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Interview / Archiv | Beitrag vom 08.12.2015

Klimakonferenz in ParisUSA und China geben leichten Rückenwind

Jan Burck im Gespräch mit André Hatting und Dieter Kassel

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US-Präsident Barack Obama bei seiner Eröffnungsrede. (AFP / Jim Watson)
US-Präsident Barack Obama bei seiner Eröffnungsrede auf der Weltklimakonferenz in Paris. (AFP / Jim Watson)

Die USA und China haben sich beim Klimaschutz-Index von Germanwatch aufgrund sinkender Emissionen verbessert. Was große Erfolge auf der aktuellen Klimakonferenz in Paris angeht, ist Studienautor Jan Burck aber wenig optimistisch. Länder wie Saudi-Arabien seien sogar ein hoffnungsloser Fall.

China und die USA sind noch immer die beiden größten Kohlendioxid-Produzenten. Dennoch haben sie sich auf dem am Dienstag von Germanwatch vorgestellten Klimaschutz-Index um mehrere Plätze verbessert. China kletterte von Platz 50 auf 47, die USA machten einen Sprung von Rang 46 auf 34, erklärte Jan Burck von Germanwatch im Deutschlandradio Kultur.

"Die Maßnahmen, die in China momentan getroffen werden, um die Emissionen runterzufahren, sind von den Experten, die die nationale Politik bewerten, als sehr gut und als sehr umfassend bezeichnet worden, so dass es hier bessere Politikbewertungen gegeben hat."

Initiative von China und USA zur CO2-Reduktion

Auch in den USA seien Verbesserungen zu beobachten, so Burck. Dazu gehörten seit fünf bis sechs Jahren sinkende Emissionen und Umweltschutzmaßnahmen bezüglich von Gebäuden und Energieeffizienz. Auch die gemeinsame Initiative von China und den USA zur CO2-Reduktion sei für die Klimaverhandlungen in Paris sehr wichtig gewesen, betonte Burck.

"Hier haben die beiden größten Emittenten weltweit gezeigt, dass sie voranschreiten wollen. Das gab den Verhandlungen Rückenwind."

Saudi-Arabien bleibt ein hoffnungsloser Fall

Ein Land wie Saudi-Arabien sei dagegen ein hoffnungsloser Fall:

"Sie blockieren hier, wo sie können, sie versuchen komplett die Verhandlungen zum Scheitern zu bringen. Das ist leider sehr schlimm zu sehen."

Insgesamt sei er mäßig optimistisch, dass die Staaten gerade mit dem Rückenwind von China und USA sich auf etwas einigen werden.

"Es wird aber nicht reichen, hier ein Abkommen zu haben. Das ganze muss dann wieder zurück in die Länder. Die Länder müssen vor Ort ihre Politiken ändern, um dann wieder den Klimaverhandlungen Rückenwind zu geben, dass wir eine Überprüfung der Ziele der Länder in fünf Jahren haben."

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