Seit 01:05 Uhr Tonart

Mittwoch, 24.07.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Dienstag, 9. Juli 2019

Klassiker liegen auf deutschen Bühnen vorn

Giuseppe Verdi ist auf deutschen Bühnen der meistgespielte Opernkomponist.Seine Werke wurden in der Spielzeit 2017/18 in 98 Inszenierungen aufgeführt. Das teilte der Deutsche Bühnenverein mit. Auf Platz zwei und drei in der Werkstatistik folgten Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Wagner. Zeitgenössische Opern hatten laut Bühnenverein nur einen kleinen Anteil. Auch auf den Theaterbühnen dominierten die Klassiker: Die Dramen von William Shakespeare wurden in 100 Inszenierungen aufgeführt. Auf die nächsten Plätze kamen Bertolt Brecht und Friedrich Schiller. Der Chef des Bühnenvereins, Grandmontagne, erklärte, es werde noch dauern, bis sich gesellschaftliche Veränderungen in den Spielplänen zeigten. Das gelte für Geschlechtergerechtigkeit oder das Zugehen auf neue Publikumsschichten.

Rapperin Nicki Minaj sagt Auftritt in Saudi-Arabien ab

Die Sängerin Nicki Minaj hat aus Bedenken über Menschenrechtsverletzungen ein geplantes Konzert in Saudi-Arabien abgesagt. Sie werde beim Jeddah World Fest nicht auftreten, gab Minaj per Mitteilung laut US-Medien bekannt. Es sei ihr wichtig, damit ihre Unterstützung für Frauenrechte, für die LGBTQ-Community und für Meinungsfreiheit klar herauszustellen. LGBTQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und queere Menschen. Das Jeddah World Festival hatte die "Megatron"-Rapperin vorige Woche für ein Konzert am 18. Juli als Stargast angekündigt. Menschenrechtler hatten danach die Sängerin aufgefordert, nicht bei dem Festival in dem konservativ-islamischen Land aufzutreten. Minaj ist für ihre freizügigen Lieder bekannt.

Sting sagt Konzert in München ab

Der Sänger Sting hat aus gesundheitlichen Gründen sein Konzert am Mittwoch in München abgesagt. Er sei noch angeschlagen und folge dem Rat seines Arztes, hieß es auf der Homepage des britischen Musikers. Was er hat, wurde nicht genannt. Zuvor hatte Sting bereits einen Auftritt beim Jazz-Festival im belgischen Gent gestrichen. In München wollte er beim Tollwood Festival auftreten.

"ZDF@Bauhaus" zieht von Dessau nach Weimar

Gut neun Monate nach den Querelen um einen Auftritt der Punkband "Feine Sahne Fischfilet" verliert das Bauhaus in Dessau die Konzert-Reihe "ZDF@Bauhaus". Künftig kommt das Format aus der Bauhaus-Stadt Weimar. Das teilt das ZDF mit. Damit beginne die neue Staffel dort, wo vor einem Jahrhundert die Wiege des Bauhauses lag. Laut ZDF hat der Umzug mit dem 100. Jubiläum der Kunstschule zu tun - nicht jedoch mit den Querelen um den abgesagten Punkband-Auftritt in ihrer Reihe. Die Bauhaus-Stiftung in Dessau hatte vorigen Oktober ein Konzert der linken Band abgelehnt, nachdem rechte Gruppierungen zum Protest gegen den Auftritt aufgerufen hatten. Das hatte bundesweit für Diskussionen und Kritik gesorgt.

Gerd Ruge Stipendium für Dokumentarfilm-Projekte

Vier Dokumentarfilm-Projekte erhalten das mit insgesamt knapp 100 000 Euro dotierte Gerd Ruge Stipendium der Film- und Medienstiftung NRW. Moritz Riesewick und Hans Block aus Nordrhein-Westfalen und Berlin erhalten 30 000 Euro für den Film "Cyberstate". Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, was wäre, wenn nicht mehr die Politik sondern Maschinen den Staat regierten. Diana Näcke aus Berlin erhält 30 000 Euro für die Verwirklichung eines modernen Märchens aus Istanbul. Der Berliner Ekrem Heydo wird mit knapp 22 000 Euro bei seinem Filmprojekte "Dêrik" unterstützt. Steffi Wurster aus Berlin plant einen Dokumentarfilm über die wachsende Militarisierung an einer Ost-West-Grenze. Dafür erhält sie knapp 16 000 Euro.

Studie: Nicht mehr Besucher bei freiem Museumseintritt

Kostenloser Eintritt in Museen in Deutschland sorgt laut einer bisher unveröffentlichten Studie nur kurzfristig für einen Anstieg der Besucherzahlen. Das geht aus dem Bericht des Berliner Instituts für Museumsforschung hervor, der dem Evangelischen Pressedienst vorliegt. Um die Besucherzahlen hoch zu halten, müsse der kostenfreie Zugang mit Marketingmaßnahmen und Vermittlungsangeboten begleitet werden. In Berlin etwa plant der Senat ab kommendem Jahr Gratis-Sonntage in Museen. Das Vorhaben muss aber noch vom Abgeordnetenhaus im Rahmen der Haushaltsberatungen im Dezember gebilligt werden. Auch die Häuser der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wollen dann einen kostenfreien Sonntag anbieten, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) im Juni angekündigt hatte.

Monacensia erwirbt Briefe von D. H. Lawrence

Das Literaturarchiv der Stadt München, Monacensia, hat 32 Briefe, 6 Postkarten und 4 Widmungsexemplare des englischen Schriftstellers D. H. Lawrence (1885-1930) erworben. Sie stammen aus dem Nachlass des Schriftstellers Max Mohr (1891-1937), der mit Lawrence gut befreundet war. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der Kulturausschuss der Stadt habe dem Kauf zugestimmt. Eine vergleichbare Korrespondenz zwischen Lawrence, der unter anderem für seinen Roman "Lady Chatterleys Liebhaber" bekannt ist, und einem anderen deutschen Autor gebe es nicht, hieß es.

Niedersachsen schreibt Kempowski-Literaturpreis aus

Zu Ehren des Schriftstellers Walter Kempowski (1929-2007) schreibt das Land Niedersachsen einen neuen Literaturpreis aus. Bis zum 20. August können Verlage deutschsprachige Autorinnen und Autoren für die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung vorschlagen. Das teilt das niedersächsische Kulturministerium mit. Mit dem "Walter Kempowski Preis für biografische Literatur" sollen künftig alle zwei Jahre Autorinnen und Autoren ausgezeichnet werden, die in ihren Texten den Einfluss der Geschichte auf individuelle Biografien herausarbeiten. Der Preis werde im Wechsel mit dem Nicolas-Born-Preis vergeben, hieß es. Er könne für ein einzelnes Werk, aber auch für das bisherige Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors vergeben werden. Walter Kempowski lebte viele Jahrzehnte bei Bremen und gilt als einer der wichtigsten "Chronisten des Bürgertums" in der deutschsprachigen Literatur. Den literarischen Durchbruch feierte er 1971 mit "Tadellöser & Wolff: Ein bürgerlicher Roman".

Ägypten schaltet wegen Tutanchamunbüste Interpol ein

Nach der Versteigerung einer 3000 Jahre alten Büste des ägyptischen Pharao Tutanchamun in London hat Ägypten die internationale Polizeiorganisation Interpol eingeschaltet. Kairo hatte zuvor vergeblich versucht, die Auktion der Büste zu verhindern. Die war vergangene Woche bei Christie's für umgerechnet rund 5,3 Millionen Euro von einem anonymen Bieter ersteigert worden. Die ägyptischen Behörden vermuten, dass sie in den 70er-Jahren illegal aus dem Land gebracht worden war und fordern die britischen Behörden auf, einen Export der Büste zu untersagen, bis Ägypten die geforderten Dokumente vorliegen. Der Streit belastet die kulturellen Beziehungen beider Länder. Britische Anwälte seien beauftragt worden, eine Zivilrechtsklage auf den Weg zu bringen.

Yad Vashem ändert Gebete für Holocaust-Gedenktag

Die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat zwei Gebete erweitert, die traditionell am Holocaust-Gedenktag rezitiert werden. Künftig wird nicht mehr nur der europäischen Opfer der Schoah gedacht, sondern auch der nordafrikanischen. Das berichtet die Zeitung "Haaretz". Verweise auf Europa seien aus beiden Gebeten gestrichen worden. Eine Schülerin hatte in einem Brief ihr Befremden geäußert, dass ausschließlich europäische Opfer genannt werden. Ihr Großvater ist Holocaust-Überlebender aus dem libyschen Tripolis. Auch in Nordafrika wurden Juden während des Zweiten Weltkriegs systematisch verfolgt, insbesondere mit der Besatzung Frankreichs und der Errichtung des mit Nazi-Deutschland verbündeten antisemitischen Vichy-Regimes.

Amsterdamer Holocaust Mahnmal darf gebaut werden

Das Amsterdamer Holocaust Mahnmal von Daniel Liebeskind darf gebaut werden. Ein Verwaltungsgericht hat heute die Beschwerden von Bürgern gegen das Monument zurückgewiesen. Das Interesse des nationalen Mahnmals wiege schwerer als die Interessen der Anwohner, erklärte das Gericht. Anwohner hatten per einstweiliger Verfügung erwirkt, dass das Projekt kurzfristig gestoppt wurde. Sie haben Bedenken gegen den wuchtigen Entwurf und fürchten bei großem Besucherandrang Probleme. Das Mahnmal soll aus 102000 Steinen errichtet werden, auf denen jeweils der Name eines Holocaust-Opfers stehen soll. Der polnisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind hatte es im Auftrag des niederländischen Auschwitz-Komitees entworfen.

Prozess gegen Kevin Spacey könnte platzen

Das Strafverfahren gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs könnte platzen. Das mutmaßliche Opfer verweigerte gestern bei einer Gerichtsanhörung im Bundesstaat Massachusetts die Aussage. Er berief sich dabei auf den fünften Zusatzartikel der US-Verfassung, der Zeugen davor schützt, sich selbst zu belasten. Er war zuvor zu Textnachrichten befragt worden, die laut Verteidigung gelöscht worden sein sollen. Die Verteidigung von Spacey geht davon aus, dass der Kläger Nachrichten gelöscht hat, die Spaceys Unschuld untermauern könnten. Dem zweifachen Oscar-Preisträger wird vorgeworfen, das damals 18-jährigen Mann im Sommer 2016 betrunken gemacht und bedrängt zu haben.

Zimmermann: Talksendungen haben dazu gelernt

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sieht bei Talkshows eine positive Entwicklung. Im Sommer 2018 hatte er ARD und ZDF nahegelegt, die Talker sollten ein Jahr lang pausieren, um in Ruhe über die Formate nachzudenken. Zur Begründung sagte er damals, die vielen Talksendungen über die Themen Flüchtlinge und Islam hätten dabei geholfen, die AfD "bundestagsfähig" zu machen. Er habe inzwischen den Eindruck, dass sich die Verantwortlichen über diese Kritik Gedanken gemacht hätten und auch darüber, dass es nicht nur das Thema Migration gebe, sondern noch viele andere. Kritik übte Zimmermann allerdings an der "hart aber fair"-Talkshow mit Frank Plasberg, für die die Redaktion Anfang Juli den AfD-Politiker Uwe Junge eingeladen hatte. Die AFD hätte die Themen der Sendung bestimmt und die Möglichkeit gehabt, sich zum Opfer zu stilisieren, kritisierte Zimmermann. Die "hart aber fair"-Redaktion hatte am Tag nach der Sendung mitgeteilt, für alle Parteien gälten dieselben journalistischen Standards. Jeder Gast bekomme Raum, seine Meinungen zu äußern. Niemanden böte man ein Forum. Alle Positionen würden mit derselben journalistischen Distanz hinterfragt.

Kulturnachrichten hören

Juli 2019
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur