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Thema / Archiv | Beitrag vom 03.08.2011

"Kleine Veränderung wird hochgewirbelt"

Hamburger Schulsenator weist Kritik an der Abschaffung des verpflichtenden Lernens der Schreibschrift zurück

Rabe: "Wenn ich mir angucke, wie andere Menschen jetzt schreiben als Erwachsene, dann haben wir völlig andere Handschriften als die ursprünglich in der Schule gelehrte Schrift." (Stock.XCHNG / Elena Buetler)
Rabe: "Wenn ich mir angucke, wie andere Menschen jetzt schreiben als Erwachsene, dann haben wir völlig andere Handschriften als die ursprünglich in der Schule gelehrte Schrift." (Stock.XCHNG / Elena Buetler)

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat Kritik an der Abschaffung des verpflichtenden Lernens der Schreibschrift zurückgewiesen. Diese "kleine Veränderung" im Lehrplan der Hansestadt werde "hoch gewirbelt", sagte Rabe. Es gebe keine Anweisung, die Schreibschrift nicht mehr zu lehren.

Die Hamburger Schüler könnten das Schreiben ab dem neuen Schuljahr nunmehr auf zwei verschiedenen Wegen lernen: "Aber die ganzen Kritiker, die mögen sich, glaube ich, daran orientieren, dass wir bereits seit 20 Jahren nicht mehr das Ziel haben, dass jedes Kind eine bestimmte Schreibschrift lernt. Das Ziel heißt: Die Kinder sollen schreiben lernen. Sie sollen ordentlich und richtig schreiben. Und es soll eine lesbare, eigene Handschrift entstehen."

Wenn man der Kritik einiger Verbände folgen wolle, müsse man in ganz Deutschland alle Lehrpläne dahin gehend ändern, dass eine bestimmte Form der Schreibschrift niemals verlassen werde. Das gehe an der Realität vorbei: "Wenn ich mir angucke, wie andere Menschen jetzt schreiben als Erwachsene, dann haben wir völlig andere Handschriften als die ursprünglich in der Schule gelehrte Schrift. Und ich kann nicht feststellen, dass dadurch jetzt die Kultur verloren gegangen ist. Dieses Argument trifft wirklich nicht zu."

Den Grundschulen in Hamburg ist es künftig selbst überlassen, ob sie die Schüler in Grundschrift, einer Variante der Druckschrift, oder weiterhin in Schreibschrift unterrichten. Er habe sich nicht anmaßen wollen, in diesem "Streit unter den Pädagogen", wie man eine eigene Handschrift am Besten erlerne, zu entscheiden, äußerte Rabe: "Wir haben beim Unterricht in vielen, vielen Punkten den Lehrern viel Freiheit gegeben. Nicht in Bezug auf die Frage, was die Schüler können sollen. Sondern in Bezug auf die Frage, wie sie es vermitteln. Und eigentlich fahren wir damit nicht schlecht."

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 3.1.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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Alles wie gedruckt <br> Hamburg will an Schulen die Schreibschrift abschaffen (DLF)

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