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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. April 2018

König ändert Statuten für Literaturnobelpreis-Gremium

Sitze von zurückgetretenen Akademie-Mitgliedern sollen neu besetzt werden

Im Skandal um die Schwedische Akademie ändert König Carl XVI. Gustaf nun die jahrhundertealten Statuten des Literaturnobelpreis-Gremiums. Regeln zum Austritt aus der Akademie würden ergänzt, teilte das Königshaus mit. Bisher waren die Sitze in der Jury für den Literaturnobelpreis auf Lebenszeit vergeben und ein Rücktritt unmöglich. Obwohl mehrere Mitglieder zuletzt angekündigt hatten, aus Protest gegen den Umgang mit einem Skandal nicht mehr an Sitzungen teilzunehmen, konnten ihre Sitze nicht nachbesetzt werden. Hintergrund ist eine Affäre um Belästigung, Korruption und Verrat von Geheimnissen. Derzeit sei die Zahl der inaktiven Mitglieder so groß, "dass das ernsthaft die Fähigkeiten der Akademie gefährdet, ihre wichtigen Aufgaben zu erfüllen", erklärte das Königshaus. Unter anderem sei der nötige Wiederaufbau der Akademie behindert. Künftig sollten nicht nur die Sitze von zurückgetretenen Mitgliedern neu besetzt werden, sondern auch die von Mitgliedern, die zwei Jahre lang nicht aktiv mitgearbeitet haben.

So viele Frauen wie noch nie beim Tribeca-Filmfestival

Festival in New York eröffnet

Das Tribeca-Filmfestival in New York widmet sich in diesem Jahr stärker als je zuvor Frauen vor und hinter der Kamera. Fast 50 Prozent der 96 Spielfilme wurden von Frauen gedreht - ein Rekord in der Geschichte des 2001 gegründeten Festivals. Es wurde heute zum 17. Mal eröffnet. Als Eröffnungsfilm lief "Love, Gilda" von Filmemacherin Lisa D'Apolito. Ihre Dokumentation erzählt die Geschichte der 1989 verstorbenen US-Komikerin Gilda Radner, die vor allem als Star der Sendung "Saturday Night Live" bekannt war. Schauspieler Robert De Niro hatte das Filmfestival 2001 mit zwei Partnern gegründet, um den Südteil Manhattans nach den Terroranschlägen vom 11. September wiederzubeleben.

Venedig-Löwe für Architekt Kenneth Frampton

Britischer Architekt schrieb Standartwerk für Architekturstudenten

Der britische Architekt und Architekturhistoriker Kenneth Frampton bekommt für seine Lebenswerk den Goldenen Löwen der Architektur-Biennale in Venedig. Die Auszeichnung soll ihm am 26. Mai verliehen werden, teilte die Biennale mit. Vor allem wurde Framptons kritische Auseinandersetzung mit der Architekturgeschichte gelobt. Jedem Architekturstudenten sei sein Standardwerk "Die Architektur der Moderne. Eine kritische Baugeschichte" bekannt, erklärte Biennale-Präsident Paolo Baratta. Die Architektur-Schau findet dieses Jahr zum 16. Mal statt. Sie öffnet vom 26. Mai bis zum 25. November und steht unter dem Motto "Freespace".

BR Symphonie-Orchester löscht Echo aus Biografie

Chefdirigent Mariss Jansons nimmt Abstand von Echo Klassik-Auszeichnungen

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Chefdirigent Mariss Jansons habe den Preis aus der Biografie des Orchesters gelöscht und würde derzeit auch keinen neuen annehmen, sagt Orchestermanager Nikolaus Pont mit Blick auf die Debatte um antisemitische Textzeilen in einem Rapper-Album, das trotz vieler Proteste einen Echo erhalten hat. Mit einer Rückgabe wolle man sich aber nicht profilieren. Der Preis habe ohnehin nicht so große Bedeutung, da er sich an den Verkaufszahlen orientiere und nicht rein an der künstlerischen Leistung. Nach Ansicht von Jansons liegt das Problem ohnehin tiefer. Wenn man es mit der Rückgabe eines Preises lösen könnte, wäre das ein sehr leichter Weg, sagte der Musiker, der 1943 im Ghetto von Riga als Sohn einer jüdischen Mutter zur Welt kam. Es habe vielmehr mit Intelligenz, Kultur und Mentalität zu tun, ob man verstehe, dass man so etwas nicht machen könne.

"People" kürt nicht mehr "schönste Frau der Welt"

Im Vordergrund sollen Stärke, Menschlichkeit und Kunst stehen

Seit 1990 hat das US-Magazin "People" jedes Jahr eine "schönste Frau der Welt" gekürt - doch damit ist nun Schluss. "Dieses Jahr benennen wir das Heft um in 'Schönheits-Ausgabe', um klarzustellen, dass es kein Schönheitswettbewerb ist", teilte die Redaktion mit. Auf der online vorab veröffentlichten Titelseite des Hefts ist Sängerin Pink mit ihren zwei Kindern zu sehen. Zudem biete die Ausgabe "schöne Frauen (und ein paar Männer) aller Formen, Größen und Farben und feiert die schönsten Eigenschaften überhaupt: Stärke, Menschlichkeit und Kunst".
Im vergangenen Jahr war US-Schauspielerin Julia Roberts zum fünften Mal zur "schönsten Frau der Welt" ernannt worden. Je zweimal erhielten Michelle Pfeiffer und Jennifer Aniston den Titel, weitere Preisträgerinnen der vergangenen Jahre waren Sandra Bullock, Gwyneth Paltrow und Drew Barrymore.

Größte deutsche Kunstmesse Art Cologne eröffnet

Messe: Deutschland bleibt eines der wichtigsten Länder für zeitgenössische Kunst

210 Aussteller aus 33 Ländern zeigen bis Samstag bei der 52. Art Cologne Werke zeitgenössischer Kunst sowie der klassischen Moderne. Auf der größten deutschen Kunstmesse werden Arbeiten von über 2000 Künstlern angeboten, von großen Namen bis hin zu jungen Talenten. "Die Kunstwelt hat sich in den letzten zehn Jahren rasant weiterentwickelt", sagte Direktor Daniel Hug bei der Eröffnung in Köln. Bei allen Veränderungen bleibe Deutschland jedoch eines der wichtigsten Länder für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Art Cologne ist die älteste Kunstmesse der Welt. Sie wurde 1967 als "Kunstmarkt Köln" gegründet. Kunst auf einer Verkaufsmesse anzubieten, war damals eine neue Idee, die schnell international kopiert wurde.

Magazin "Neon" gibt auf

Nach Juli-Ausgabe Magazin "Neon" nur noch digital

Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr stellt nach 15 Jahren sein Magazin "Neon" ein. Das Heft erscheint am 18. Juni zum letzten Mal. Danach werde es "Neon" nur noch digital geben, teilte der Verlag mit. Chefredakteurin Ruth Fend bedauerte das Aus und schrieb an die Leser: "Wir würden wahnsinnig gerne weiter ein Heft für euch machen, mit all der Leidenschaft, mit der wir es noch immer jeden Monat tun. Aber ihr seid zu wenige geworden. Denjenigen, die sich verabschiedet haben, sind nicht genügend Jüngere gefolgt." Die Zeitschrift war 2002 mit einer Auflage von 27 000 Exemplaren gestartet, erreichte 2011 einen Spitzenwert von durchschnittlich 237 000 verkauften Heften pro Monat - und lag nach Verlagsangaben zuletzt bei 58 000 verkauften Heften. "Nido", ein seit 2009 publizierter Ableger für junge Eltern, wird fortgesetzt.

Jury von Cannes steht fest

Fünf Frauen und vier Männer entscheiden im Mai über Goldene Palmen

Die US-Schauspielerin Kristen Stewart und ihre französische Kollegin Léa Seydoux sind in die Jury der Filmfestspiele von Cannes berufen worden. Der "Twilight"-Star und die 32-jährige Französin werden im kommenden Monat über die Vergabe der Goldenen Palme mitentscheiden teilten die Organisatoren mit. Als weitere Mitglieder wurden die Regisseurin des Bürgerrechtsdramas "Selma", Ava DuVernay, die burundische Musikern Khadja Nin, der kanadische Regisseur Denis Villeneuve ("Blade Runner 2049") sowie der chinesische Schauspieler Chang Chen, der russische Regisseur Andrej Swyaginew und der französische Filmemacher Robert Guédiguian benannt. Den Vorsitz des Gremiums hat in diesem Jahr die australische Schauspielerin Cate Blanchett inne. BDie 71. Filmfestspiele an der Côte d'Azur beginnen am 8. Mai, die Goldene Palme wird am 19. Mai verliehen.

Monika Grütters kritisiert Echo-Vergabe

Kulturstaatsministerin sieht Versagen des Ethikrates

Nach der Kritik zahlreicher Musiker an der Vergabe des Echo-Musikpreises an die Rapper Kollegah und Farid Bang hat auch Kulturstaatsministerin Grütters klar Stellung bezogen: "Dass Songs mit Texten, die menschenverachtende und herabwürdigende Passagen enthalten, von der Musikindustrie ausgezeichnet werden, offenbart die Fragwürdigkeit eines Preises, der nur auf Erfolg an der Kasse setzt", erklärte sie am Dienstag in Berlin. Grütters betonte, zwar sei in Deutschland die Kunstfreiheit garantiert, "aber sie hat ihre Grenzen da überschritten, wo Holocaust-Opfer verhöhnt werden". Wie dehnbar der Begriff der Kunst ist, sehe man, wenn er wie hier für eine Ansammlung stumpfer Plattheiten, antisemitischer Ausfälle und frauenfeindlicher Beleidigungen gelten solle, so Grütters. Es gehe nicht mehr um Fragen des Geschmacks, sondern um die Verantwortung der Künste und der Künstler für unser Gemeinwesen. "Das Versagen des Ethikrates ist in diesem Fall besonders bitter. Ganz offensichtlich braucht es ein Innehalten, um den eigenen künstlerischen Anspruch und  ethische Maßstäbe zu schärfen."

Filmfest Dresden eröffnet

Mehr als 300 Kurzfilme mit Schwerpunkt Europa

In Dresden hat am Dienstagabend das 30. Filmfest begonnen. Es dauert sechs Tage. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch sagte, die Stadt könne "stolz und dankbar" sein, dass es jedes Jahr ein Filmfest gebe. Schwerpunkt des 30. Festivals ist das Thema Europa. Erstmals gibt es in diesem Jahr einen Preis für Geschlechtergerechtigkeit im Kurzfilm. Das Filmfest Dresden gilt als bedeutendes Kurzfilmfestivals in Deutschland. Am Ende Festivals vergibt die Jury zehn "Goldene Reiter" und vier Sonderpreise im Gesamtwert von 67 000 Euro.

Prag gedenkt Regisseur Milos Forman

Feier mit neuem Dokumentarfilm über den bedeutenden Filmemacher

In der tschechischen Hauptstadt Prag wird am Sonntag an den verstorbenen Filmregisseur Milos Forman erinnert. Im Gemeindehaus wird sein oscarprämierter Film "Amadeus" (1984) aufgeführt, wie Radio Prag meldete. Das Prager Symphonieorchester FOK spielt zudem einige von Mozarts Kompositionen. Während des Gedenkabends soll demnach auch ein bislang nicht aufgeführter Dokumentarfilm über Milos Forman gezeigt werden, der von jungen Regisseuren der Prager Filmhochschule Famu gedreht wurde. Der Filmregisseur war am Freitag mit 86 Jahren in den USA gestorben.

Freier Eintritt für Hakenkreuz-Träger

Theater Konstanz will Bestechlichkeit der Menschen zeigen

Vor der wegen Hakenkreuzen umstrittenen Theater-Aufführung von George Taboris "Mein Kampf" in Konstanz sind Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Das Tragen von Hakenkreuzen in der Öffentlichkeit sei grundsätzlich eine Straftat. Im Fall des Theaterstückes müsse man aber prüfen, ob eventuell das Thema Kunstfreiheit eine Rolle spiele. Vor der Premiere an diesem Freitag (20. April) gibt es heftige Kritik, da das Schauspielhaus nach eigenen Angaben einen freien Eintritt anbietet für Besucher, die während der Vorstellung ein Hakenkreuz-Symbol im Saal tragen. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft in der Bodensee-Region und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz hatten zum Boykott des Stückes aufgerufen. Mit der Freikarten-Idee habe das Theater zeigen wollen, wie leicht bestechlich Menschen seien, hieß es. Inszeniert wird das Stück vom Regisseur und Kabarettisten Serdar Somuncu.

Berlin benennt Platz nach Otto Weidt

Er hatte in der in der Nazi-Zeit Juden versteckt

Er rettete in der Nazi-Zeit Juden vor der Deportation in die Konzentrationslager: An den blinden Berliner Fabrikanten Otto Weidt soll nun ein Platz im Neubaugebiet Europacity am Hauptbahnhof erinnern. Heute wird der erste Spatenstich gesetzt. Dazu wird die Schriftstellerin Inge Deutschkron erwartet - auch sie hatte während des Zweiten Weltkriegs eine Zeit lang Zuflucht bei Weidt gefunden. Er hatte in seiner Bürstenfabrik und an anderen Orten Verstecke für jüdische Arbeiter und ihre Angehörigen eingerichtet. Weidt (1883-1947) habe vielen Menschen geholfen, die NS-Zeit in Würde zu überleben, teilten die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Verkehr mit. An seine Geschichte erinnert auch das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt an der Rosenthaler Straße in Mitte. In der Europacity nördlich des Hauptbahnhofs entstehen auf 40 Hektar Wohnungen, Büros und Läden.

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