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Montag, 23.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 21. Juni 2019

Köln: Öffentliche Kunstinstallation sorgt für Streit

Die meterhohe Kunstinstallation, die eine Figur mit Drogenspritze zeigt, sorgt seit Tagen in Köln für Diskussionen: Nun bietet das Künstlerduo sein Werk - eine abgewandelte Leuchtreklame der Kölsch-Brauerei Reissdorf - dem Unternehmen zum Kauf an. Das teilte das "Impulse Theater Festival", für das die Installation aufgestellt worden war, mit. Der Erlös würde demnach der Drogenhilfe Köln zugutekommen. Die bekannte Originalwerbung hängt an einem Haus am Kölner Rudolfplatz: Dort ist abwechselnd zu sehen, wie ein Mann beziehungsweise eine Frau ein Kölschglas heben. Die Wiener Künstler Alexandra Berlinger und Martin Wagner hatten die Reklame für das Theaterfestival in abgewandelter Form nachgebaut. Zu sehen sind abwechselnd ein Mann und eine Frau, die sich eine Spritze setzen. Die Künstler wollten auf die Verdrängung der Drogenabhängigen aufmerksam machen, die seit Jahren am Neumarkt verkehren. Die Brauerei hatte rechtliche Schritte angekündigt.

Pink Floyd-Gitarren zu Rekordpreisen versteigert

Der Frontmann der Rockband Pink Floyd, David Gilmour, hat seine Gitarrensammlung für einen guten Zweck versteigert - und damit Rekordpreise erzielt. Insgesamt seien bei der Auktion von 126 Gitarren 21,5 Millionen Dollar (etwa 19 Millionen Euro) zusammengekommen, teilte das Auktionshaus Christie's mit. Das sei Rekord - noch nie sei eine Sammlung von Musikinstrumenten für so viel Geld versteigert worden. Bisheriger Rekordhalter sei der Musiker Eric Clapton gewesen, der seine Sammlung bei zwei separaten Auktionen 1999 und 2004 für insgesamt rund 12,5 Millionen Dollar versteigert habe. Teuerstes Stück aus Gilmours Sammlung war eine Black Fender Stratocaster von 1969, die für fast vier Millionen Dollar an einen anonymen Bieter ging. Nach Angaben des Auktionshauses wurde sie damit zur teuersten je versteigerten Gitarre. Mit der Gitarre war Gilmour oft aufgetreten und hatte viele Pink Floyd- und Solo-Alben damit aufgenommen. Den Erlös will Gilmour der Klimaschutzorganisation ClientEarth spenden.

Skulptur "Statue of Liberty" im Museum für Gegenwart

Die Kunstskulptur "Statue of Liberty" des dänisch-norwegischen Künstlerduos Elmgreen und Dragset empfängt künftig die Besucher im Berliner Museum für Gegenwart. Das Werk aus dem Jahr 2018 besteht aus einem Betonsegment der Berliner Mauer, in das ein funktionsloser Geldautomat integriert ist. Die Schenkung des Unternehmers und Kunstsammlers Heiner Wemhöner wurde in Berlin vom Direktor der Nationalgalerie, Udo Kittelmann, als Hausherr des Hamburger Bahnhofs offiziell entgegengenommen. mMit ihrer "Statue of Liberty" spielen der Däne Michael Elmgreen und der Norweger Ingar Dragset an auf die Rolle der weltbekannten Freiheitsstatue in New York, die als Symbol der Freiheit die Schiffe mit ankommenden Einwanderern begrüßte. Elmgreen und Dragset verbinden die einst Ost- und West-Berlin trennende Mauer, durch deren Löcher Menschen 1989 in die Freiheit kamen, mit einer funktionslosen Cash-Mashine. Freiheit und harte Währungen standen dabei nicht automatisch für eine sichere Zukunft.

Stiftung klagt um Welfenschatz vor Supreme Court

Im Streit um die Herausgabe des Welfenschatzes zieht die Stiftung Preußischer Kulturbesitz vor den U.S. Supreme Court. Die Stiftung werde den Obersten Bundesgerichtshof der USA anrufen, um die Klage auf Herausgabe des Welfenschatzes wegen Unzuständigkeit der amerikanischen Gerichte abzuweisen, heißt es in einer Mitteilung. Der Welfenschatz umfasst kostbare Altaraufsätze, Schmuckkreuze und Schreine aus dem Braunschweiger Dom. Die Goldschmiedearbeiten aus dem 11. bis 15. Jahrhundert gelangten 1671 in den Besitz des Welfenhauses. Die Stiftung hat die 44 Goldreliquien seit der Nachkriegszeit in ihrer Obhut. Die Nachfahren jüdischer Kunsthändler gehen davon aus, dass die Objekte ihren Vorfahren von den Nazis scheinlegal weggenommen wurden. Die Restitution wurde erstmals vor elf Jahren gefordert. Die Stiftung "war und ist nach mehrjähriger gründlicher Forschung zu den Umständen des Verkaufes des Welfenschatzes im Jahr 1935 überzeugt, dass es sich nicht um einen NS-verfolgungsbedingten Zwangsverkauf handelt", hieß es. Die Beratende Kommission für NS-Rückgaben bestätigte dies 2014. Darauf klagten die Erben vor dem District Court in Washington, der eine Zuständigkeit für eine Klage gegen die Stiftung erkannte. Die Berufung dagegen wurde zunächst von einem dreiköpfigen Gremium abgelehnt, vor drei Tagen scheiterte die Stiftung mit dem Ziel, dies vom voll besetzten Berufungsgericht überprüfen zu lassen.

"Um Himmels Willen"-Erfinder Michael Baier gestorben

Der Erfinder der erfolgreichen Fernsehserie "Um Himmels Willen", Michael Baier, ist tot. Der Drehbuchautor starb nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren in den USA, wie eine Sprecherin der Produktionsfirma "neue deutsche Filmgesellschaft" mit Sitz in Unterföhring bei München mitteilte. Sie berief sich dabei auf die Familie von Baier. Baier hatte nach Angaben der Produktionsfirma, deren Gesellschafter er auch war, unter anderem die Fernsehserien "Das Erbe der Guldenburgs", die Krimiserie "Adelheid und ihre Mörder" mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle und die ARD-Vorabendserie "Um Himmels Willen" mit Fritz Wepper als selbstverliebtem Bürgermeister entwickelt.

Jenaer Universität erwirbt Schiller-Druck

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat nach 230 Jahre eine Lücke in ihren Sammlungen geschlossen. Universitäts-Präsident Walter Rosenthal präsentierte ein antiquarisch erworbenes Exemplar von Friedrich Schillers (1759-1805) Antrittsvorlesung in der ersten Druckfassung von 1789. Hintergrund ist ein historischer Streit um Schillers akademischen Titel. Auf der Titelseite habe sich Schiller als "Professor der Geschichte in Jena" titulieren lassen. "Doch das Ordinariat hatte er nicht inne, lediglich eine außerordentliche Professur in den historischen Fächern", erklärte der Sprecher. Die Verwendung des Titels habe zu erheblichen Kontroversen in der Philosophischen Fakultät geführt. In Jena wurde der Erstdruck verboten, so dass dort kein Exemplar erhalten blieb.

Jüdisches Museum Berlin sucht Vertrauensperson

Bis zum Antritt einer neuen Spitze für das Jüdische Museum Berlin will sich der Stiftungsrat des Hauses von einer Vertrauensperson beraten lassen. Dies betreffe insbesondere konzeptionelle Fragen, heißt es in einer Mitteilung des Museums. "Die Vertrauensperson soll das Museum in der inhaltlichen Arbeit begleiten und stärken und Ansprechpartner nach innen wie nach außen sein." Geschäftsführend wird das Museum von Direktor Martin Michaelis geleitet. Der bisherige Leiter Peter Schäfer war vor einer Woche nach heftigen Kontroversen von seinem Amt zurückgetreten. Auslöser war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). Der Stiftungsrat stellte sich geschlossen hinter das Museum und wies Vorwürfe zurück, das Haus verfehle seine Stiftungsziele oder habe seine inhaltliche Richtung verloren. Schäfer wurde ausdrücklich für seine Arbeit gedankt.

Journalistin und Moderatorin Wibke Bruhns gestorben

Die Journalistin und Autorin Wibke Bruhns ist tot. Bruhns präsentierte 1971 als erste weibliche Nachrichtenmoderatorin in der Bundesrepublik die "heute"-Nachrichten des ZDF. Der ZDF-Chefredakteur Peter Frey würdigte die Verstorbene als "eine Frau mit Haltung und dem Mut einer Pionierin". Bruhns hatte ihre Arbeit bei den "heute"-Nachrichten nach rund zwei Jahren wieder beendet und das ZDF verlassen. Danach arbeitete sie jahrzehntelang weiter als Journalistin, Korrespondentin und Autorin für diverse Fernseh- und Radiosender. Zudem machte sie sich einen Namen als Buchautorin. Ihr Werk "Meines Vaters Land" befasst sich mit der Geschichte ihrer eigenen Familie in den Zeiten von Kaiserreich und Nationalsozialismus. Es ist die Geschichte ihres Vaters Hans-Georg Klamroth, der als Mitwisser des Hitler-Attentats am 20. Juli 1944 hingerichtet wurde. Wibke Bruhns wurde 80 Jahre alt.

Start von Röntgenteleskop eRosita verschoben

Das deutsche Röntgenteleskop eRosita wird mindestens drei Wochen später als geplant ins All fliegen. Das teilten die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos sowie das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München mit, unter dessen Federführung das Teleskop gebaut worden war. Ursprünglich war geplant, dass die russische Trägerrakete mit eRosita an Bord am frühen Freitagnachmittag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abhebt. Laut einer MPI-Sprecherin war vor dem Start entdeckt worden, dass eine Batterie nicht voll geladen war, die in einer Phase zur Zündung der Rakete notwendig ist. Für den Start gibt es einen Ausweichtermin am Samstag. Ob das Problem bis dahin behoben werden kann, war am Freitag unklar. eRosita soll Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxien in bisher unerreichter Auflösung erforschen.

Dirigent Currentzis gibt künstlerische Leitung ab

Stardirigent Teodor Currentzis gibt den Posten als künstlerischer Leiter des Staatlichen Opern- und Balletttheaters im russischen Perm ab. Der 47-Jährige behalte aber die künstlerische Leitung des internationalen Djagilew-Festivals, wie die am Ural gelegene Oper am Freitag mitteilte. Eine Begründung für den Schritt des Musikers nannte das Haus nicht. Auch wann Currentzis sich von dem Chefposten zurückzieht, blieb zunächst offen. Currentzis ist zugleich Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters.

Schauspieler Peter Matic gestorben

Der österreichische Schauspieler und Synchronsprecher Peter Matic ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Das teilte das Burgtheater in Wien mit. Matic war dort viele Jahre eine feste Größe. Er wirkte an zahlreichen Hörspielen im Deutschlandradio mit. Außerdem wurde er als Synchronsprecher des britischen Schauspielers Ben Kingsley bekannt. Matic wurde 1937 in Wien geboren und nach seiner Schauspielausbildung (1960 bis 1968) am Wiener Theater in der Josefstadt engagiert. Es folgten Engagements in Basel und an den Münchner Kammerspielen, bis er ans Berliner Schillertheater wechselte. Dort war er 22 Jahre lang tätig. "Mit Peter Matic verlieren wir einen einzigartigen Schauspieler", heißt es in der Mitteilung des Burgtheaters. "Aber jenseits des künstlerischen Verlustes trauern wir um einen der nobelsten, freundlichsten, großzügigsten Kollegen, der dieses Credo in seiner täglichen Arbeit im Umgang mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Hauses lebte."

Christen wollen Amazon-Serie stoppen

Fundamentale Christen wollen mit einer Petition die britische Amazon-Serie "Good Omens" stoppen. Die Adaption des Fantasy-Romans "Ein gutes Omen" von Terry Pratchett und Neil Gaiman aus dem Jahr 1990 stelle Teufel und Satanisten als normal und sogar als gut dar. Die Online-Petition sammelte bislang mehr als 20 000 virtuelle Unterschriften. Die christlichen Serienkritiker wandten sich zunächt allerdings mit ihrer Aktion an den Streamingdienst Netflix, obwohl die beanstandete Reihe beim Konkurrenten Amazon Prime läuft. "Wir entschuldigen den Fehler," hieß es auf der Onlineseite der Petition. In der "Good Omens"-Serie, die seit Ende Mai zu sehen ist und von der BBC mitproduziert wurde, tun sich ein Dämon und ein Engel zusammen, um die Geburt des Antichristen zu verhindern. Die fundamentalen Christen stören sich nicht nur an der ungewöhnlichen Freundschaft von Gut und Böse, sondern auch daran, dass Gott in der Komödie von einer Frau gesprochen wird.

Deutschland begeht den Tag der Musik

Unter dem Motto "Zusammenhalt Europa. Vielfalt" wird heute der Tag der Musik gefeiert. Der Deutsche Musikrat ruft alle Musizierenden dazu auf, gemeinsam ein Zeichen für den Schutz und die Förderung der Kulturellen Vielfalt zu setzen, denn Musik habe eine verbindende Kraft. Außerdem findet heute, wie immer am 21. Juni, die "Fete de La Musique" statt. Damit wird der längste Tag des Jahres und der Beginn des Sommers weltweit musikalisch gefeiert, zumeist umsonst und im Freien. Seinen Ursprung hat das Musikfest in Frankreich, wo es 1981 durch den damaligen Kulturminister Lang ins Leben gerufen wurde. Seitdem sind jährlich am 21. Juni alle Musikschaffenden dazu aufgerufen, auf der Straße Musik zu machen.

Verstorbener Karl Lagerfeld mit Gala in Paris geehrt

Die Modehäuser Chanel und Fendi haben zu Ehren ihres verstorbenen Kreativdirektors Karl Lagerfeld eine große Gala mit zahlreichen Prominenten veranstaltet. Unter dem Motto "Karl for Ever" nahmen im Pariser Grand Palais rund 2000 internationale Gäste teil. Stars wie die Schauspielerin Tilda Swinton und der US-Musiker Pharrell Williams erklommen für Auftritte die Bühne. Im Grand Palais hatte Lagerfeld zahlreiche seiner spektakulären Modeschauen ausgerichtet. Bei der Gala wurden Videoaufnahmen Lagerfelds gezeigt sowie Fotografien und Zeichnungen von der Hand des Modezaren. Daneben traten Musiker, Tänzer und Schauspieler auf. Lagerfeld war Mitte Februar im Alter von 85 Jahren gestorben.

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Fazit

Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

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