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Kulturnachrichten

Montag, 5. Januar 2015

Kommunismusforscher Hermann Weber wurde 86 Jahre alt

Der Mannheimer Historiker starb am 29. Dezember, teilte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur heute mit.

„Seine Studien und Dokumentationen zur Geschichte des Kommunismus, der KPD sowie der DDR sind Standardwerke, die in Forschung und Lehre, vor allem aber auch in der historischen Bildungsarbeit Bestand behalten werden", erklärt Geschäftsführerin Dr. Anna Kaminsky. „Wie kaum ein anderer hat Hermann Weber seine biographisch begründete Leidenschaft für die Aufarbeitung der Kommunismusgeschichte mit der Akribie und der nüchternen Abgewogenheit des Wissenschaftlers verbunden. Hermann Weber hat sich nach der Friedlichen Revolution große Verdienste bei der Sicherung der DDR-Archive sowie bei der gesamtdeutschen Aufarbeitung der SED-Diktatur erworben."

Hermann Weber war 1945 der KPD beigetreten und hatte bis 1949 an der Parteihochschule Karl Marx der SED studiert. Anschließend wurde er Chefredakteur der FDJ-Zeitung in der Bundesrepublik Deutschland, jedoch schon 1951 wegen Streitigkeiten über ein Stalin-Telegramm von Erich Honecker abgesetzt und 1954 aus der Partei ausgeschlossen. Ein Jahr später wurde Weber Mitglied der SPD. Nach Studien in Marburg und Mannheim wurde er 1968 promoviert. Seine Habilitation erfolgte 1970. Von 1975 bis zur Emeritierung 1993 war er Inhaber des Lehrstuhls für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte an der Universität Mannheim. 1993 begründete er das Jahrbuch für historische Kommunismusforschung, dessen Herausgeber er bis 2007 blieb.

Als wichtigste Entdeckung seines wissenschaftlichen Lebens bezeichnete Weber, dass er 1968 den Originaltext des Protokolls des Gründungsparteitages der KPD 1918/1919 wiederentdeckt hatte, den die SED stets für sich reklamierte.

Gemeinsam mit seiner Frau Gerda hatte Hermann Weber 2003 die unselbständige Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung in die Bundesstiftung Aufarbeitung eingebracht, die als Erbe des Ehepaars die Kommunismusforschung fördern soll.

Deutscher Kulturrat: schaltet Diskussionsplattform gegen TTIP und CETA frei

Die Website tag-gegen-ttip.de solle genutzt werden, um sich zu informieren und Aktionen gegen die geplanten Freihandelsabkommen am Internationalen Tag der Kulturellen Vielfalt am 21. Mai vorzubereiten, erklärte der Dachverband in

Auch Befürworter von TTIP, CETA und Co. kämen zu Wort. Nach Einschätzung des Kulturrates gefährden die geplanten Freihandelsabkommen die kulturelle Vielfalt fundamental.Geschäftsführer Olaf Zimmermann rief deshalb nur die Kritiker aus dem Umwelt-, Sozial- und Verbraucherbereich sowie den Demokratiebewegungen, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und Kommunen auf, sich an dem Aktionstag dezentral zu beteiligen: "Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, an diesem Tag in die Öffentlichkeit zu gehen, um über die Gefahren von TTIP, CETA und Co. zu informieren und gegen die Abkommen zu demonstrieren."

Musik ohne Grenzen: Italienischer Sänger Pino Daniele gestorben

Der vielseitige Musiker erlag im Alter von 59 Jahren einem Herzinfarkt, teilte sein Manager mit.

"Mein großer Freund, ich will mich an dich mit einem Lächeln erinnern",
schrieb sein Kollege Eros Ramazzotti, und Italiens Regierungschef
Matteo Renzi würdigte den gebürtigen Neapolitaner mit den Worten: "Eine unglaubliche Stimme, nicht nur Neapels und des Südens, sondern ganz Italiens."

Pino Daniele hatte sich das Gitarrenspiel selbst beigebracht. Seiner Karriere begann in den 70er Jahren. Der zunächst ungewöhnlichen, später aber auch international erfolgreichen Mischung aus Blues, Rock, Jazz und Elementen traditioneller Musik auch anderer Kulturen blieb er treu. Sein 1995 veröffentlichtes Album "Non calpestare i fiori nel deserto" wurde 800.000 Mal verkauft. Seine persönlichen, aber auch sozialkritischen Texte sang er in seinem neapolitanischen Dialekt, italienischer und englischer Sprache.

Wie der Groschen fiel: Prozess gegen Kunstberater Helge Achenbach fortgesetzt

Thomas Kellein, ehemaliger Leiter der Kunsthalle Bielefeld, soll das Verfahren wegen Betruges in Gang gesetzt haben. Heute nannte er als Zeuge vor dem Landgericht Essen erstmals Details.

Nach Aussage von Kellein nahm Achenbach bei einigen Kunstverkäufen für den Aufbau der Sammlung des Pharma-Unternehmers Christian Boehringer "hohe Preisaufschläge" vor. Da Kellein nach eigener Aussage für Achenbach nur als Berater für Boehringer gearbeitet habe, nicht aber in die Geschäftsvereinbarungen einbezogen gewesen sei, habe er zunächst keinen Verdacht geschöpft. Ende 2012 habe er dann aber gemerkt, dass "irgendetwas nicht stimmt". Achenbach habe Preisaufschläge vorgenommen, "die ich nicht mehr mittragen konnte". Bei dem bevorstehenden Verkauf eines frühen Bildes von Georg Baselitz - sei bei ihm dann "der Groschen gefallen". Er "habe gemerkt: Es ging darum, Kunst billig einzukaufen und teuer zu verkaufen", sagte Kellein.

Er habe die beiden Gesellschafter der privaten Berenberg Bank über die Vorgänge bei der Berenberg Art Advice und die hohen Aufschläge
informiert. Die Kunstberatungssparte der Bank sei daraufhin aufgelöst worden. Kellein sagte, Achenbach habe ihn später angerufen
und ihn zur Rede gestellt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 62-jährigen Achenbach vor, nicht nur
Kunden der Berenberg Art Advice, sondern auch den 2012 gestorbenen
Aldi-Erben Berthold Albrecht betrogen zu haben. Allein Albrecht soll
bei 22 Kunst- und Oldtimerverkäufen von Achenbach um rund 23
Millionen Euro geschädigt worden sein. Der Unternehmer Boehringer wurde von Achenbach entschädigt.

Achenbach hatte am ersten Prozesstag zugegeben, "unberechtigte Aufschläge" bei den Kunstverkäufen an seinen Duzfreund Albrecht vorgenommen zu haben. Zu seiner Arbeit als Gesellschafter der Berenberg Art Advice hatte er sich nicht geäußert.

Pariser La Samaritaine: Vernichtung historischer Bausubstanz gestoppt

Das Kaufhaus im Herzen von Paris darf nicht weiter umgebaut werden.

Ein Berufungsgericht bestätigte den Baustopp für die umstrittenen Arbeiten an
dem 1869 erweiterten Gebäude, das seit 2005 geschlossen ist, weil der französische Luxusgüterhersteller LVMH "La Samaritaine" zu einem Luxushotel und Bürokomplex umgestalten will. Die Richter sehen die Integration in das Stadtgefüge der Rue de Rivoli durch Wirkung, Material und Optik nicht gegeben.
Die unter Napoléon Bonaparte angelegte Pariser Ost-West-Achse Rue de Rivoli
war Teil der Arbeiten des Stadtentwicklers Georges-Eugène Haussmann. An der Straße liegen unter anderem der Louvre und das Pariser Rathaus, das Hôtel de Ville.

Stein des juristischen Anstoßes war die Außenarchitektur des riesigen Komplexes aus mehreren Gebäuden, die bis zur Pont Neuf an der Seine reichen. Für einen bereits abgerissenen Teil des Ensembles hatte das japanische Architekturbüro Sanaa eine Fassade aus siebenstöckigen, gläsernen Wellen unterschiedlicher Größe vorgesehen.

Auf einen Blick: Otto Lilienthals Nachlass im Internet

Briefe, Fotografien und Patente des in Anklam geborenen Flugpioniers (1848-1896) sind nach elf Jahren Arbeit vollständig digitalisiert. Das teilte das Otto-Lilienthal-Museum Anklam mit.

Das digitale Archiv gewähre Zugang zu allen bekannten und in verschiedenen Ländern bewahrten Quellen, erläuterte Direktor Bernd Lukasch in Anklam und nannte ein Beispiel: Die 145 Fotografien, die während Otto Lilienthals Flugübungen in den Jahren 1891-1896 entstanden.

Palästinensisches Battir: Kulturgut bleibt von israelischer Sperranlage verschont

Battir liegt an der Grenze Israels zum Westjordanland und ist Heimat antiker römischer ewässerungsanlagen und Terrassen.

Das Oberste Gericht Israels teilte mit, die Petition der Bewohner von Battir, die antike Kulturstätte zu schützen, sei hinfällig geworden, weil die Grenzanlage bis auf weiteres nicht durch das Dorf gebaut würde. Derzeit habe der Bau für das Verteidigungsministerium "keine Priorität".

Palästinensische Bewohner von Battir hatten 2012 zusammen mit der Organisation "Friends of the Earth Middle East" ihren Protest gegen entsprechende Baupläne Israels begonnen. Im Juni setzte die Unesco die Stätte auf ihre Liste der bedrohte Kulturgüter. . Die Landschaft um Battir ist durch bewässerte Terrassen geprägt, die zum Anbau von Wein, Oliven und Gemüse genutzt werden. Darin verstreut liegen alte Dörfer, Gräber und Festungsanlagen.

"Friends of the Earth" bezeichnete die Entscheidung als "wichtigen Sieg" und ein Zeichen der "Hoffnung auf eine bessere Zukunft". Die Lücke bei Battir ist die letzte Öffnung in der umstrittenen Sperranlage im Süden von Jerusalem.

Eisfestival in China: ungewöhnlicher Start 2015

Das traditionelle Eisfestival im nordostchinesischen Harbin ist erstmals ohne Feuerwerk eröffnet worden.

Nach der Massenpanik zu Silvester in Shanghai, bei der 36 Menschen ums Leben kamen, wurde aus Sicherheitsgründen auf die Licht-und Knaller-Show verzichtet. Das erwartungsfrohe Publikum reagierte eher frostig. "Eigens dafür sind wir heute hier", sagte eine Besucherin verärgert.

Das Festival mit seinen Schnee- und Eis-Kopien chinesischer Paläste, russischer Kirchen und französischer Kathedralen zieht jedes Jahr an die eine Million Menschen in seinen weißen Bann.

Forscher entdecken Grabmal unbekannter Königin südlich von Kairo

Grab vermutlich über 4000 Jahre alt

Tschechische Wissenschaftler haben in Ägypten das Grab einer bisher unbekannten Königin entdeckt. Es soll sich um Khentakawes III. handeln, Frau von Pharao Raneferef, meldete die ägyptische Staatszeitung "Al-Ahram" heute unter Berufung auf den ägyptischen Antikenminister Mamdu al-Damati. Ihr Name sei auf den mit Hieroglyphen beschriebenen Wänden der in Abu Sir südwestlich von Kairo entdeckten Grabkammer entziffert worden. Pharao Raneferef, dem die neu entdeckte Gemahlin zugeordnet wird, herrschte vor rund 4500 Jahren. Das Grab war von einer tschechischen Erkundungsmission freigelegt worden. In der Stätte seien auch mehrere Kalksteinvasen und aus Kupfer gefertigte Werkzeuge entdeckt worden, sagte Antikenminister Al-Damati. Miroslaw Barta, der Leiter der tschechischen Mission, erhofft sich laut "Al-Ahram" nun Aufschlüsse über das pharaonische Leben in der fünften Dynastie. Das Grabmal von Pharao Raneferef liegt wie das jetzt gefundene Grab im Pyramidenkomplex von Abu Sir.

Der französische Filmemacher René Vautier ist tot

Durch Filme zum Algerienkrieg wurde der Regisseur bekannt

Der französische Filmemacher René Vautier ist nach einem bewegten Leben gestorben. Wie heute bekannt wurde starb der Regisseur gestern in einem Krankenhaus der Bretagne im Alter von 86 Jahren, wie seine Ehefrau Soazig Chappedelaine Vautier der Nachrichtenagentur AFP sagte. Vautier setzte sich in seinen Filmen gegen den Kolonialismus in Afrika ein und übte in seinen Filmen scharfe Kritik am französischen Militäreinsatz gegen die Unabhängigkeitsbewegung in Algerien. Er bezeichnete sich selbst als "meistzensierten Filmemacher Frankreichs". Vautier war mit 20 Jahren durch seinen Kurzfilm "Afrique 50" bekannt geworden. Dieser erste anti-kolonialistische Film des französischen Kinos war vier Jahrzehnte lang verboten und brachte seinem Macher ein Jahr Gefängnis ein. Später produzierte Vautier mehrere Filme über den Algerienkrieg, darunter "Une nation l'Algerie", das ihm ein Verfahren wegen "Angriffs auf die Staatssicherheit" einbrachte. Später folgten "Algerie en flammes" und vor allem sein bekanntester Film "Avoir 20 ans dans les Aurès" (Mit 20 Jahren in den Aurès)- in dem er schilderte, wie französische Wehrpflichtige in Algerien verrohten.

25 Jahre nach dem Mauerfall:"Berlin East Side Gallery" im Kino

1,3 Kilometer Geschichte aus Beton. Die Berliner East Side Gallery zieht als längstes erhaltenes Mauerstück Touristen aus aller Welt an.

Sie ist Denkmal, Streitobjekt und Attraktion für Berlin-Besucher aus aller Welt: die East Side Gallery. 25 Jahre nach dem Mauerfall kommt nun eine Filmdokumentation ins Kino, die von der Geschichte der 1,3 Kilometer langen Openair-Galerie auf dem längsten noch erhaltenen Stück der Berliner Mauer erzählt. Die Filmemacher Karin Kaper und Dirk Szuszies haben sechs Jahre an dem Doku-Projekt gearbeitet. Morgen feiern sie im Berliner Kino Babylon die Premiere des Films. Ab Donnerstag startet "Berlin East Side Gallery" dann bundesweit in ausgewählten Kinos. Die Dokumentation solle zum Nachdenken über ein Denkmal anregen, so die Filmregisseure. Im Kern sei der Film eine Hymne an die Freiheit in mannigfaltiger Variation und unterschiedlicher Interpretation.
Die heutige East Side Gallery gehörte zur sogenannten Hinterlandmauer, die ein erstes Bollwerk für die Menschen im Osten war. Vom Westen aus sah man lediglich die eigentliche Grenzmauer.
Zwischen beiden Mauern befanden sich ein Postenweg, Wachtürme und der Todesstreifen.

Rund 14 000 Menschen besuchten 2014 die Feininger-Galerie in Quedlinburg

Die Galerie zeigt neben Feininger Werken auch Bilder von Klee, Kandinsky und Nolde

Auch nach der konzeptionellen Umgestaltung der Lyonel-Feininger-Galerie zu einem Museum für grafische Künste haben 14 000 Menschen im vergangenen Jahr die Ausstellungen und Veranstaltungen der Galerie in Quedlinburg besucht. Dies sei ein gutes, stabiles Ergebnis, sagte der seit einem Jahr amtierende Direktor Michael Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Man habe trotz aller Neuerungen an die Zahlen der Vorjahre anknüpfen können.
"Obwohl die Leute nicht dominant Feininger zu sehen bekamen, sind sie uns treugeblieben und gekommen", berichtete Freitag. Für 2015 soll die Vielgestaltigkeit der Angebote ausgebaut und das Werk ihres Namensgebers stärker mit Fragen der Gegenwart verbunden werden.
Die Galerie in der Unesco-Welterbestadt Quedlinburg ist nach dem deutsch-amerikanischen Maler und Grafiker Lyonel Feininger (1871-1956) benannt. Sie wurde 1986 eröffnet und 2006 der Stiftung Moritzburg in Halle zugeordnet. Seit Januar 2014 gehört sie zur Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt.

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