Poplegende Michael Jackson zugesprochen bekommen. Der Los Angeles Superior Court stimmte seiner Klage zu, wonach ihm Tantiemen für die Nutzung von Jackson-Songs nach dem Tod des US-Sängers vorenthalten wurFP- velden. "Es ist nicht nur ein Sieg für mich selbst, sondern auch einer für Künstlerrechte", schrieb Jones in einem Statement. Jones hatte mehrere der größten Hits des Sängers produziert, der 2009 im Alter von 50 Jahren gestorben war. Jackson und Jones waren eines der erfolgreichsten Musiker-Produzenten-Duos der Musikgeschichte. Sie arbeiteten gemeinsam an den Erfolgsalben "Off The Wall", "Thriller" und "Bad".

Essener Domschatz Teil des Kulturerbejahrs 2018

Insgesamt werden 34 Projekte gefördert

Der Essener Domschatz beteiligt sich am Europäischen Kulturerbejahr 2018. Er ist eines von insgesamt 34 ausgewählten Projekten des Kulturerbejahres, das die EU mit rund acht Millionen Euro fördert. Darunter sind auch die Europäische Kulturroute der Reformation, die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci und die Europäische Route der Industriekultur. Die Initiative zum Kulturerbejahr geht auf das Deutsche Nationalkomitee, auf Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände zurück. Beschlossen wurde sie vom Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat. Der Essener Domschatz ist einzigartig unter den Kirchenschätzen Deutschlands, da er über all die Jahrhunderte nahezu vollständig geblieben ist und über zahlreiche ottonische und damit 1.000 Jahre alte Kunstwerke verfügt. Der Domschatz wird in der Domschatzkammer in der Essener Innenstadt aufbewahrt, die als Museum zugänglich ist.

Lüpertz will U-Bahnstationen gestalten

Schöpfungsgeschichte als Kunstmeile im Untergrund

Karlsruhes neue U-Bahnstationen sollen zur Kunstmeile werden. Der Gemeinderat sprach sich für das Kunstprojekt "Genesis - Die sieben Tage des Herrn" von Markus Lüpertz aus. Thema ist die biblische Schöpfungsgeschichte. Geplant ist, in sieben Haltestellen jeweils zwei rund ein mal drei Meter große Keramikreliefe zu installieren. Das Projekt wird jedoch vollständig privat finanziert. Die Kunstaktion soll einen Etat von rund einer Million Euro haben. Die U-Bahnhöfe sollen nach aktuellem Planungsstand 2020 in Betrieb gehen, die Lüpertz-Kunstwerke für eine Dauer von sechs Jahren gezeigt werden. Lüpertz ist einer der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. Bis 2009 war er Rektor der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf.

Stück des Dresdner "Sophienschatzes" aufgetaucht

Medaillon der Bogenschützenkette von 1665

Das Dresdner Stadtmuseum hat ein weiteres Stück des vor 40 Jahren gestohlenen "Sophienschatzes" zurück. Dabei handele es sich um das 13. und vorletzte Medaillion der Bogenschützenkette, die Kurfürst Georg 1665 für seinen Sieg beim Vogelschießen bekommen habe, teilten die städtischen Museen mit. Die Goldschmiedearbeit aus Emaille war im Herbst 2016 im Kunsthandel aufgetaucht. Überreicht hatte das Medaillon eine ältere Dame aus Köln, deren verstorbener Mann solche Kunstwerke gesammelt hatte. Das prominenteste Teil der Kette musste für 10 000 Euro zurückgekauft werden. Die "Große Königskette der Bogenschützen" gehört zur bedeutenden Medaillen- und Schmucksammlung aus Grabkammern der Sophienkirche, die 1977 aus einer Vitrine im Stadtmuseum verschwand. Einige Schmuckgegenstände und zwölf Teile der Kette waren schon in der Vergangenheit im Kunsthandel aufgetaucht.

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