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Kulturnachrichten

Dienstag, 3. März 2015

Kleinere Steigerungsraten bei E-Books

Anteil am Publikumsmarkt lag 2014 bei 4,3 Prozent

E-Books bleiben in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Allerdings gehen die Steigerungsraten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurück. Der Anteil bei den Kinder- und Jugendbüchern war sogar rückläufig. Das geht aus einer heute in Frankfurt veröffentlichten Statistik des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hervor. Danach betrug der E-Book-Anteil am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) im Jahr 2014 rund 4,3 Prozent. Das bedeutet eine Steigerung um 7,6 Prozent. 2013 lag die Steigerungsrate noch bei 60,5 Prozent. 5,7 Prozent der Bundesbürger ab 10 Jahren und damit 3,9 Millionen Menschen kauften 2014 E-Books. 2013 waren es nur 3,4 Millionen. "E-Books sind fester Bestandteil des Buchmarktes und von dort als weitere Editionsform neben Hardcovern, Taschenbüchern und Hörbüchern nicht mehr wegzudenken", zog der Vorsteher des Börsenvereins, Heinrich Riethmüller, Bilanz. Allerdings hätten viele Marktteilnehmer dauerhaft höhere Wachstumsraten erwartet. "Die Dynamik der Steigerung nimmt derzeit stark ab, obwohl Lesegeräte mittlerweile sehr verbreitet sind", so Riethmüller.

Rattle wird Musikdirektor des London Symphony Orchestra

Er bleibt aber bis 2018 in Berlin

Sir Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, wird von September 2017 an Musikdirektor des London Symphony Orchestra. Dies teilte Rattle heute in London mit. Er könne sich für die nächsten Jahre "keine bessere und inspirierendere" Aufgabe vorstellen, sagte der 60-Jährige. Rattles Vertrag in Berlin läuft bis 2018. Er steht seit 2002 an der Spitze der Berliner Philharmoniker und hatte vor zwei Jahren angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Von Herbst 2017 bis dahin werde er in beiden Städten aktiv sein, sagte er. Am 11. Mai wählen die Berliner Philharmoniker einen neuen Chefdirigenten.

Bund und Land geben Nationaltheater Weimar Geld

Vier Millionen Euro für Sanierungen

Das Deutsche Nationaltheater Weimar bekommt vier Millionen Euro für Sanierungen vom Bund und vom Land. Das Geld werde in der kommenden Spielzeit für Arbeiten am Orchestergraben im großen Haus sowie an der Ausweichspielstätte Redoute benötigt, sagte Generalintendant Hasko Weber heute. Knapp 2,9 Millionen Euro würden in die Sanierung des Orchestergrabens investiert. Grund seien die zu hohe Lärmbelastung für die Musiker sowie der steigende Grundwasserspiegel, der seine Spuren an den Mauern hinterlasse. Zum Ende der kommenden Spielzeit müsse das Theater deshalb für elf Wochen schließen. Der Spielplan 2015/2016 müsse aus diesem Grund völlig überarbeitet werde.

Semperoper mit zehn Premieren

Anna Netrebko als Elsa

Einen neuen Intendanten hat die Dresdner Semperoper zwar noch nicht. Doch die Planungen für die Zukunft gehen unbeirrt weiter. Für die neue Spielzeit wurden zehn Premieren angekündigt. Mit John Harbisons "The Great Gatsby" nach dem gleichnamigen Roman von F. Scott Fitzgerald und Paul Hindemiths "Mathis der Maler" sind Werke dabei, die auf Bühnen noch immer Seltenheitswert besitzen. Erste Premiere der neuen Saison ist am 10. Oktober Albert Lortzings "Wildschütz". Komplettiert werden die Neuproduktionen mit Klassikern wie Mozarts "Don Giovanni" und Peter Tschaikowskis "Eugen Onegin". Auch mit dem Repertoire will Dresden glänzen. Bei der Wiederaufnahme von Wagners "Lohengrin" im Mai 2016 unter der Leitung von Christian Thielemann ist ein Staraufgebot angesagt: Anna Netrebko debütiert als Elsa, Piotr Beczala übernimmt die Titelpartie. Nach Angaben der Oper lagen die Auslastung 2014 bei 91,7 Prozent. Wolfgang Rothe, amtierender Intendant des Hauses, verwies allerdings auf Stornierungen von Opernfans, die Dresden seit den Demonstrationen der islamkritischen Pegida-Bewegung meiden: "Wir spüren in der Tat, dass da eine Kaufzurückhaltung vorliegt." Über einen neuen Intendanten hüllt man sich in Dresden in Schweigen. Nachdem der designierte Intendant Serge Dorny vor einem Jahr noch vor seinem Amtsantritt wieder gekündigt wurde, ist die Semperoper ohne "ordentlichen" Chef. In der Zwischenzeit führt der Kaufmännische Direktor Rothe die Geschäfte.

Rembrandts "Susanna" stark überarbeitet

Gemälde wurde im 18 Jh. zu zwei Dritteln übermalt

Überraschende Entdeckung: Rembrandts Meisterwerk "Susanna und die beiden Alten" (1647) ist neuen Erkenntnissen zufolge nach dem Tod des Malers umfassend überarbeitet worden. Bei den Vorarbeiten zu einer Ausstellung der Berliner Gemäldegalerie stellte sich demnach heraus, dass der englische Künstler und damalige Besitzer Sir Joshua Reynolds das Gemälde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu etwa Zweidritteln übermalt hat. "Das war ein ziemlich radikaler Eingriff. Eigentlich entsprechen nur noch die Figuren der von Rembrandt vollendeten Fassung", sagte Museumsdirektor Bernd Lindemann am Dienstag in Berlin. Die Gemäldegalerie und das Kupferstichkabinett zeigen das Werk jetzt in einer gemeinsamen Ausstellung mit Vorstudien Rembrandts und Zeichnungen seiner Schüler zum Thema. Der niederländische Meister hatte zu Lebzeiten selbst drei Versionen des Bildes geschaffen, die mit der heutigen Kunsttechnologie rekonstruiert werden können.

Berlin plant Schau mit spanischer Kunst

"El Siglo de Oro" - mit Werken des 17.Jahrhunderts

Die Berliner Gemäldegalerie bereitet eine große Schau mit Werken der spanischen Malerei und Skulptur des 17. Jahrhunderts vor. Die Ausstellung mit dem Arbeitstitel "El Siglo de Oro" sei vom 1. Juli bis 30. Oktober 2016 geplant. Das teilten die Staatlichen Museen zu Berlin heute mit. "Die Ausstellung ist eines der ambitioniertesten Ausstellungsprojekte, die außerhalb Spaniens zu diesem Thema realisiert werden", heißt es in der Ankündigung. "Das Siglo de Oro", das goldene Jahrhundert der spanischen Malerei, zählt zu den faszinierendsten Kapiteln der abendländischen Kulturgeschichte." Rund 100 Meisterwerke sollen zu sehen sein, unter anderem von El Greco, Velázquez, Murillo und Zurbarán. Die Schau entsteht in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid, dem Museo Nacional de Escultura in Valladolid und der Kunsthalle München. Nach der Station in Berlin wird die Ausstellung vom 25. November 2016 bis 26. März 2017 in der Kunsthalle München zu sehen sein.

100 000 Besucher bei Schlemmers "Visionen einer neuen Welt"

Große Restrospektive in der Staatsgalerie Stuttgart

Oskar Schlemmer zieht: Seit Ende November haben sich 100 000 Besucher die große Retrospektive des Bauhaus-Stars in der Staatsgalerie Stuttgart angesehen. Das teilte das Museum heute mit. Bis zum 6. April sind 270 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Fotografien von Schlemmer (1888-1943) in seiner Heimatstadt ausgestellt. Sein wohl berühmtestes Gemälde, "Die Bauhaustreppe" aus dem Museum of Modern Art in New York, ist zu sehen, ebenso wie die Originalkostüme seines "Triadischen Balletts". Beruhend auf einer Schenkung von Witwe Tut Schlemmer hat die Staatsgalerie eine weltweit beachtete Schlemmer-Sammlung aufgebaut. Die Ausstellung "Visionen einer neuen Welt" ist die erste große Schlemmer-Werkschau seit fast 40 Jahren in Deutschland.

Impressionismus-Schau in London

Monet, Manet und der Mann, der den Impressionismus entdeckte

Paul Durand-Ruel (1831-1922) war einer der größten Kunstmäzene seiner Zeit. Ohne ihn, so will eine neue Ausstellung in Londons National Gallery zeigen, hätten die impressionistischen Maler Frankreichs vielleicht nie Weltruhm erreicht. Als Monet, Manet, Degas und Renoir von Kritikern verspottet in Armut lebten, kaufte er mit künstlerischem Gespür und unternehmerischem Weitblick Tausende ihrer Werke. Seine Wohnung in Paris - in der Ausstellung teilweise rekonstruiert - wurde zum Ausstellungs-Salon. "Ohne ihn hätten wir nicht überlebt", sagte Monet über den Förderer. Die Ausstellung "Inventing Impressionism" - "die Erfindung des Impressionismus" - zeigt 85 Gemälde aus europäischen und amerikanischen Sammlungen und Privatbesitz, die zum Teil von Durand-Ruel gehandelt wurden. Die Ausstellung wird an morgen eröffnet und läuft bis zum 31. Mai. Unter den Exponaten sind nach Angaben der National Gallery Werke, die zuvor nicht öffentlich zu sehen waren. Die Qualität der Werke sei die "beste seit einer ganzen Generation", sagte Kuratorin Anne Robbins. Durand-Ruel erwarb zwischen 1891 und 1922 rund 12 000 Gemälde, darunter mehr als 1000 von Monet und 1500 von Renoir. Er stand mehrfach vor dem finanziellen Bankrott. Laut National Gallery war er "Mitbegründer des internationalen Kunstmarkts in seiner heutigen Form."

Stücke für Mülheimer Dramatikerpreis nominiert

Sieben Stücke mit überwiegend hochaktuellen Themen konkurrieren um den Preis

Das Schicksal von Flüchtlingen, rechtsextreme Gewalt oder Groteskes aus einer Kinderwunschpraxis: Sieben Stücke mit überwiegend hochaktuellen Themen konkurrieren in diesem Jahr um den 40. Mülheimer Dramatikerpreis. "Das Trendthema des Theaterjahres sind die Taten der Terrorzelle NSU", sagte der Sprecher des Auswahlgremiums, Tobias Becker, am Dienstag. So hat es auf die Liste der Nominierten "Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute" von Dirk Laucke in der Inszenierung des Schauspiels Stuttgart geschafft. Mit in der Konkurrenz sind auch "Die Schutzbefohlenen" von Elfriede Jelinek über das Flüchtlingsdrama von Lampedusa (Hamburger Thalia Theater) und die Groteske "Wunsch und Wunder" von Felicia Zeller (Saarländisches Staatstheater) über eine Praxis für Reproduktionsmedizin. Der mit 15 000 Euro dotierte Dramatikerpreis gilt als eine der renommiertesten Theaterauszeichnungen Deutschlands. Die Mülheimer Theatertage finden vom 16. Mai bis zum 6. Juni statt.

Kunsthändler Bouvier in Monaco festgenommen

Ihm wird Betrug und Beihilfe zur Geldwäsche vorgeworfen

Der bekannte Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier muss sich in Monaco wegen Betrugs und Geldwäsche verantworten. Gegen den am Donnerstag festgenommenen Kunsthändler wurde am Samstag ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie heute bekannt wurde. Zudem werfe ihm die Staatsanwaltschaft Beihilfe zur Geldwäsche vor. Bouvier wird verdächtigt, dutzende Bilder berühmter Maler wie Picasso, Modigliani, Gauguin, Degas oder Leonardo da Vinci mithilfe gefälschter Dokumente zu überhöhten Preisen verkauft zu haben. Mutmaßliches Opfer des Betrugs ist der Besitzer des Fußballclubs AS Monaco, der russische Milliardär Dmitri Rybolowlew.

"Regensburger Domspatzen" erfolgreich bei "Jugend forscht"

Gleich zwei Teams waren erfolgreich

Zwei Teams des Gymnasiums der "Regensburger Domspatzen" haben sich erfolgreich beim Regionalentscheid "Jugend forscht" in der Oberpfalz geschlagen. Der 18-jährige Paul Kutzer erhielt für seine "Sudoko-Lösungsmaschine" im Bereich Technik den ersten Preis, wie das Management des Gymnasiums heute in Regensburg mitteilte. Innerhalb von 30 Sekunden löse das Gerät das Zahlenrätsel. Die Maschine habe bereits die Aufmerksamkeit der Entwicklungsabteilung von Fischertechnik AG geweckt, die den Schüler zu sich eingeladen habe, hieß es. Einen weiteren ersten Preis in der Kategorie "Mathematik/Informatik" errangen die beiden 18-jährigen Schüler Alexander Nguyen und Simon Siegert. Sie entwickelten ein Computerprogramm, das die Festlegung der Prüfungszeiten und Kommissionen für mündliche Abiturprüfungen an bayerischen Gymnasien optimieren und vereinfachen soll. Unterstützt worden seien sie bei ihren Forschungen von der Universität Bayreuth sowie von Partnern aus der Softwarebranche. Da beide Beiträge von herausragender Qualität waren, wurde das Musikgymnasium zusätzlich mit dem "Sonderpreis Schule" ausgezeichnet. Drei weitere Sieger bei den Domspatzen habe es im Wettbewerb "Schüler experimentieren" gegeben, an dem Schüler von der vierte Klasse bis zu 14 Jahren teilnehmen.

Archäologische Entdeckung im Regenwald

Forscher entdecken Reste vorspanischer Zivilisation

Im Regenwald von Honduras haben Forscher Reste einer vorspanischen Zivilisation entdeckt. Ob es um die sagenumwobene "Weiße Stadt" handeln könnte, ist umstritten. Wissenschaftler haben im Regenwald des mittelamerikanischen Landes Überreste von Plätzen, Erdwällen und einer Pyramide entdeckt. Wie die Zeitschrift "National Geographic" gestern berichtete, liegt der Fundort in der Region La Mosquitia im Nordosten des Landes. Eines der spektakulärsten Fundstücke sei der Kopf einer Statue, die ein mystisches Wesen - halb Mensch, halb Jaguar - darstelle. Die Fundstelle sei so gut wie unberührt, sagte der Archäologe Christopher Fisher von der US-Universität Colorado. Die Wissenschaftler datierten die Artefakte auf 1000 bis 1400 nach Christus. Erste konkrete Hinweise auf die Anlage erhielten Wissenschaftler 2012 durch Luftaufnahmen.

Komponist Ezra Laderman gestorben

Der erfolgreiche Amerikaner schuf unzählige Symphonien, Opern und Filmmusiken

Der amerikanische Komponist Ezra Laderman ist am Samstag im Alter von 90 Jahren gestorben. Das teilte die Yale School of Music in New Haven, im US-Staat Connecticut mit. Dort war Laderman von 1989 bis 1995 Dekan. Die Todesursache war zunächst unklar. Im Laufe seiner Karriere schuf Laderman ein Füllhorn an Werken, darunter klassische Symphonien, Opern und Filmmusik. Bekanntheit erlangte unter anderem seine Oper "Marilyn", die auf dem Leben von Marilyn Monroe basiert und 1993 an der New York Oper Premiere feierte. Zudem schrieb er die Musik für die oscarprämierten Dokumentationen "The Eleanor Roosevelt Story" und "Black Fox." Berühmte Soloisten wie der Cellist Yo-Yo Ma spielten Ladermans Werke. Für einige Jahr war der Komponist außerdem Präsident der American Academy of Arts and Letters, einer Gesellschaft für Schriftstellerei, Bildende Kunst und Komposition.

Russischer Opernchef wegen Blasphemie vor Gericht

Es drohen Geldbuße und gemeinnützige Arbeit

Wegen des Vorwurfs der Schändung religiöser Symbole müssen sich der Intendant des Opernhauses im russischen Nowosibirsk und der Regisseur einer dortigen "Tannhäuser"-Inszenierung vor Gericht verantworten. Wie russische Medien berichten, setzte das Bezirksgericht in der sibirischen Metropole für morgen eine Verhandlung gegen den Intendanten Boris Mezdritsch sowie für Donnerstag gegen Opernregisseur Timofej Kuljanin an. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt beide, mit der Inszenierung der Wagner-Oper das "Bild von Jesus Christus" öffentlich geschändet und damit eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben. Mezdritsch und Kuljanin drohen eine Geldbuße und bis zu 120 Stunden gemeinnützige Arbeit. Sie waren vom orthodoxen Metropoliten von Nowosibirsk, Tichon, und einem Vertreter des Innenministeriums angezeigt worden. Der Opernchef kündigte an, er werde die "künstlerische Politik" seiner Bühne verteidigen. Kein Besucher der Premiere Ende Dezember habe sich beim Opernhaus beschwert. Kuljanin gehört zu den prominentesten Opern-Regisseuren des Landes.

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