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Tonart | Beitrag vom 16.10.2018

Klaus Hoffmann: "Aquamarin""Die Zeit gehört den Zärtlichen!"

Klaus Hoffmann im Gespräch mit Matthias Mauersbrecher

Klaus Hoffmann , aufgenommen am 12.10.2012 auf der 64. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main. (picture alliance / dpa - Uwe Zucchi)
Der Liedermacher, Autor und Schauspieler Klaus Hoffmann (picture alliance / dpa - Uwe Zucchi)

Klaus Hoffmann hat mit "Aquamarin" sein 42. Album veröffentlicht. Im Gespräch spricht er über seinen Hang zum Pathos und Melodram, seine Liebe zu Aznavour und spielt Lieder auf der Gitarre.

Er ist Schauspieler und Sänger, Schriftsteller und Liedermacher: Klaus Hoffmann kann ohne die Bühnen des Theaters und des Lebens nicht sein. Über 40 Alben hat er bislang veröffentlicht, mehrere Romane und seine Autobiographie geschrieben. Er war 1976 Edgar Wibeau in der Verfilmung von Ulrich Plenzdorfs Roman "Die neuen Leiden des jungen W." und er verkörperte Jacques Brél in seinem 1997 uraufgeführten, selbstgeschriebenen Musical "Brel – die letzte Vorstellung".

Chansonniers wie Brel, aber auch wie der kürzlich verstorbene Charles Aznavour, haben Klaus Hoffmann Zeit seines Musikerlebens begleitet und beeinflusst. Auf seinem neuen Album, das vergangenen Freitag erschienen ist, hat er mit dem Chanson "Du siehst aus wie Papa" eine Hommage an Charles Aznavour vorgestellt.

Immer wieder Aznavour

"Brel war mein Ziehvater, als ich 16 war, aber Aznavour hat mich begleitet, weil er von den alten französischen Sängern noch da war. Brel und Aznavour – wieso? Ich brauchte die in einer Zeit, wo ich sehr jung war, um mich so gewissermaßen an diesem Metier des Chansons festzuhalten. Das reine Liedmachen, so wie es in Deutschland war in den 60ern, da war ich immer ein Stück weit nach Reinhard Mey, nach Hannes Wader, nach den politischen Liedermachern. Das war mir zu wenig theatralisch, zu wenig pathetisch und zu wenig gefühlvoll. Ich suchte nach Sängern, die rauskommen, die Arme ins Publikum werfen und alle umarmen. Und das ging nur mit den Italienern oder Franzosen."

Seine Texte schrammen manchmal haarscharf am Kitsch vorbei. Das stört ihn nicht, im Gegenteil:

"Da habe ich keine Angst davor. Die Jungen sind mir zu wenig pathetisch."

Direkt politische Lieder möchte er nicht machen, gleichwohl er eine Botschaft hat:

"Sagt endlich den Idioten: Die Zeit gehört den Zärtlichen! Das ist mein Untertext für die ganze Platte."

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